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SJB FondsEcho. T. Rowe Price - US Large Cap Growth Equity Fund.

| Quelle: Gerd Bennewirtz | Lesedauer etwa 17 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Wachstumstitel. Favorisiert.

Investitionen in US-amerikanische Wachstumsaktien konnten nicht nur 2017, sondern über die gesamte letzte Dekade eine starke Performance erzielen. Wachstumswerte wie Facebook, Amazon, Apple, Netflix und Google sind jedem Anleger ein Begriff – doch es ist nicht nur die viel zitierte Gruppe der sogenannten FAANG-Titel, die zur hervorragenden Wertentwicklung der US-Growth-Indizes maßgeblich beigetragen hat.

Investoren, die an der fortgesetzten Rally der US-Wachstumswerte partizipieren wollen, benötigen ein FondsProdukt, das seine Wertentwicklung nicht nur dem FAANG-Segment verdankt: Wer langfristige und nachhaltige Kursgewinne einstreichen will, braucht einen FondsManager, der neben den fünf Technologieriesen auch andere diversifizierte Alpha-Quellen am US-Aktienmarkt ausfindig machen kann. Dieses Kriterium erfüllt TaymourTamaddon, Portfoliomanager des Large-Cap-Growth-Teams im Bereich US-Aktien des US-Vermögensverwalters T. Rowe Price. Tamaddon ist bereits seit 2004 bei T. Rowe Price beschäftigt und verwaltet dort seit 2017 den US Large Cap Growth Equity Fund. Der US-Marktexperte betont, dass die Dynamik der US-Growth-Aktien nicht nur auf die Kursentwicklung von Apple, Amazon und Co. zurückzuführen ist: Zwar stütze sich der Erfolg der FAANG-Unternehmen auf bahnbrechende Innovationen, mit denen sie ihre jeweiligen Branchen grundlegend verändern. Es gebe aber auch Beispiele für andere Wachstumsunternehmen, die ähnliche Merkmale aufweisen und weit weniger bekannt seien. Diese Aktien fokussiert Tamaddon in seinem Fonds: US-Unternehmen, die gut positioniert sind, um an etablierten Märkten wesentliche Marktanteile zu gewinnen und einen hohen freien Cashflow zu erzielen. Als Beispiele nennt der T. Rowe Price-Stratege den Software-Anbieter Intuit, der Steuererklärungs- und Buchhaltungslösungen für kleinere Unternehmen anbietet, sowie das innovative Medizintechnik-Unternehmen Stryker, das sich auf Hüft- und Knieprothesen spezialisiert hat. Ein weiteres hoch eingeschätztes Wachstumsunternehmen ist der Anbieter von Open-Source-Software Red Hat, der seinen Kunden den nahtlosen Zugriff auf vor Ort installierte Datenbanklösungen und Anbieter von Cloud-Datenbankdiensten ermöglicht. Der T. Rowe Price - US Large Cap Growth Equity Fund hält bei einigen dieser Unternehmen seit geraumer Zeit bedeutende Positionen, ist aber genauso in den „Klassikern“ des FAANG-Segments engagiert. Überraschend dabei: In den letzten fünf Jahren erwirtschafteten die FAANG-Aktien insgesamt nur 21 Prozent der Outperformance des Fonds gegenüber der Benchmark, der weitaus größte Teil des generierten Alpha stammt aus Quellen außerhalb dieses Segments.

Der T. Rowe Price - US Large Cap Growth Equity Fund A (WKN A0BMAB, ISIN LU0174119429) wurde am 31. Juli 2003 aufgelegt und verfügt über ein FondsVolumen von umgerechnet 1,58 Milliarden Euro. FondsWährung ist der US-Dollar, das Portfolio aus US-Wachstumsunternehmen umfasst derzeit 60 Einzeltitel. Als Benchmark wird von der Russell 1000 Growth verwendet, ein breit gestreuter Index für US-Wachstumstitel. Mit seiner speziellen Anlagestrategie ist es FondsManagerTaymourTamaddon gelungen, eine langfristige Outperformance gegenüber seinem Vergleichsindex zu generieren: Über den letzten Zehnjahreszeitraum verzeichnete der US-Aktienfonds eine annualisierte Wertentwicklung von +11,52 Prozent gegenüber +10,89 Prozent beim Russel 1000 Growth, für die letzten fünf Jahre steht einer jährlichen Rendite des T. Rowe-Produkts von +17,06 Prozent eine Rendite p.a. von +15,69 Prozent des Referenzindex gegenüber (alle Angaben auf US-Dollar-Basis). Die nachhaltig erzielte Mehrrendite gegenüber dem breiten US-Aktienmarkt überzeugt – was sind die Details der langfristig so erfolgreichen Anlagestrategie?

FondsStrategie. Wachstumspotenzial. Identifiziert.

Der T. Rowe Price - US Large Cap Growth Equity Fund hat sich eine langfristige Wertsteigerung seiner Anteile durch Investitionen in ein diversifiziertes Portfolio aus Aktien von US-Unternehmen mit hoher Marktkapitalisierung zum Ziel gesetzt, die ein überdurchschnittliches und nachhaltiges Ertragswachstumspotenzial aufweisen. FondsManagerTaymourTamaddon zielt in seinem Anlageprozess darauf ab, durch eine genaue Untersuchung der Fundamentaldaten auf Firmen- und Branchenebene solche Unternehmen zu erkennen, deren Merkmale ein nachhaltiges zweistelliges Ertragswachstum erwarten lassen. Der Schwerpunkt der Analysen liegt auf soliden Erträgen, einem starken Wachstum des Free Cash Flow, einem aktionärsfreundlichen Management sowie einem geordneten Wettbewerbsumfeld. Tamaddon strebt danach, bei seiner Aktienselektion die Unterschiede zwischen säkularen und zyklischen Trends auszunutzen und so seinen Portfoliobestand auf die attraktivsten branchenübergreifenden Wachstumschancen zu konzentrieren. Am Ende seines Stockpicking-Prozesses steht ein Aktienportfolio großer US-amerikanischer Unternehmen mit überdurchschnittlichen und nachhaltigen Ertragszuwachsraten – dieses ist auf die „Best Ideas“ konzentriert und umfasst im Schnitt 60 bis 75 Titel. Die Einzeltitelselektion bezeichnet Tamaddon als die Hauptalphaquelle seines Ziels, den Russel 1000 Growth Index mit 200 Basispunkten jährlich zu outperformen. Der US-Marktstratege betont, dass wir uns zwar eindeutig in einer späten Phase des US-Marktzyklus befinden, die Aktienbewertungen auf dem aktuellen Niveau dennoch weiter durch das solide Wachstum und die geringe Inflationsrate ausreichend unterstützt werden. Die Gewinnerwartungen der Unternehmen seien 2018 zudem dank der US-Steuerreform gestiegen, hebt der Aktienexperte hervor. Doch selbst bei Bereinigung um diesen Sondereffekt hätten viele Unternehmen im letzten Quartal auf fundamentaler Basis mit ihrem Umsatz- und Gewinnwachstum die Konsensschätzungen übertroffen, resümiert der FondsManager. Das aktuelle Umfeld biete ihm nach wie vor ausreichend US-Unternehmen, die mit bahnbrechenden Innovationen hohe Cashflows erwirtschaften – die meisten davon außerhalb des viel zitierten FAANG-Segments. Wie ist das Portfolio des USA-Fonds im Einzelnen zusammengesetzt?

FondsPortfolio. Technologietitel. Führend.

In der Branchengewichtung des T. Rowe Price - US Large Cap Growth Equity Fund liegen Titel der Informationstechnologie mit 39,6 Prozent Anteil am FondsVermögen auf dem ersten Platz. Aktien aus dem Bereich der Nicht-Basiskonsumgüter bringen es auf 22,1 Prozent des FondsVolumens, im HealthCare-Bereich ist FondsManagerTamaddon mit 18,9 Prozent investiert. Gewerbe- und Dienstleistungsunternehmen decken 8,3 Prozent der FondsBestände ab, der Anteil von Titeln aus dem Finanzwesen liegt bei 5,0 Prozent. Abgerundet wird die Sektorenallokation des US-Aktienfonds durch Basiskonsumgüter, Immobilientitel sowie Versorgeraktien, die jeweils 1,2 Prozent des Anlagevermögens repräsentieren.

Größte Einzelposition innerhalb des FondsPortfolios des T. Rowe Price - US Large Cap Growth Equity Fund ist die Aktie des Online-Händlers Amazon mit einem Anteil von 8,5 Prozent. Von den sogenannten FAANG-Titeln befinden sich ebenfalls Alphabet (ehemals Google) sowie Facebook unter den Top 10 des Fonds. Überzeugt ist FondsManagerTamaddon auch von der Aktie des US-Flugzeugbauers Boeing, die 5,1 Prozent des FondsVermögens ausmacht. Boeing werde am Markt zwar weder als Innovator noch als Wachstumsunternehmen eingestuft, doch gerade diese Fehleinschätzung biete eine gute Anlagechance, betont der Aktienexperte. Bei Boeing handle es sich um ein führendes Unternehmen in einem globalen Duopol, dessen Geschäft weit weniger zyklisch sei, als vom Markt gemeinhin angenommen. Medizintechnikunternehmen wie die United Health Group sowie Cigna runden die Portfoliostruktur ab, auch das Kreditkartenunternehmen Visa befindet sich unter den Top 10 des US-Aktienfonds für Wachstumswerte.

FondsVergleichsindex. Korrelation. Deutlich.

Für unsere SJB FondsAnalyse haben wir den T. Rowe Price - US Large Cap Growth Equity Fund dem S&P 500 und damit dem vielleicht wichtigsten Kursbarometer für den US-Aktienmarkt als Benchmark gegenübergestellt. Das Ergebnis der Korrelationsanalyse mit dem breit gestreuten US-Leitindex zeigt eine ausgeprägte Übereinstimmung der beiden Kursverläufe. Mit 0,85 liegt die Korrelation über drei Jahre auf einem hohen Niveau, für ein Jahr ist sie mit 0,78 ähnlich stark ausgeprägt. Insgesamt verläuft die Kursentwicklung von Fonds und Referenzindex weitgehend parallel, wie auch der Blick auf die Kennzahl R² beweist. Diese liegt für drei Jahre bei 0,73, über ein Jahr geht sie auf 0,60 zurück. Damit haben sich mittelfristig 27 Prozent der FondsEntwicklung indexunabhängig vollzogen, kurzfristig sind es 40 Prozent. In den letzten zwölf Monaten hat FondsManagerTamaddon demnach die Benchmarkunabhängigkeit seines Portfolios von hoch kapitalisierten US-Wachstumsaktien erhöht. Der Tracking Error des T. Rowe Price-Fonds fällt mit 7,97 Prozent im Dreijahreszeitraum moderat aus und geht über zwölf Monate auf 6,04 Prozent zurück – US-Aktienexperte Tamaddon geht offenbar bei seiner Portfolioallokation keine übermäßigen Risiken im Vergleich zur Benchmark ein. Mit welcher Schwankungsneigung hat der US-Aktienfonds aufzuwarten?

FondsRisiko. Volatilität. Höher.

Der T. Rowe Price - US Large Cap Growth Equity Fund weist für drei Jahre eine Volatilität von 16,27 Prozent auf, die leicht oberhalb des Schwankungsniveaus liegt, das der S&P 500 mit 13,72 Prozent im selben Zeitraum zu verzeichnen hat. Über ein Jahr schwankt der auf wachstumsstarke US-Titel spezialisierte Aktienfonds gleichfalls etwas stärker als der breite US-Aktienmarkt. Hier beträgt die „Vola“ des T. Rowe Price-Fonds 11,30 Prozent, während der S&P 500 eine Schwankungsbreite von 10,21 Prozent aufweist. Damit liegt die von FondsManagerTamaddon mit seinem Portfolio verzeichnete Volatilität in beiden hier analysierten Zeiträumen über der des SJB-Referenzindex – die Schwankungsfreude der von ihm ausgewählten US-Wachstumsaktien ist durchweg höher als das Marktniveau. Welche Konsequenzen hat dies für die Beta-Werte des Fonds?

Das Beta des T. Rowe Price - US Large Cap Growth Equity Fund erreicht einen Wert von 1,04 über den letzten Dreijahreszeitraum und befindet sich damit leicht über Marktniveau. Über ein Jahr geht die Risikokennzahl auf 0,94 zurück und demonstriert, dass FondsManagerTamaddon mit seinem Portfolio aus Wachstumstiteln kurzfristig eine unterdurchschnittliche Sensitivität gegenüber den Marktbewegungen aufzuweisen hat. Der rollierende Zwölfmonatsvergleich der Beta-Werte über drei Jahre kommt zu dem Ergebnis, dass der US-Aktienfonds eine ganz ähnliche Risikostruktur wie der S&P 500 besitzt - Perioden mit erhöhter und geringerer Schwankungsanfälligkeit halten sich etwa die Waage. In 18 der letzten 36 betrachteten Einzelzeiträume präsentierte sich das Beta höher als der Marktrisikofixwert von 1,00 und nahm dabei einen Wert von 1,42 in der Spitze an. Dem stehen 17 Einjahresperioden gegenüber, in denen das FondsPortfolio niedrigere Kursschwankungen aufwies und ein Beta von zutiefst 0,68 markierte. Komplettiert wird das Szenario durch ein Zeitintervall mit einem exakt auf Marktniveau befindlichen Beta-Wert von 1,00. Die Quintessenz der Beta-Analyse: Der aktiv gemanagte US-Aktienfonds aus dem Hause T. Rowe Price besitzt das leicht ungünstigere Risikoprofil im Vergleich zum breiten US-Aktienmarkt, da er bei sehr ausgeglichenen Beta-Werten die etwas höheren Schwankungen als die passive Benchmark an den Tag legt. Können die so erreichten Renditezahlen überzeugen?

FondsRendite. Alpha. Positiv.

Per 03. Juli 2018 hat der T. Rowe Price - US Large Cap Growth Equity Fund über drei Jahre eine kumulierte Wertentwicklung von +50,62 Prozent in Euro aufzuweisen, was einer Rendite von +14,61 Prozent p.a. entspricht. Eine höchst attraktive Performanceentwicklung, wie die Gegenüberstellung zum Referenzindex beweist: Der S&P 500 kann mit einer weniger als halb so hohen Gesamtrendite von +24,21 Prozent bzw. einem Ergebnis von +7,49 Prozent jährlich auf Eurobasis aufwarten. Auch beim Wechsel des Vergleichszeitraums auf ein Jahr liegt der T. Rowe Price-Aktienfonds gegenüber der SJB-Benchmark vorn: Während das aktiv gemanagte Investmentprodukt mit einer Rendite von +24,62 Prozent auf Eurobasis überzeugt, verzeichnet der S&P 500 lediglich eine Wertentwicklung von +9,11 Prozent in Euro. Die in beiden Zeithorizonten mehr als doppelt so gute Performance mit einem Renditevorsprung zwischen 15 und 26 Prozentpunkten zeigt eindrücklich die Überlegenheit der T. Rowe-Strategie: Mit seiner auf Wachstumstitel fokussierten Auswahl US-amerikanischer Large-Caps erwirtschaftet Marktstratege Tamaddon erheblich bessere Ergebnisse als der breite Markt.

Die attraktive Wertentwicklung des Fonds findet ihren Ausdruck in einem klar über Marktniveau liegenden Alpha, das über drei Jahre 0,55 beträgt. Auf Jahressicht präsentiert sich die Renditekennzahl nochmals verbessert und liegt mit 1,18 weit im grünen Bereich. Der rollierende Zwölfmonatsvergleich der Alpha-Werte über drei Jahre bekräftigt das positive Bild für den aktiv gemanagten Fonds. In 29 der letzten 36 betrachteten Einjahreszeiträume verzeichnete der US Large Cap Growth Equity Fund eine Mehrrendite zum Referenzindex und markierte positive Alpha-Werte bis 1,30 in der Spitze. Dem stehen lediglich sieben Einzelperioden gegenüber, in denen ein negatives Alpha von zutiefst -0,93 generiert wurde. Alpha-Werte und absolute Renditezahlen beweisen: Der T. Rowe Price - US Large Cap Growth Equity Fund ist klarer Sieger im Renditewettstreit mit dem S&P 500 Index – der Performancevorsprung bei ähnlicher Risikostruktur fällt beeindruckend aus. Das positive Gesamturteil wird durch eine überzeugende Information Ratio abgerundet: Die über drei Jahre erreichte Information Ratio von 0,83 beweist abschließend, dass die in Kauf genommenen Risiken und die erzielten Renditen in einem sehr guten Verhältnis zueinander stehen und das FondsProdukt auch unter Chance-Risiko-Aspekten empfehlenswert ist.

SJB Fazit. T. Rowe Price - US Large Cap Growth Equity Fund.

Investoren, die sich trotz des mittlerweile ambitionierten Bewertungsniveaus von US-Aktien im Bereich der dortigen Large Caps engagieren wollen, sollten Wachstumswerte gegenüber Substanztiteln bevorzugen. Die perfekte Auswahl aus diesem Segment bietet der T. Rowe Price - US Large Cap Growth Equity Fund, der ausschließlich in erstklassige US-Unternehmen mit soliden Ertragsströmen, einem starken Wachstum des freien Cashflow und einer aktionärsorientierten Geschäftsführung investiert. FondsManagerTaymourTamaddon erzielt sein Alpha größtenteils durch Wachstumsaktien außerhalb des FAANG-Segments – wer Top-Performer jenseits von Amazon, Apple und Netflix sucht, ist bei diesem Fonds genau richtig!

Erläuterungen

Alpha

Ist die Kennziffer für die Renditechancen. Das Alpha beziffert jenen Teil der FondsRendite, der auf aktive Titelauswahl zurückzuführen ist. Je höher das Alpha, umso besser hat sich der Fonds im Verhältnis zum Markt entwickelt. Beispiel: Ein Alpha von 5,0 zeigt an, dass der Fonds im Vergleich zu seiner Benchmark in den gewählten Betrachtungszeiträumen einen durchschnittlichen Mehrertrag von 5,0 Prozent erzielt hat. Ein positives Alpha deutet darauf hin, dass durch aktives Portfoliomanagement eine Mehrrendite für den Investor erwirtschaftet wurde. Insofern ist die Kennziffer ein Leistungsindikator für erfolgreiches FondsManagement. Gerade im Wettbewerb mit passiven ETFs ist das Alpha das Aushängeschild für Fonds.

Beta

Gilt als Risikomaß. Das Beta ist ein Indikator dafür, wie stark die Erträge eines Fonds tendenziell auf Wertschwankungen am Markt reagieren. Die Kennzahl bemisst die relative Volatilität eines Investmentfonds in Bezug auf den Gesamtmarkt. Anders ausgedrückt: Beta ist das Resultat eines Risikovergleichs zwischen Fonds und Benchmark. Deshalb wird bei der Investmentanalyse einem Index als Repräsentant des Marktes der feste Wert Beta = 1 zugesprochen. Hat ein Fonds ein Beta von 1, ist sein Risiko identisch mit demjenigen des Index. Ein Beta > 1 bedeutet, das FondsRisiko ist überproportional, seine Wertschwankungen sind ausgeprägter. Ein unter 1 liegendes Beta lässt auf geringere Kursschwankungen eines Fonds schließen, er ist risikoärmer. Ein Beispiel: Weicht die Volatilität des Fonds um 15 Prozent nach unten ab, ist sein Beta 0,85, weicht sie 15 Prozent nach oben ab, ist es 1,15. Ein hohes Beta bedeutet potentiell höhere Erträge, aber auch ein gesteigertes Risiko. Ein niedriges Beta zeigt an, dass der Fonds potentiell geringere Erträge erzielt, dabei aber auch ein niedrigeres Risiko eingeht. Ein negatives Beta bedeutet, dass sich der Fonds gegenläufig zur Marktentwicklung verhält.

Dividendenrendite

Die Dividendenrendite ist eine klassische Kennzahl zur Bewertung einer Aktie und misst die Dividende einer Aktie im Verhältnis zum Aktienkurs zum Zeitpunkt der Ausschüttung. Sie wird in Prozent angegeben. Je höher der Wert, desto mehr Anteil an der Unternehmensleistung erhalten Aktionäre in Form der Dividende. Diese Erträge sind unabhängig von der Kursentwicklung an der Börse. Im Gegensatz zum Kurs-Gewinn-Verhältnis KGV werden hier die Erträge als Maßstab für die Rendite genommen, die tatsächlich den Anteilseignern zugute kommen. Hohe Dividendenrenditen können die starke Ertragskraft eines Unternehmens anzeigen, umgekehrt aber auch problematisch sein, da die ausgeschütteten Beträge nicht für Investitionen zur Verfügung stehen.

Information Ratio

Die Information Ratio ist eine Kennziffer zur Beurteilung der Managementqualität eines Fonds. Sie wird errechnet, indem man die Überrendite (aktive Rendite) durch das aktive Risiko teilt. Insofern ist sie das Barometer für den risikobereinigten Ertrag. Die aktive Rendite wird hierbei mit Alpha gemessen, das aktive Risiko anhand des Tracking Errors. Die Kennzahl liefert eine Aussage, ob das eingegangene Risiko durch die erzielte Mehrrendite gerechtfertigt ist. Ist die Information Ratio positiv, ist dies der Fall. Je höher der Wert, desto besser ist das Management von Rendite und Risiko des untersuchten Fonds.

Korrelation

Die Korrelation ist die Kennziffer für die wechselseitige Abhängigkeit zweier Investments. Die Korrelationskennziffer gibt Richtung und Stärke des Zusammenhangs an und liegt dabei in einer Bandbreite zwischen 1,0 für Investitionen, deren Wertentwicklung absolut gleich verläuft, und -1,0 für Investments, deren Wertentwicklung sich genau entgegengesetzt darstellt. Bei einer Korrelation von 0,0 besteht keinerlei Übereinstimmung. Die Kennzahl macht eine Aussage zur strukturellen Abhängigkeit der Wertentwicklung eines Fonds von seinem Vergleichsindex. Weisen Fonds und Index eine hohe Korrelation auf, werden sie auf dieselben Marktrisiken und -entwicklungen ähnlich reagieren. Die Korrelation sollte im Zusammenhang mit dem Beta-Faktor betrachtet werden und gibt dessen Güte an. Je höher die Korrelationskennziffer an 1 oder -1 heranreicht, desto größer ist die Aussagekraft des Beta-Faktors.

Kurs-Buch-Verhältnis (KBV)

Das KBV ist eine Kennzahl für den Substanzwert eines Unternehmens. Es wird errechnet, indem man den Aktienkurs durch den Buchwert je Aktie teilt. Der Buchwert der Aktiengesellschaft ergibt sich durch den Abzug der Verbindlichkeiten von der Summe der Aktiva. Die Aussagekraft der Bücher kann je nach Branche variieren und ist bei Industriefirmen beispielsweise höher als im IT-Sektor. Der Buchwert der Aktie ist das Ergebnis der Division des Unternehmensbuchwerts durch die Anzahl der Aktien. Je niedriger der Wert ist, desto preiswerter ist die Aktie. Wenn der Aktienkurs dem Buchwert entspricht, wird die Aktie zu ihrem „fairen Wert“ gehandelt.

Kurs-Cashflow-Verhältnis (KCV)

Das KCV ist eine Kennzahl der Liquidität eines Unternehmens. Man erhält es, indem man den Aktienkurs durch den Cashflow je Aktie teilt. Der Cashflow eines Unternehmens bildet die wirklichen Zahlungsflüsse in einer bestimmten Zeitperiode ab. Sein Wert gibt das Volumen der im Unternehmen für Investitionen und das Begleichen von Verbindlichkeiten vorhandenen liquiden Mittel an. Mit dem KCV kann die Entwicklung der Ertragskraft einer Aktiengesellschaft bewertet werden. Dabei gilt eine Aktie als umso preiswerter, je niedriger ihr KCV ist.

Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV)

Das KGV ist die Kennzahl der Ertragskraft eines Unternehmens. Es wird errechnet, indem man den Aktienkurs durch den Gewinn je Aktie teilt. Hier gilt: Je niedriger die Kennzahl, desto preiswerter ist die Aktie. Ein niedriges KGV wird an der Börse als Einstiegssignal in die Aktie interpretiert. Sie gilt als unterbewertet und hat Aufwärtspotenzial. Liegt das KGV eines Titels hingegen über dem Marktdurchschnitt, kann dies als Ausstiegssignal gewertet werden. Die Aktie gilt als überbewertet, die Wahrscheinlichkeit, dass ihr Kurs fällt, ist hoch. Im Falle korrigierter Gewinnerwartungen kann das KGV zu Fehlinterpretationen führen, da optisch niedrige Kennzahlen die Ertragssituation des Unternehmens nicht mehr richtig wiedergeben.

Die Kennzahl R² baut auf der Korrelation auf. Sie drückt den Prozentsatz der Bewegungen eines Fonds aus, die durch Bewegungen in seinem Referenzindex erklärt werden können. R² ist das Quadrat der Korrelation. Ein R² von 0,7 bedeutet, dass 70,0 Prozent der Entwicklung des Fonds das Ergebnis der Entwicklung des Referenzindex ist bzw. 30,0 Prozent auf die aktive Auswahl von Aktien zurückgeführt werden können. Je deutlicher die Zahl unterhalb von 1 liegt, umso unabhängiger ist der Ertrag des Fonds vom Referenzindex. R² wird genutzt, um die Aussagekraft von Beta zu bestimmen. Je höher das R², desto signifikanter das Beta, weil klar wird, wie sehr dieses auf aktivem FondsManagement basiert. R² hilft also, den Grad sowie die Qualität der FondsManageraktivität einzuordnen.

Sharpe Ratio

Die Sharpe Ratio ist ein Maß für das Gesamtrisiko eines Fonds, da sie die Rendite ins Verhältnis zum absoluten Risiko des Fonds setzt. Die nach dem Nobelpreisträger William Sharpe benannte Kennziffer misst die Überschussrendite eines Fonds pro Risikoeinheit. Dabei wird der Fonds mit dem risikolosen Geldmarkt konfrontiert. Liegt die Sharpe Ratio eines Fonds bei 0,40 und damit im positiven Bereich, ist dies ein Indiz dafür, dass die FondsInvestition rentabler ist als die Platzierung des Kapitals am Geldmarkt. Ein negativer Wert bedeutet: Der Fonds ist schlechter als der Geldmarkt. Zu beachten bei der Interpretation dieser Kennzahl ist, dass sich die Definition eines „risikolosen“ Zinses im Zuge der Finanzkrise massiv gewandelt hat. Streng genommen sind risikolose Investments gar nicht mehr existent.

Tracking Error

Der Tracking Error ist die Kennziffer für die Spurabweichung des Fonds vom Index. Sie misst, wie stark die Positionen und ihre Gewichtung im Portfolio des Fonds prozentual von denen des Index abweichen. Zur Berechnung wird die Standardabweichung der Differenzrendite zwischen dem Fonds und seiner Benchmark ermittelt. Insofern wird der Tracking Error auch als Indikator für aktives Risiko verstanden und dient neben Alpha als Grundlage für die Berechnung der Information Ratio. Je niedriger der Tracking Error, desto stärker orientiert sich der FondsManager am Vergleichsindex. Je höher der Wert ist, desto unabhängiger bewegt sich der FondsManager in seinem Markt.

Value-at-risk (VAR)

Der Begriff bezeichnet ein Risikomaß für die Wahrscheinlichkeit und den Umfang von Verlusten einer bestimmten Risikoposition (z. B. eines Portfolios von Wertpapieren) in einem gegebenen Zeithorizont. Ein VAR von 10 Mio. Euro bei einer Haltedauer von 1 Tag und einer als Konfidenzniveau bezeichneten Eintrittssicherheit von 97,5 Prozent bedeutet, dass der potenzielle Verlust der betrachteten Risikoposition von einem Tag auf den nächsten mit einer Wahrscheinlichkeit von 97,5 Prozent den Betrag von 10 Mio. Euro nicht überschreiten wird. VAR wurde von J.P. Morgan entwickelt und ist heute ein Standardrisikomaß im Finanzsektor.

Autor:

Gerd Bennewirtz ist als geschäftsführender Gründungsgesellschafter der SJB FondsSkyline OHG 1989 Herausgeber speziell auf Privatinvestoren zugeschnittener Newsletter. Die wöchentlich erscheinenden Publikationen können gratis angefordert werden unter FondsEcho@sjb.de oder www.sjb.de.

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Gerd Bennewirtz

Gerd Bennewirtz Gerd Wilhelm Bennewirtz, Jahrgang 1962 geboren in Mönchengladbach studierte an der RWTH Aachen Betriebs- wirtschaftslehre. 1989 gründete er mit Volker Schmidt-Jennrich die SJB FondsSkyline OHG 1989 mit Sitz im niederrheinischen Korschenbroich. Sein Schwerpunkt: Die in Deutschland zum Vertrieb zugelassenen offenen Investmentfonds.

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