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SJB FondsEcho. Trigon New Europe Fund.

| Quelle: Gerd Bennewirtz

EU-Mitgliedsstaaten. Neu.

Ein Investmentfonds, der nach Stockpicking-Kriterien ausgewählte, attraktiv bewertete Aktien aus dem „neuen Europa“ zu seinem Anlageuniversum erklärt – klingt vielversprechend. Dieses neue Europa – wo ist es nach Auffassung der estnischen FondsGesellschaftTrigon Capital Group lokalisiert?

FondsManagerMehisRaud, der den Trigon New Europe Fund verwaltet, nennt als Investmentschwerpunkte seines FondsProduktes die neuen EU-Mitgliedsstaaten seit 2004 sowie solche Länder, die voraussichtlich bald der Europäischen Union beitreten werden. Der besondere Fokus liegt auf Investitionen in Polen, Ungarn, Rumänien und Slowenien, aber auch Kroatien, Bulgarien und die baltischen Länder sind Bestandteile des geographischen Universums. Titel aus Österreich, die über ein besonderes Osteuropa-Exposure verfügen, sowie türkische Aktien runden die Länderallokation ab. Keine Investments tätigt der von Trigon Capital aufgelegte Fonds hingegen in Russland. Der von Estlands Hauptstadt Tallinn aus operierende Marktstratege Raud hat sich ganz dem Anlagestil des Value Investing verschrieben und stellt im Rahmen seiner aktiven Titelselektion ein konzentriertes Portfolio aus 35 bis 40 günstig bewerteten Aktien zusammen.

Osteuropa-Experte Raud berichtet, dass die jüngst begonnene Rally in europäischen Schwellenländeraktien im April und Mai ihre Fortsetzung gefunden hat. Starke Wirtschaftsdaten sowohl aus Ost- als auch aus Westeuropa sowie der für die Märkte positive Ausgang der französischen Präsidentschaftswahl begünstigten die Aufwärtsbewegung. Besonders stark entwickelte sich der polnische Aktienmarkt, wo das Bewertungsniveau deutlich zulegte: Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 12,4 liegt der Markt bereits um 7,4 Prozent über dem Zehn-Jahres-Schnitt. Trotzdem hält Raud polnische Titel im Kontext der weltweiten Aktienmärkte weiterhin für attraktiv bewertet. Im regionalen Kontext schätzt der Marktstratege Rumänien und Slowenien als noch günstigere Märkte ein; hier liegt das aktuelle KGV mit 9,1 bzw. 9,9 sogar im einstelligen Bereich.

Der Trigon New Europe Fund C (WKN A1JKB4, ISIN EE3600102372) wurde am 10. April 2002 aufgelegt, verfügt aktuell über ein FondsVolumen von 101,9 Millionen Euro und verwendet den Stoxx EU Enlarged Total Market Index als Benchmark. FondsManagerRaud hat sich mit seiner wertorientierten Anlagestrategie an die Spitze der Rangliste europäischer Schwellenländerfonds im langfristigen Zeithorizont gesetzt: Im Citywire-Ranking liegt er mit einer Wertentwicklung von +70,7 Prozent über den jüngsten Fünfjahreszeitraum auf Platz eins. Dies bedeutet eine erhebliche Mehrrendite des Trigon New Europe Fund von über dreißig Prozentpunkten gegenüber der Performance der FondsBenchmark (+40,0 Prozent). Wie sieht die so erfolgreiche Anlagestrategie im Detail aus?

FondsStrategie. Stockpicking. Praktiziert.

Der Trigon New Europe Fund strebt ein langfristiges Kapitalwachstum an und investiert sein FondsVermögen in Aktien, die an geregelten Märkten jener Länder gehandelt werden, die 2004 oder später der Europäischen Union beigetreten sind oder voraussichtlich der EU beitreten werden. Hinzu kommen Wertpapiere aus Staaten, deren Unternehmen wesentliche Geschäftsinteressen in den oben genannten Ländern haben oder deren Geschäftstätigkeit im Wesentlichen mit diesen Ländern zusammenhängt (z.B. Österreich). FondsManagerMehisRaud konzentriert sich auf unterbewertete Unternehmen mit starken Bilanzen, die gemessen an ihrem Marktwert attraktive freie Cashflows erwirtschaften und die besten Risiko-Rendite-Profile der Region aufweisen. Basis der Anlageentscheidung ist stets ein gründlich durchgeführtes Research: Raud hat es sich zum Ziel gesetzt, alle Unternehmen vor Ort zu besuchen, in die der Fonds investiert. Der Marktstratege hat eine klare Präferenz für Value-Titel und bevorzugt Aktien mit soliden Wachstumsraten und einer hohen Dividendenrendite. Bei der Zusammensetzung des Portfolios verfolgt er keinen bestimmten Branchenansatz; vielmehr ist Raud im Zuge des aktiven FondsManagements frei von jeglicher Beschränkung durch die Länder- und Sektorenallokation der Benchmark. Im Rahmen seines Stockpicking-Prozesses identifiziert Raud attraktiv bewertete Aktien, von denen er eine begrenzte Anzahl von Unternehmen für sein Long-Only-Portfolio nach systematischen Value-Kriterien auswählt. Seine Zielsetzung, Unternehmen mit einer günstigen Bewertung im Verhältnis zu den vorhandenen Vermögenswerten zu finden, findet der Aktienexperte oftmals in den defensiven Sektoren des Marktes verwirklicht. Wie Raud betont, bietet der Trigon New Europe Fund ein nach Value-Kriterien sehr attraktiv aufgestelltes Portfolio in einem derzeit eher unsicheren Marktumfeld: Das Preis-Buch-Verhältnis der ausgewählten Titel liegt bei 1,3, das durchschnittliche gewichtete KGV für 2017 beträgt 12,2 und die durchschnittliche Dividendenrendite der im Portfolio enthaltenen Titel liegt aktuell bei 4,7 Prozent. Wie stellt sich die Portfoliostruktur im Einzelnen dar?

FondsPortfolio. Polen. Favorisiert.

In der Länderallokation des Trigon New Europe Fund liegt Polen mit einem Portfolioanteil von 22,3 Prozent vorn. Den zweiten Platz in der geographischen Struktur des Schwellenländer-Fonds belegt Rumänien, wo mit 22,2 Prozent ähnlich hohe Teile des FondsVermögens investiert sind. Hinter diesen beiden Eckpfeilern des Fonds rangiert Slowenien mit 13,6 Prozent der FondsBestände auf Platz drei. Aktien aus Ungarn machen 10,0 Prozent des FondsVolumens aus, in Österreich sind 9,6 Prozent der Anlegergelder investiert. Die Türkei bringt es auf einen Anteil von 6,0 Prozent am FondsVermögen, die tschechische Republik kann mit Beständen von 5,5 Prozent aufwarten. Auch Estland selbst, die Heimat der FondsGesellschaftTrigon Capital, ist mit 4,1 Prozent Anlageziel des Fonds. Kleinere Positionen in Kroatien (2,1 Prozent) sowie in Lettland (0,6 Prozent) runden die geographische Zusammensetzung des Trigon-Produktes ab, das per Ende April über einen Cashbestand von 4,1 Prozent verfügt.

Bei der Branchengewichtung liegt der Schwerpunkt auf Finanztiteln, die 37,3 Prozent der FondsBestände ausmachen. Unter den Top-Holdings wird der Sektor durch die polnische Bank Pekao sowie die tschechische KomercniBanka vertreten. Konsumaktien nehmen mit 17,9 Prozent den zweiten Platz in der Branchenallokation ein, unter den größten Einzelwerten durch die beiden estnischen Unternehmen Tallink (Hotels und Schifffahrt) sowie Olympic Entertainment (Casino-Betreiber) repräsentiert. Platz drei geht an Energiewerte, die einen Anteil von 12,3 Prozent am FondsVolumen besitzen. Durchschnittlich stark vertreten im Portfolio von FondsManagerRaud sind Gesundheitstitel (5,9 Prozent) sowie Industrieaktien (5,5 Prozent). Telekom-Werte kommen auf einen Anteil von 5,3 Prozent des FondsVermögens, Immobilientitel sind mit 3,9 Prozent gewichtet. Abgerundet wird das breit gestreute Portfolio durch Grundstoff-Produzenten (3,6 Prozent) sowie IT-Titel (3,0 Prozent). Versorgeraktien (1,1 Prozent) komplettieren die Sektorenallokation des europäischen Schwellenländer-Fonds.

FondsVergleichsindex. Korrelation. Hoch.

In unserer unabhängigen SJB FondsAnalyse wird der Trigon New Europe Fund dem Stoxx EU Enlarged Total Market Index als Benchmark gegenübergestellt. Die Korrelation mit dem europäischen Schwellenländerindex, der die seit Mai 2004 neu in die EU aufgenommenen Mitgliedsstaaten abdeckt, ist deutlich ausgeprägt. Über drei Jahre liegt sie bei 0,83, auch im letzten Einjahreszeitraum rangiert die Korrelationskennziffer mit 0,80 auf einem hohen Niveau. Die Kursentwicklung von Fonds und Referenzindex befindet sich damit weitgehend im Gleichlauf, wie auch der Blick auf die Kennzahl R² beweist. Diese liegt für drei Jahre bei 0,68, über ein Jahr nimmt sie einen Wert von 0,64 an. Damit haben sich mittelfristig 32 Prozent der FondsEntwicklung indexunabhängig vollzogen, kurzfristig sind es 36 Prozent. Hier zeigt sich, dass FondsManagerRaud mit seiner Stockpicking-Strategie zuletzt etwas stärker von der Benchmark abgewichen ist. Der Tracking Error des Fonds macht deutlich, dass der Emerging-Markets-Experte nur geringe aktive Risiken eingeht: Die Spurabweichung liegt über drei Jahre bei 10,20 Prozent und geht auf Jahressicht auf 8,17 Prozent zurück. Welche Volatilitätswerte hat der Fonds zu verzeichnen?

FondsRisiko. Volatilität. Geringer.

Der Trigon New Europe Fund weist über drei Jahre eine moderate Volatilität von 11,52 Prozent auf, die klar unterhalb der 18,26 Prozent liegt, die der Stoxx EU Enlarged Total Market Index als Benchmark zu verzeichnen hat. Auch über ein Jahr fällt die Schwankungsneigung des europäischen Schwellenländerfonds erheblich niedriger als die des Vergleichsindex aus: Hier beträgt die „Vola“ des aktiv gemanagten Aktienfonds 8,30 Prozent, während die Stoxx-Benchmark eine mittlere Schwankungsbreite von 14,11 Prozent besitzt. Damit vermag der Trigon-Fonds in beiden Zeithorizonten mit seiner merklich geringeren Volatilität zu überzeugen und kann mit einem deutlich besseren Risikoprofil als der Referenzindex aufwarten. Bestätigt die Beta-Analyse diese positive Einschätzung des FondsProduktes?

Der Schwellenländer-Fonds mit Osteuropa-Fokus macht die Kursschwankungen der europäischen Emerging-Markets nur unterdurchschnittlich mit, wie die Risikokennziffer Beta von 0,54 über drei Jahre belegt. Für ein Jahr nimmt das Beta einen Wert von 0,51 an und liegt erneut klar unter dem marktneutralen Wert von 1,00. Die attraktiven Beta-Werte des Fonds werden durch den rollierenden Zwölfmonatsvergleich der Risiko-Kennziffer über drei Jahre nochmals bestätigt: In allen 36 ausgewerteten Einzelperioden befindet sich das FondsBeta zumeist deutlich unter dem Marktrisikofixwert von 1,00 und beweist, dass der Trigon-Fonds durchgängig die geringere Schwankungsanfälligkeit als die Benchmark besitzt. Die günstigere Risikostruktur äußert sich in Beta-Werten von 0,26 im Tief – selbst das mit 0,87 am stärksten ausgeprägte Beta im Zeitintervall von Februar 2015 legt um 13 Prozent geringere Wertschwankungen als der Referenzmarkt an den Tag. Mit Blick auf das Risikoprofil weist das von FondsManagerRaud betreute Investmentprodukt klare Vorteile zur Benchmark auf; fallen die Renditeleistungen ähnlich überzeugend aus?

FondsRendite. Alpha. Deutlich.

Per 29. Mai 2017 hat der Trigon New Europe Fund über drei Jahre eine kumulierte Wertentwicklung von +25,03 Prozent in Euro aufzuweisen, was einer Rendite von +7,72 Prozent p.a. entspricht. Eine attraktive Performance im europäischen Schwellenländersektor! Wie positiv diese Renditezahlen zu bewerten sind, macht vor allem die Gegenüberstellung zur SJB-Benchmark deutlich, die im selben Zeitraum ins Minus gerutscht ist: Der Stoxx EU Enlarged Total Market Index verzeichnet über drei Jahre eine Gesamtrendite von -3,17 Prozent bzw. ein jährliches Renditeergebnis von -1,07 Prozent in Euro. Auch beim Wechsel auf die Jahresbetrachtung erhält sich die Outperformance des Trigon-Fonds: Mit seiner Wertentwicklung von +35,10 Prozent auf Eurobasis stellt sich die Rendite des Osteuropa-Produktes erneut besser als diejenige der Benchmark dar (Stoxx EU Enlarged Total Market Index: +33,45 Prozent). Besonders der im Dreijahreshorizont erreichte, über 28 Prozentpunkte betragende Performancevorsprung des Fonds macht diesen zum klaren Sieger im Renditevergleich. FondsManagerRauds aktive Titelauswahl nach Stockpicking-Kriterien setzt sich gegenüber der passiven Struktur der Benchmark klar durch.

Die Ergebnisse der Alpha-Analyse bestätigen das positive Urteil über den Trigon-Fonds. Über drei Jahre liegt die Renditekennziffer bei 0,63 und damit erheblich über Marktniveau, auf Jahressicht kann die Rendite-Kennzahl noch weiter auf 1,22 zulegen. Der rollierende Zwölfmonatsvergleich der Alpha-Werte über drei Jahre zeigt, dass die Phasen der Mehrrendite deutlich in der Überzahl sind. In 33 der letzten 36 Einzelperioden konnte der Trigon-Fonds ein positives Alpha bis 1,57 in der Spitze generieren und somit einen nachhaltigen Performancevorsprung zur Benchmark aufweisen. Dem stehen lediglich drei Zeiträume mit negativen Alpha-Werten bis -0,10 im Tief gegenüber. Die Quintessenz der Alpha-Analyse: FondsManagerRaud erzielt mit großer Zuverlässigkeit einen Renditevorsprung zum Referenzindex, der angesichts der durchweg geringeren Schwankungsneigung seines Portfolios umso höher zu bewerten ist. Die Rendite-Risiko-Struktur des Trigon-Produktes fällt konsequenterweise überzeugend aus: Die Information Ratio des Fonds über drei Jahre liegt mit 0,84 klar im grünen Bereich.

SJB Fazit.Trigon New Europe Fund.

Die neuen EU-Mitgliedsstaaten bieten FondsManagerMehisRaud von der estnischen FondsGesellschaftTrigon Capital das perfekte Betätigungsfeld für seine Stockpicking-Strategie: Der Marktstratege identifiziert in diesem wenig beachteten Anlageuniversum die attraktivsten Value-Titel, die sich durch solide Wachstumszahlen und hohe Dividendenrenditen auszeichnen. Mit seinem Portfolio ist es Raud gelungen, langfristig über der Marktentwicklung liegende Renditen mit einer vergleichsweise geringen Volatilität zu generieren. Wer Neuem gegenüber aufgeschlossen ist und seine FondsAnlagen durch einen überzeugend gemanagten Osteuropa-Fonds abrunden will, findet in dem Trigon New Europe Fund eine vorzügliche Depotbeimischung!

Erläuterungen

Alpha

Ist die Kennziffer für die Renditechancen. Das Alpha beziffert jenen Teil der FondsRendite, der auf aktive Titelauswahl zurückzuführen ist. Je höher das Alpha, umso besser hat sich der Fonds im Verhältnis zum Markt entwickelt. Beispiel: Ein Alpha von 5,0 zeigt an, dass der Fonds im Vergleich zu seiner Benchmark in den gewählten Betrachtungszeiträumen einen durchschnittlichen Mehrertrag von 5,0 Prozent erzielt hat. Ein positives Alpha deutet darauf hin, dass durch aktives Portfoliomanagement eine Mehrrendite für den Investor erwirtschaftet wurde. Insofern ist die Kennziffer ein Leistungsindikator für erfolgreiches FondsManagement. Gerade im Wettbewerb mit passiven ETFs ist das Alpha das Aushängeschild für Fonds.

Beta

Gilt als Risikomaß. Das Beta ist ein Indikator dafür, wie stark die Erträge eines Fonds tendenziell auf Wertschwankungen am Markt reagieren. Die Kennzahl bemisst die relative Volatilität eines Investmentfonds in Bezug auf den Gesamtmarkt. Anders ausgedrückt: Beta ist das Resultat eines Risikovergleichs zwischen Fonds und Benchmark. Deshalb wird bei der Investmentanalyse einem Index als Repräsentant des Marktes der feste Wert Beta = 1 zugesprochen. Hat ein Fonds ein Beta von 1, ist sein Risiko identisch mit demjenigen des Index. Ein Beta > 1 bedeutet, das FondsRisiko ist überproportional, seine Wertschwankungen sind ausgeprägter. Ein unter 1 liegendes Beta lässt auf geringere Kursschwankungen eines Fonds schließen, er ist risikoärmer. Ein Beispiel: Weicht die Volatilität des Fonds um 15 Prozent nach unten ab, ist sein Beta 0,85, weicht sie 15 Prozent nach oben ab, ist es 1,15. Ein hohes Beta bedeutet potentiell höhere Erträge, aber auch ein gesteigertes Risiko. Ein niedriges Beta zeigt an, dass der Fonds potentiell geringere Erträge erzielt, dabei aber auch ein niedrigeres Risiko eingeht. Ein negatives Beta bedeutet, dass sich der Fonds gegenläufig zur Marktentwicklung verhält.

Dividendenrendite

Die Dividendenrendite ist eine klassische Kennzahl zur Bewertung einer Aktie und misst die Dividende einer Aktie im Verhältnis zum Aktienkurs zum Zeitpunkt der Ausschüttung. Sie wird in Prozent angegeben. Je höher der Wert, desto mehr Anteil an der Unternehmensleistung erhalten Aktionäre in Form der Dividende. Diese Erträge sind unabhängig von der Kursentwicklung an der Börse. Im Gegensatz zum Kurs-Gewinn-Verhältnis KGV werden hier die Erträge als Maßstab für die Rendite genommen, die tatsächlich den Anteilseignern zugute kommen. Hohe Dividendenrenditen können die starke Ertragskraft eines Unternehmens anzeigen, umgekehrt aber auch problematisch sein, da die ausgeschütteten Beträge nicht für Investitionen zur Verfügung stehen.

Information Ratio

Die Information Ratio ist eine Kennziffer zur Beurteilung der Managementqualität eines Fonds. Sie wird errechnet, indem man die Überrendite (aktive Rendite) durch das aktive Risiko teilt. Insofern ist sie das Barometer für den risikobereinigten Ertrag. Die aktive Rendite wird hierbei mit Alpha gemessen, das aktive Risiko anhand des Tracking Errors. Die Kennzahl liefert eine Aussage, ob das eingegangene Risiko durch die erzielte Mehrrendite gerechtfertigt ist. Ist die Information Ratio positiv, ist dies der Fall. Je höher der Wert, desto besser ist das Management von Rendite und Risiko des untersuchten Fonds.

Korrelation

Die Korrelation ist die Kennziffer für die wechselseitige Abhängigkeit zweier Investments. Die Korrelationskennziffer gibt Richtung und Stärke des Zusammenhangs an und liegt dabei in einer Bandbreite zwischen 1,0 für Investitionen, deren Wertentwicklung absolut gleich verläuft, und -1,0 für Investments, deren Wertentwicklung sich genau entgegengesetzt darstellt. Bei einer Korrelation von 0,0 besteht keinerlei Übereinstimmung. Die Kennzahl macht eine Aussage zur strukturellen Abhängigkeit der Wertentwicklung eines Fonds von seinem Vergleichsindex. Weisen Fonds und Index eine hohe Korrelation auf, werden sie auf dieselben Marktrisiken und -entwicklungen ähnlich reagieren. Die Korrelation sollte im Zusammenhang mit dem Beta-Faktor betrachtet werden und gibt dessen Güte an. Je höher die Korrelationskennziffer an 1 oder -1 heranreicht, desto größer ist die Aussagekraft des Beta-Faktors.

Kurs-Buch-Verhältnis (KBV)

Das KBV ist eine Kennzahl für den Substanzwert eines Unternehmens. Es wird errechnet, indem man den Aktienkurs durch den Buchwert je Aktie teilt. Der Buchwert der Aktiengesellschaft ergibt sich durch den Abzug der Verbindlichkeiten von der Summe der Aktiva. Die Aussagekraft der Bücher kann je nach Branche variieren und ist bei Industriefirmen beispielsweise höher als im IT-Sektor. Der Buchwert der Aktie ist das Ergebnis der Division des Unternehmensbuchwerts durch die Anzahl der Aktien. Je niedriger der Wert ist, desto preiswerter ist die Aktie. Wenn der Aktienkurs dem Buchwert entspricht, wird die Aktie zu ihrem „fairen Wert“ gehandelt.

Kurs-Cashflow-Verhältnis (KCV)

Das KCV ist eine Kennzahl der Liquidität eines Unternehmens. Man erhält es, indem man den Aktienkurs durch den Cashflow je Aktie teilt. Der Cashflow eines Unternehmens bildet die wirklichen Zahlungsflüsse in einer bestimmten Zeitperiode ab. Sein Wert gibt das Volumen der im Unternehmen für Investitionen und das Begleichen von Verbindlichkeiten vorhandenen liquiden Mittel an. Mit dem KCV kann die Entwicklung der Ertragskraft einer Aktiengesellschaft bewertet werden. Dabei gilt eine Aktie als umso preiswerter, je niedriger ihr KCV ist.

Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV)

Das KGV ist die Kennzahl der Ertragskraft eines Unternehmens. Es wird errechnet, indem man den Aktienkurs durch den Gewinn je Aktie teilt. Hier gilt: Je niedriger die Kennzahl, desto preiswerter ist die Aktie. Ein niedriges KGV wird an der Börse als Einstiegssignal in die Aktie interpretiert. Sie gilt als unterbewertet und hat Aufwärtspotenzial. Liegt das KGV eines Titels hingegen über dem Marktdurchschnitt, kann dies als Ausstiegssignal gewertet werden. Die Aktie gilt als überbewertet, die Wahrscheinlichkeit, dass ihr Kurs fällt, ist hoch. Im Falle korrigierter Gewinnerwartungen kann das KGV zu Fehlinterpretationen führen, da optisch niedrige Kennzahlen die Ertragssituation des Unternehmens nicht mehr richtig wiedergeben.

Die Kennzahl R² baut auf der Korrelation auf. Sie drückt den Prozentsatz der Bewegungen eines Fonds aus, die durch Bewegungen in seinem Referenzindex erklärt werden können. R² ist das Quadrat der Korrelation. Ein R² von 0,7 bedeutet, dass 70,0 Prozent der Entwicklung des Fonds das Ergebnis der Entwicklung des Referenzindex ist bzw. 30,0 Prozent auf die aktive Auswahl von Aktien zurückgeführt werden können. Je deutlicher die Zahl unterhalb von 1 liegt, umso unabhängiger ist der Ertrag des Fonds vom Referenzindex. R² wird genutzt, um die Aussagekraft von Beta zu bestimmen. Je höher das R², desto signifikanter das Beta, weil klar wird, wie sehr dieses auf aktivem FondsManagement basiert. R² hilft also, den Grad sowie die Qualität der FondsManageraktivität einzuordnen.

Sharpe Ratio

Die Sharpe Ratio ist ein Maß für das Gesamtrisiko eines Fonds, da sie die Rendite ins Verhältnis zum absoluten Risiko des Fonds setzt. Die nach dem Nobelpreisträger William Sharpe benannte Kennziffer misst die Überschussrendite eines Fonds pro Risikoeinheit. Dabei wird der Fonds mit dem risikolosen Geldmarkt konfrontiert. Liegt die Sharpe Ratio eines Fonds bei 0,40 und damit im positiven Bereich, ist dies ein Indiz dafür, dass die FondsInvestition rentabler ist als die Platzierung des Kapitals am Geldmarkt. Ein negativer Wert bedeutet: Der Fonds ist schlechter als der Geldmarkt. Zu beachten bei der Interpretation dieser Kennzahl ist, dass sich die Definition eines „risikolosen“ Zinses im Zuge der Finanzkrise massiv gewandelt hat. Streng genommen sind risikolose Investments gar nicht mehr existent.

Tracking Error

Der Tracking Error ist die Kennziffer für die Spurabweichung des Fonds vom Index. Sie misst, wie stark die Positionen und ihre Gewichtung im Portfolio des Fonds prozentual von denen des Index abweichen. Zur Berechnung wird die Standardabweichung der Differenzrendite zwischen dem Fonds und seiner Benchmark ermittelt. Insofern wird der Tracking Error auch als Indikator für aktives Risiko verstanden und dient neben Alpha als Grundlage für die Berechnung der Information Ratio. Je niedriger der Tracking Error, desto stärker orientiert sich der FondsManager am Vergleichsindex. Je höher der Wert ist, desto unabhängiger bewegt sich der FondsManager in seinem Markt.

Value-at-risk (VAR)

Der Begriff bezeichnet ein Risikomaß für die Wahrscheinlichkeit und den Umfang von Verlusten einer bestimmten Risikoposition (z. B. eines Portfolios von Wertpapieren) in einem gegebenen Zeithorizont. Ein VAR von 10 Mio. Euro bei einer Haltedauer von 1 Tag und einer als Konfidenzniveau bezeichneten Eintrittssicherheit von 97,5 Prozent bedeutet, dass der potenzielle Verlust der betrachteten Risikoposition von einem Tag auf den nächsten mit einer Wahrscheinlichkeit von 97,5 Prozent den Betrag von 10 Mio. Euro nicht überschreiten wird. VAR wurde von J.P. Morgan entwickelt und ist heute ein Standardrisikomaß im Finanzsektor.

Autor:

Gerd Bennewirtz ist als geschäftsführender Gründungsgesellschafter der SJB FondsSkyline OHG 1989 Herausgeber speziell auf Privatinvestoren zugeschnittener Newsletter. Die wöchentlich erscheinenden Publikationen können gratis angefordert werden unter FondsEcho@sjb.de oder www.sjb.de.

Gerd Bennewirtz

Gerd Bennewirtz Gerd Wilhelm Bennewirtz, Jahrgang 1962 geboren in Mönchengladbach studierte an der RWTH Aachen Betriebs- wirtschaftslehre. 1989 gründete er mit Volker Schmidt-Jennrich die SJB FondsSkyline OHG 1989 mit Sitz im niederrheinischen Korschenbroich. Sein Schwerpunkt: Die in Deutschland zum Vertrieb zugelassenen offenen Investmentfonds.

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