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SJB FondsEcho. Paragon UI.

| Quelle: Gerd Bennewirtz | Lesedauer etwa 15 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Aufstellung. Defensiv.

Man muss kein großer Prophet sein, um vorauszusagen, dass nach einer achtjährigen Hausse an den Aktienmärkten sowie der durch die Liquiditätsprogramme der EZB aufgeblasenen Kurse am Rentenmarkt Investoren bald kleinere Brötchen backen müssen. In diesem Börsenumfeld sollten Anleger ihr Augenmerk auf Investmentfonds richten, deren defensive Ausrichtung Schutz vor allzu großen Kursrücksetzern bietet.

In diese Kategorie ist der von dem Freiburger Vermögensverwalter Greiff Capital Management AG initiierte Paragon UI Fonds einzuordnen, der geringe positive Erträge auch in Krisenzeiten ermöglicht. Der Paragon UI bezeichnet sich selbst als einen Stable-Return-Fonds, der das Ziel verfolgt, risikobewusst in jedem Marktumfeld positive Renditen zu erzielen. Ansatzpunkt der Strategie ist das Ausnutzen von Marktbewegungen, wobei deren eigentliche Richtung unerheblich ist. Ein ganz wichtiges Element ist es, eine möglichst geringe Korrelation zu den anderen Assetklassen aufzuweisen. Zu traditionellen Märkten wie dem MSCI World, dem DAX, dem Bobl oder dem Bund Future bewegt sich die Korrelation mit Werten zwischen 0,07 und 0,13 auf einem äußerst niedrigen Niveau. Um seine Zielsetzung einer niedrigen positiven Rendite in allen Marktphasen zu erreichen, investiert der Fonds überwiegend in Anleihen hoher Bonität mit kurzer Laufzeit und strebt danach, über eine marktneutrale und unkorrelierte Alphastrategie gleichzeitig risikobudgetierte Zusatzerträge durch börsennotierte Indexoptionen zu generieren.

Der Paragon UI R (WKN A1J31V, ISIN DE000A1J31V0) wurdeimDezember 2012 aufgelegtundverfügtaktuellübereinFondsVolumen von 98,82 Millionen Euro. Der defensiveStrategie- undRentenfondsverwendetkeine Benchmark undbesitzt den Euro alsFondsWährung. SeitAuflage des FondsProdukteszumJahresende 2012 wurdeeinekumulierteWertentwicklung von +5,57 ProzentaufEurobasisverzeichnet, waseinerRenditep.a. von +1,09 Prozententspricht. Da die jährlicheVolatilität mit 2,75 Prozentsehrmoderatausfällt, wirddasZieleinerschwankungsarmenundzugleichstetigenpositivenWertentwicklungerreicht. Wie stellt sich die Anlagestrategie des Fonds im Detail dar?

FondsStrategie. Flexibilität. Maximal.

Der Paragon UI hat es sich zum Ziel gesetzt, in möglichst jedem Marktumfeld eine positive Wertentwicklung zu generieren. Zu diesem Zweck stellt er ein Rentenportfolio aus Anleihen mit ausgezeichnetem Rating und geringer Restlaufzeit zusammen, das durch eine Kombination aus Derivaten ergänzt wird. Fremdwährungsanleihen werden vom Fonds keine erworben, zudem müssen die Schuldpapiere innerhalb des Portfolios den Nachhaltigkeitskriterien von oekomresearch entsprechen. Das Basisportfolio des Paragon UI setzt sich klassischerweise aus Anleihen mit mindestens einem A-Rating von einer der drei großen Ratingagenturen S&P, Fitch und Moody’s zusammen. Die innerhalb des Fonds verwendeten Anlageklassen werden durch Geldmarktinstrumente sowie Bankguthaben komplettiert. Da beim Portfolioaufbau eine maximale Flexibilität vorgesehen ist, können auch diese beiden Bereiche jeweils bis zu 100 Prozent des Basisportfolios ausmachen. Die Alphastrategie innerhalb des Gesamtportfolios wird durch eine maximal zehnprozentige Aktienquote verfolgt, die synthetisch über Derivate abgebildet wird. In der Regel macht das Aktienexposure des Fonds lediglich ein bis zwei Prozent des FondsVermögens aus. Das FondsManagement der Greiff Capital Management AG betont, dass das aktuelle Niedrigzinsumfeld und die latente Gefahr einer höheren Volatilität an den Aktien- und Rentenmärkten Investoren vor besondere Herausforderungen stelle. In diesem schwierigen Umfeld würden deshalb schwerpunktmäßig alternative Anlagekonzepte eingesetzt, die auf bewährte, ertragsstabile und risikoadjustierte Strategien setzen. Hierbei optimiert der Paragon UI Fonds seine Asset Allokation in mehrfacher Hinsicht, was zu einer hochgradigen Unkorreliertheit mit anderen Assetklassen führt. Zudem werden mit Hilfe eines strikten Risikomanagements die Drawdown-Risiken verringert. Wie ist das aktuelle Portfolio im Detail zusammengesetzt?

FondsPortfolio. Renten. Bevorzugt.

Innerhalb der FondsStruktur des Paragon UI herrscht aktuell eine klare Gewichtung der einzelnen Assetklassen vor: 93,19 Prozent des FondsVermögens sind in Rentenpapiere angelegt, die das Rückgrat der Portfolioallokation bilden. Bankguthaben bilden 5,83 Prozent des FondsVermögens ab. Per Ende Oktober sind 0,98 Prozent in Derivaten investiert, die für ein moderates Aktienexposure bzw. eine marktneutrale Positionierung sorgen. Mit welcher hochgradigen Unabhängigkeit und Unkorreliertheit der Paragon UI gegenüber den wichtigsten Indizes der Finanzmärkte aufwarten kann, demonstrieren die Korrelationswerte des Fonds mit anderen Assetklassen: Die Kennziffer zum deutschen Rentenindex RexP von gerade einmal 0,21 ist bereits die am stärksten ausgeprägte Korrelation, die die das Gesamtportfolio des Paragon UI besitzt. Noch geringer fallen die Korrelationskoeffizienten gegenüber dem DJ Euro Stoxx 50 (0,19) sowie dem Bund Future (0,15) aus. Die jeweils 0,13 betragende Korrelation zum deutschen Aktienindex DAX sowie dem Bobl Future zeigen an, wie erfolgreich das FondsManagement von Greiff die avisierte Marktunabhängigkeit umgesetzt hat. Nochmals niedriger fallen die Korrelationen des Paragon UI zum HFRX Global Hedge Fund (0,11) sowie gegenüber dem MSCI World (0,07) aus.

FondsVergleichsindex. Korrelation. Gering.

Der Paragon UI wird in unserer unabhängigen SJB FondsAnalyse dem REX Index für deutsche Bundesanleihen über die gesamte Laufzeit gegenübergestellt. Die Kursverläufe des Greiff-Fonds und vom Vergleichsindex für Rentenpapiere mit durchschnittlicher Laufzeit weisen keine hohe Kongruenz auf. Dass die Parallelität der Notierungen nur gering ausgeprägt ist, manifestiert sich in der Korrelation von 0,11 über drei Jahre. Für ein Jahr fällt die Kennziffer mit -0,36 sogar negativ aus. Hier zeigt sich, dass das FondsManagement der Greiff Capital Management AG mit seiner strategischen Portfolioallokation eine weitgehende Unabhängigkeit des Fonds vom Verlauf der Rentenmärkte erreicht hat – die gewünschte Marktneutralität der Strategie ist eingetreten. Entsprechend gering fällt die Kennzahl R² aus: Diese liegt für drei Jahre bei 0,01 und legt auf Jahressicht auf 0,13 zu. Der Tracking Error von lediglich 2,84 Prozent über die letzten drei Jahre beweist, dass das Paragon-Team bei seiner Portfolioallokation ein erfolgreiches Risikomanagement an den Tag legt. Welche Schwankungsneigung hat das Stable-Return-Produkt aufzuweisen?

FondsRisiko. Volatilität. Niedrig.

Der Paragon UI hat über drei Jahre eine Volatilität von 1,65 Prozent zu verzeichnen, die für den Einjahreszeitraum weiter auf 1,08 Prozent zurückgeht. Damit weist das auf die Rentenmärkte fokussierte marktneutrale FondsProdukt eine sehr geringe Schwankungsintensität auf, die von dem ausgewählten SJB-Referenzindex überboten wird: Der deutsche REX Index für Bundesanleihen über die gesamte Laufzeit hat im Dreijahreszeitraum eine Volatilität von 2,50 Prozent aufzuweisen, über zwölf Monate liegen die Schwankungen mit 2,65 Prozent klar über FondsNiveau. Insbesondere die kurzfristig weniger als halb so hohe Schwankungsneigung des Paragon UI zum REX überzeugt. Die in beiden Zeithorizonten geringeren Volatilitätszahlen des Greiff-Fonds dürften gerade defensive Anleger zufriedenstellen und belegen die attraktive Risikostruktur des prognosefreien FondsProduktes – wird dies durch die folgende Beta-Analyse bestätigt?

Über die letzten drei Jahre konnte der Paragon-Fonds ein Beta von 0,07 generieren, für ein Jahr liegt die Kennzahl im negativen Bereich und nimmt einen Wert von -0,16 an. Dem FondsManagement gelingt es also durchgängig, mit seinem Stable-Return-Fonds ein Beta unter dem Marktniveau von 1,00 zu erreichen. Dies bekräftigt der rollierende Zwölfmonatsvergleich über drei Jahre: In 25 der letzten 36 Einjahresperioden fiel das Beta niedriger als der Marktrisikofixwert von 1,00 aus und nahm dabei positive Werte von maximal 0,81 an. Elf Einzelzeiträume verzeichneten negative Beta-Werte, in denen die Kennziffer aufgrund einer divergierenden Kursentwicklung bis zutiefst -0,38 zurückging. Das stetig unter dem marktneutralen Wert von 1,00 befindliche Beta legt Zeugnis ab von dem sehr stabilitätsorientierten Risikoprofil des FondsProduktes. Mit welcher Wertentwicklung dürfen FondsAnleger bei dem Paragon-Fonds kalkulieren?

FondsRendite. Alpha. Erzielt.

Per 11. Dezember 2017 hat der Paragon UI Fonds über drei Jahre eine kumulierte Wertentwicklung von +2,45 Prozent in Euro erwirtschaftet, was einer Rendite von +0,80 Prozent p.a. entspricht. Ein durchweg positiver Ertrag, der das Ziel einer marktunabhängigen FondsRendite verwirklicht! Der REX Index für Bundesanleihen (Gesamt) hinkt mit seiner Wertentwicklung hinterher: Die von der SJB gewählte Benchmark legte im selben Zeitraum um +1,88 Prozent auf Eurobasis zu, was einem Ergebnis von +0,62 Prozent p.a. entspricht. Beim Wechsel auf die Jahresbetrachtung ergibt sich ein leichter Performancevorsprung des Rentenindex: Während der aktiv gemanagte Fonds aus dem Hause Greiff Capital Management ein Ergebnis von -0,32 Prozent in Euro verzeichnet, weist die passive Benchmark mit +0,05 Prozent eine positive Rendite auf. Das Performanceplus über den längeren Zeithorizont macht den Paragon UI aber zum Gesamtsieger im Renditevergleich.

Über drei Jahre erreicht der Paragon UI ein Alpha von 0,06 im grünen Bereich, auf Jahressicht rutscht die Rendite-Kennzahl mit -0,03 knapp ins Minus. Der rollierende Zwölfmonatsvergleich der Alpha-Werte über drei Jahre zeigt, dass sich Phasen der Mehr- und Minderrendite abwechseln: In 17 der untersuchten 36 Einzelperioden gab es ein positives Alpha bis 0,32 in der Spitze zu verzeichnen, während in 19 Einzelzeiträumen ein negativer Alpha-Wert von zutiefst -0,32 registriert wurde. Damit kann der Greiff-Fonds in knapp der Hälfte der Zeitintervalle eine Outperformance zum Referenzindex generieren – die mit einzelnen Aktienanlagen abgerundeten Investments aus dem Anleihenmarkt belegen so ihr Potenzial, sich besser zu entwickeln als der deutsche REX Index (Gesamt). Die über den letzten Dreijahreszeitraum erreichte Information Ration von 0,06 fällt knapp positiv aus und beweist damit, dass der Paragon UI mit Blick auf das Rendite-Risiko-Verhältnis vorne liegt.

SJB Fazit. Paragon UI.

Auch in volatilen Rentenmärkten vermag das Greiff-FondsManagement eine solide Performance zu erzielen – das haben die vergangenen Renditezahlen bewiesen. Stabilitätsorientierte Anleger mit einem hohen Sicherheitsbedürfnis, die eine Investition mit kalkulierbaren Schwankungen bevorzugen, finden in dem Paragon UI einen Stable-Return-Fonds mit attraktiven Ertragschancen. Wer marktneutrale risikoadjustierte Renditen mit geringer Korrelation zum Aktien- oder Anleihenmarkt sucht und geringe positive Erträge auch in Krisenzeiten erwartet, sollte den prognosefreien Paragon UI seinem FondsPortfolio hinzufügen.

Erläuterungen

Alpha

Ist die Kennziffer für die Renditechancen. Das Alpha beziffert jenen Teil der FondsRendite, der auf aktive Titelauswahl zurückzuführen ist. Je höher das Alpha, umso besser hat sich der Fonds im Verhältnis zum Markt entwickelt. Beispiel: Ein Alpha von 5,0 zeigt an, dass der Fonds im Vergleich zu seiner Benchmark in den gewählten Betrachtungszeiträumen einen durchschnittlichen Mehrertrag von 5,0 Prozent erzielt hat. Ein positives Alpha deutet darauf hin, dass durch aktives Portfoliomanagement eine Mehrrendite für den Investor erwirtschaftet wurde. Insofern ist die Kennziffer ein Leistungsindikator für erfolgreiches FondsManagement. Gerade im Wettbewerb mit passiven ETFs ist das Alpha das Aushängeschild für Fonds.

Beta

Gilt als Risikomaß. Das Beta ist ein Indikator dafür, wie stark die Erträge eines Fonds tendenziell auf Wertschwankungen am Markt reagieren. Die Kennzahl bemisst die relative Volatilität eines Investmentfonds in Bezug auf den Gesamtmarkt. Anders ausgedrückt: Beta ist das Resultat eines Risikovergleichs zwischen Fonds und Benchmark. Deshalb wird bei der Investmentanalyse einem Index als Repräsentant des Marktes der feste Wert Beta = 1 zugesprochen. Hat ein Fonds ein Beta von 1, ist sein Risiko identisch mit demjenigen des Index. Ein Beta > 1 bedeutet, das FondsRisiko ist überproportional, seine Wertschwankungen sind ausgeprägter. Ein unter 1 liegendes Beta lässt auf geringere Kursschwankungen eines Fonds schließen, er ist risikoärmer. Ein Beispiel: Weicht die Volatilität des Fonds um 15 Prozent nach unten ab, ist sein Beta 0,85, weicht sie 15 Prozent nach oben ab, ist es 1,15. Ein hohes Beta bedeutet potentiell höhere Erträge, aber auch ein gesteigertes Risiko. Ein niedriges Beta zeigt an, dass der Fonds potentiell geringere Erträge erzielt, dabei aber auch ein niedrigeres Risiko eingeht. Ein negatives Beta bedeutet, dass sich der Fonds gegenläufig zur Marktentwicklung verhält.

Dividendenrendite

Die Dividendenrendite ist eine klassische Kennzahl zur Bewertung einer Aktie und misst die Dividende einer Aktie im Verhältnis zum Aktienkurs zum Zeitpunkt der Ausschüttung. Sie wird in Prozent angegeben. Je höher der Wert, desto mehr Anteil an der Unternehmensleistung erhalten Aktionäre in Form der Dividende. Diese Erträge sind unabhängig von der Kursentwicklung an der Börse. Im Gegensatz zum Kurs-Gewinn-Verhältnis KGV werden hier die Erträge als Maßstab für die Rendite genommen, die tatsächlich den Anteilseignern zugute kommen. Hohe Dividendenrenditen können die starke Ertragskraft eines Unternehmens anzeigen, umgekehrt aber auch problematisch sein, da die ausgeschütteten Beträge nicht für Investitionen zur Verfügung stehen.

Information Ratio

Die Information Ratio ist eine Kennziffer zur Beurteilung der Managementqualität eines Fonds. Sie wird errechnet, indem man die Überrendite (aktive Rendite) durch das aktive Risiko teilt. Insofern ist sie das Barometer für den risikobereinigten Ertrag. Die aktive Rendite wird hierbei mit Alpha gemessen, das aktive Risiko anhand des Tracking Errors. Die Kennzahl liefert eine Aussage, ob das eingegangene Risiko durch die erzielte Mehrrendite gerechtfertigt ist. Ist die Information Ratio positiv, ist dies der Fall. Je höher der Wert, desto besser ist das Management von Rendite und Risiko des untersuchten Fonds.

Korrelation

Die Korrelation ist die Kennziffer für die wechselseitige Abhängigkeit zweier Investments. Die Korrelationskennziffer gibt Richtung und Stärke des Zusammenhangs an und liegt dabei in einer Bandbreite zwischen 1,0 für Investitionen, deren Wertentwicklung absolut gleich verläuft, und -1,0 für Investments, deren Wertentwicklung sich genau entgegengesetzt darstellt. Bei einer Korrelation von 0,0 besteht keinerlei Übereinstimmung. Die Kennzahl macht eine Aussage zur strukturellen Abhängigkeit der Wertentwicklung eines Fonds von seinem Vergleichsindex. Weisen Fonds und Index eine hohe Korrelation auf, werden sie auf dieselben Marktrisiken und -entwicklungen ähnlich reagieren. Die Korrelation sollte im Zusammenhang mit dem Beta-Faktor betrachtet werden und gibt dessen Güte an. Je höher die Korrelationskennziffer an 1 oder -1 heranreicht, desto größer ist die Aussagekraft des Beta-Faktors.

Kurs-Buch-Verhältnis (KBV)

Das KBV ist eine Kennzahl für den Substanzwert eines Unternehmens. Es wird errechnet, indem man den Aktienkurs durch den Buchwert je Aktie teilt. Der Buchwert der Aktiengesellschaft ergibt sich durch den Abzug der Verbindlichkeiten von der Summe der Aktiva. Die Aussagekraft der Bücher kann je nach Branche variieren und ist bei Industriefirmen beispielsweise höher als im IT-Sektor. Der Buchwert der Aktie ist das Ergebnis der Division des Unternehmensbuchwerts durch die Anzahl der Aktien. Je niedriger der Wert ist, desto preiswerter ist die Aktie. Wenn der Aktienkurs dem Buchwert entspricht, wird die Aktie zu ihrem „fairen Wert“ gehandelt.

Kurs-Cashflow-Verhältnis (KCV)

Das KCV ist eine Kennzahl der Liquidität eines Unternehmens. Man erhält es, indem man den Aktienkurs durch den Cashflow je Aktie teilt. Der Cashflow eines Unternehmens bildet die wirklichen Zahlungsflüsse in einer bestimmten Zeitperiode ab. Sein Wert gibt das Volumen der im Unternehmen für Investitionen und das Begleichen von Verbindlichkeiten vorhandenen liquiden Mittel an. Mit dem KCV kann die Entwicklung der Ertragskraft einer Aktiengesellschaft bewertet werden. Dabei gilt eine Aktie als umso preiswerter, je niedriger ihr KCV ist.

Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV)

Das KGV ist die Kennzahl der Ertragskraft eines Unternehmens. Es wird errechnet, indem man den Aktienkurs durch den Gewinn je Aktie teilt. Hier gilt: Je niedriger die Kennzahl, desto preiswerter ist die Aktie. Ein niedriges KGV wird an der Börse als Einstiegssignal in die Aktie interpretiert. Sie gilt als unterbewertet und hat Aufwärtspotenzial. Liegt das KGV eines Titels hingegen über dem Marktdurchschnitt, kann dies als Ausstiegssignal gewertet werden. Die Aktie gilt als überbewertet, die Wahrscheinlichkeit, dass ihr Kurs fällt, ist hoch. Im Falle korrigierter Gewinnerwartungen kann das KGV zu Fehlinterpretationen führen, da optisch niedrige Kennzahlen die Ertragssituation des Unternehmens nicht mehr richtig wiedergeben.

Die Kennzahl R² baut auf der Korrelation auf. Sie drückt den Prozentsatz der Bewegungen eines Fonds aus, die durch Bewegungen in seinem Referenzindex erklärt werden können. R² ist das Quadrat der Korrelation. Ein R² von 0,7 bedeutet, dass 70,0 Prozent der Entwicklung des Fonds das Ergebnis der Entwicklung des Referenzindex ist bzw. 30,0 Prozent auf die aktive Auswahl von Aktien zurückgeführt werden können. Je deutlicher die Zahl unterhalb von 1 liegt, umso unabhängiger ist der Ertrag des Fonds vom Referenzindex. R² wird genutzt, um die Aussagekraft von Beta zu bestimmen. Je höher das R², desto signifikanter das Beta, weil klar wird, wie sehr dieses auf aktivem FondsManagement basiert. R² hilft also, den Grad sowie die Qualität der FondsManageraktivität einzuordnen.

Sharpe Ratio

Die Sharpe Ratio ist ein Maß für das Gesamtrisiko eines Fonds, da sie die Rendite ins Verhältnis zum absoluten Risiko des Fonds setzt. Die nach dem Nobelpreisträger William Sharpe benannte Kennziffer misst die Überschussrendite eines Fonds pro Risikoeinheit. Dabei wird der Fonds mit dem risikolosen Geldmarkt konfrontiert. Liegt die Sharpe Ratio eines Fonds bei 0,40 und damit im positiven Bereich, ist dies ein Indiz dafür, dass die FondsInvestition rentabler ist als die Platzierung des Kapitals am Geldmarkt. Ein negativer Wert bedeutet: Der Fonds ist schlechter als der Geldmarkt. Zu beachten bei der Interpretation dieser Kennzahl ist, dass sich die Definition eines „risikolosen“ Zinses im Zuge der Finanzkrise massiv gewandelt hat. Streng genommen sind risikolose Investments gar nicht mehr existent.

Tracking Error

Der Tracking Error ist die Kennziffer für die Spurabweichung des Fonds vom Index. Sie misst, wie stark die Positionen und ihre Gewichtung im Portfolio des Fonds prozentual von denen des Index abweichen. Zur Berechnung wird die Standardabweichung der Differenzrendite zwischen dem Fonds und seiner Benchmark ermittelt. Insofern wird der Tracking Error auch als Indikator für aktives Risiko verstanden und dient neben Alpha als Grundlage für die Berechnung der Information Ratio. Je niedriger der Tracking Error, desto stärker orientiert sich der FondsManager am Vergleichsindex. Je höher der Wert ist, desto unabhängiger bewegt sich der FondsManager in seinem Markt.

Value-at-risk (VAR)

Der Begriff bezeichnet ein Risikomaß für die Wahrscheinlichkeit und den Umfang von Verlusten einer bestimmten Risikoposition (z. B. eines Portfolios von Wertpapieren) in einem gegebenen Zeithorizont. Ein VAR von 10 Mio. Euro bei einer Haltedauer von 1 Tag und einer als Konfidenzniveau bezeichneten Eintrittssicherheit von 97,5 Prozent bedeutet, dass der potenzielle Verlust der betrachteten Risikoposition von einem Tag auf den nächsten mit einer Wahrscheinlichkeit von 97,5 Prozent den Betrag von 10 Mio. Euro nicht überschreiten wird. VAR wurde von J.P. Morgan entwickelt und ist heute ein Standardrisikomaß im Finanzsektor.

Autor:

Gerd Bennewirtz ist als geschäftsführender Gründungsgesellschafter der SJB FondsSkyline OHG 1989 Herausgeber speziell auf Privatinvestoren zugeschnittener Newsletter. Die wöchentlich erscheinenden Publikationen können gratis angefordert werden unter FondsEcho@sjb.de oder www.sjb.de.

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Gerd Bennewirtz

Gerd Bennewirtz Gerd Wilhelm Bennewirtz, Jahrgang 1962 geboren in Mönchengladbach studierte an der RWTH Aachen Betriebs- wirtschaftslehre. 1989 gründete er mit Volker Schmidt-Jennrich die SJB FondsSkyline OHG 1989 mit Sitz im niederrheinischen Korschenbroich. Sein Schwerpunkt: Die in Deutschland zum Vertrieb zugelassenen offenen Investmentfonds.

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