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SJB FondsPortrait. Deka TeleMedien.

| Quelle: Gerd Bennewirtz | Lesedauer etwa 9 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Es war die Zeit der T-Aktie. Millionen Deutsche machten mit der Neuemission der Aktie der Deutschen Telekom AG ihre ersten Erfahrungen an der Börse, parallel dazu wurden 1996 zahlreiche Aktienfonds mit Fokus auf den Telekommunikationssektor aufgelegt, um das stark gestiegene Anlegerinteresse an diesem Bereich zu befriedigen. Viele dieser Fonds sind mittlerweile wieder vom Markt verschwunden, nicht aber der Deka TeleMedien.

Wie hat sich der mittlerweile über zwei Jahrzehnte alte Aktienfonds für Telekommunikations- und Medienaktien über die Jahre geschlagen, wie sieht die Bilanz des von der Deka Investment GmbH verwalteten FondsProduktes aus? Fakt ist: Wer den Fonds zum richtigen Zeitpunkt in den ersten Monaten nach seiner Auflegung erwarb, konnte sich sehr schnell über einen steilen Kursanstieg freuen. Am 19. November 1996 und damit exakt einen Tag nach dem Börsenstart der Deutschen Telekom-Aktie emittiert, lag der Erstausgabepreis bei 65,00 DEM (33,23 EUR). Alle FondsInvestoren und besonders jüngere Anleger haben richtig gehört: Damals wurden Wertpapiere tatsächlich noch in D-Mark gehandelt, die Umstellung auf Kursnotierungen in Euro fand erst am 01.01.1999 und damit gut zwei Jahre später statt. FondsInvestoren, die direkt nach der Produktplatzierung zugriffen, durften eine rasante Kursrally miterleben: Zum Jahresende 1997 notierte der Deka TeleMedien bei 92,07 DEM (47,08 EUR), Silvester 1998 wurde das Wertpapier mit 125,66 DEM (64,25 EUR) im Depot verbucht. Ganz steil nach oben bewegte sich der Deka TeleMedien zum Ausklang des letzten Jahrtausends: Am 31.12.1999 wurde der Aktienfonds bei 118,89 EUR gehandelt und hatte sich somit binnen Jahresfrist nahezu verdoppelt. Nun dauerte es nicht mehr lange bis zum absoluten Höhepunkt: Am 06.03.2000 markierte der Deka TeleMedien seinen historischen Höchststand bei 142,49 EUR – Investoren der ersten Stunde konnten sich zu diesem Zeitpunkt über mehr als eine Vervierfachung des ursprünglichen FondsPreises freuen. Ein Gewinn von +428,80 Prozent in dreieinhalb Jahren – eine überragende Performanceentwicklung, an die Anleger, die den Deka-Fonds noch weiter im Depot hielten, nie wieder auch nur annähernd herankommen konnten. Denn bald setzte ein steiler Absturz von Telekom- und Technologieaktien ein: Parallel zum Niedergang des „Neuen Marktes“, wo der Nemax 50 als wichtigstes Kursbarometer am 10. März 2000 sein Allzeithoch erreichte, ging es mit den im FondsPortfolio enthaltenen Papieren erst allmählich, dann immer schneller bergab. Zum Jahresende 2004 notierte der Deka TeleMedien bei gerade einmal 35,81 EUR. Die extreme Aufwärtsdynamik der ersten Jahre war verschwunden, zwischenzeitlich rutschte der TeleMedien-Fonds sogar deutlich unter seinen Erstausgabepreis und markierte im Umfeld der Finanzkrise seinen tiefsten Stand bei 22,83 EUR (10.03.2009).

Aktuell bewegt sich der Deka-Fonds für Telekommunikations- und Medienaktien knapp über der 70-EUR-Marke – mehr als eine Verdoppelung des ursprünglichen Preises, immerhin, aber das eben innerhalb von 22 Jahren. Wie ist der Deka TeleMedien aktuell aufgestellt? Der Deka TeleMedienTF EUR Dis (WKN 977192, ISIN DE0009771923) hat sich auf internationale Aktien aus dem Telekommunikations- und Medienbereich spezialisiert und nimmt auch Internetunternehmen ins Portfolio auf. Basiswährung ist der Euro, als Benchmark wird der speziell von MSCI berechnete Deka Telemedia Index in EUR verwendet. Das aktuelle FondsVermögen liegt bei 406,9 Millionen Euro, als FondsManager fungiert die Deka Investment GmbH. Das weit verbreitete Vorurteil, wonach Deka-Fonds generell ihrer Konkurrenz hinterherhinken, trifft in diesem Falle offenbar nicht zu: Die Ratingagentur Morningstar bewertet den Deka TeleMedien mit der Höchstnote von fünf Sternen. Wie sieht die Renditeentwicklung dieses Klassikers unter den Telekommunikations-Fonds im Detail aus?

FondsEntwicklung. Übersichtlich.

In den knapp 22 Jahren seit seiner Auflegung hat der Deka TeleMedien eine Rendite von +4,55 Prozent p.a. in Euro erwirtschaften können (Stand 22.10.2018). Ein langfristig attraktives Renditeergebnis, wobei es unter vergleichsweise starken Schwankungen zustande gekommen ist. In unserem SJB FondsPortrait stellen wir die Kursentwicklung des Deka-Fonds dem deutschen Aktienindex DAX als Vergleichsindex gegenüber. Das Ergebnis der langfristigen Betrachtung seit FondsAuflage: Mit dem wichtigsten Kursbarometer für den deutschen Aktienmarkt und den darin enthaltenen 30 Standardwerten hätten Investoren eine um gut zwei Prozentpunkte höhere Rendite von +6,69 Prozent p.a. auf Eurobasis erzielt. Liegt die Performance des DAX seit November 1996 vor der des Deka TeleMedien-Fonds, so ändert sich dieses Bild beim Wechsel auf das nächste Zeitfenster: Bei einem Betrachtungszeitraum von zehn Jahren liegt der Deka-Fonds mit einer jährlichen Rendite von +11,88 Prozent in Euro vor dem DAX (+9,68 Prozent). Der Performancevorsprung, den die ausgewählten Telekommunikations- und Medienaktien vor deutschen Standardtiteln besitzen, setzt sich auch über die Fünf- und Dreijahresperioden fort: Über fünf Jahre generiert der Deka TeleMedien eine Rendite p.a. von +7,88 Prozent in Euro (DAX +5,92 Prozent), auch über den jüngsten Dreijahreszeitraum liegt das FondsProdukt gegenüber der ausgewählten SJB-Benchmark vorn: Einer jährlichen Rendite von +3,47 Prozent beim Deka TeleMedien steht eine jährliche Wertentwicklung des DAX von +3,17 Prozent auf Eurobasis gegenüber. Der Renditevorsprung des Deka-Fonds gegenüber dem deutschen Aktienmarkt weitet sich im kurzfristigen Zeithorizont nochmals aus: Während der aktiv gemanagte Fonds für Telekom-Aktien über die letzten zwölf Monate ein moderates Minus von -1,20 Prozent verzeichnet, enttäuscht die Kursentwicklung des DAX mit einer Performance von -11,29 Prozent in Euro. Die Quintessenz der Performanceanalyse: Über zehn, fünf und drei Jahre hätten FondsInvestoren mit dem Deka TeleMedien stets die höhere Jahresrendite eingefahren als mit den 30 deutschen Standardaktien aus dem DAX – dasselbe gilt für den jüngsten Einjahreszeitraum. Hier steigt die Mehrrendite des Deka-Fonds, die im langfristigen Bereich rund zwei Prozentpunkte jährlich beträgt, auf über zehn Prozentpunkte massiv an. Allein in der Phase seit FondsAuflegung, die den steilen Anstieg und Kursverfall der Telekomaktien beinhaltet, liegt der Deka TeleMedien performancemäßig hinter dem deutschen Kursbarometer DAX.

Bezieht man auch die Volatilitätswerte in die FondsAnalyse mit ein, so verschiebt sich das positive Gesamtbild noch stärker zugunsten des Deka TeleMedien. Denn der Fonds hat seit Auflegung geringere Schwankungen als der DAX zu verzeichnen und erzielt auch in den Zehn-, Fünf- und Dreijahresperioden seine besseren Performanceergebnisse mit einer niedrigeren Volatilität als die SJB-Benchmark. Seit Auflage liegt die annualisierte Schwankungsbreite des Deka-Produktes bei 20,02 Prozent versus 22,74 Prozent beim DAX, über zehn Jahre steht einer Volatilität des Fonds von 13,79 Prozent eine solche von 19,82 Prozent beim Vergleichsindex gegenüber. Auch im letzten Fünf- und Dreijahreszeitraum schwankte der Deka TeleMedien geringer als der DAX: Einer Volatilität von 11,43 bzw. 10,41 Prozent steht eine jeweils höhere „Vola“ des wichtigsten deutschen Börsenbarometers von 15,35 bzw. 13,06 Prozent gegenüber. Abgerundet wird die erfreulich niedrige Schwankungsintensität des Deka-Produktes durch die Zwölfmonatszahlen: In diesem Zeitraum lagen die Wertschwankungen des Deka TeleMedien mit 7,86 Prozent erheblich niedriger als die des DAX (13,88 Prozent). Insgesamt verfügt der Deka-Fonds über ein rundherum überzeugendes Rendite-Risiko-Profil: Die in der großen Mehrheit der Betrachtungszeiträume erzielte Mehrrendite wird durch eine durchweg niedrigere Volatilität perfekt ergänzt.

FondsStrategie. Entschlüsselt.

Der Deka TeleMedien strebt einen mittel- bis langfristigen Kapitalzuwachs an und investiert hierzu in Aktien von Unternehmen, die ihre Umsatzerlöse bzw. ihr Jahresergebnis überwiegend im Telekommunikations- und/oder Medienbereich erzielen. Auch Internetunternehmen gehören zum Anlageuniversum des Fonds, der nach einem aktiven Investmentansatz gemanagt wird. Das FondsManagement sucht sich seine Anlageziele an den Börsen weltweit und erzielt so eine breite Risikostreuung, wobei zugleich auf die Zusammenstellung eines Portfolios mit hohem Wachstumspotenzial geachtet wird. Favorisiert werden Unternehmen aus einem dynamischen Umfeld mit hoher Innovationskraft, die nach Auffassung der FondsManager überdurchschnittliche Kurschancen aufweisen.

Wie stellt sich die geographische Allokation des FondsPortfolios dar? Die Aktien des Deka TeleMedien sind schwerpunktmäßig in den USA beheimatet (41,5 Prozent). Den zweiten Platz in der Ländergewichtung des Fonds belegt Japan mit 14,8 Prozent, während 8,4 Prozent des FondsVolumens aus Großbritannien stammen. Deutschlands Telekom- und Medienwerte sind mit einer Gewichtung von 7,3 Prozent in dem Deka-Fonds vertreten. Im Mittelfeld der geographischen Struktur liegen China (5,4 Prozent), Frankreich (4,3 Prozent) sowie Südafrika (3,8 Prozent). Unternehmen aus Spanien (2,4 Prozent) und Hongkong (2,0 Prozent) runden das Länderportfolio ab. In der Sektorenallokation des TeleMedien-Fonds sind Medienwerte mit 35,0 Prozent Portfolioanteil führend. Den zweiten Platz in der Branchenstruktur nehmen diverse Telefondienste mit 25,7 Prozent ein, knapp gefolgt von drahtlosen Telekomdiensten mit 25,1 Prozent. Der Bereich Internet-Software und -dienste repräsentiert 10,1 Prozent im Portfolio des Fonds, während es der Gebrauchsgüter-Sektor auf einen Anteil von 1,1 Prozent am FondsVermögen bringt. Als Beimischung fungieren kleinere Bestände im Bereich Internet- und Katalogversand (0,4 Prozent), IT-Beratung (0,3 Prozent) sowie Bau- und Ingenieurswesen (0,2 Prozent), welche die Portfoliostruktur abrunden.

Wie das Deka-FondsManagement berichtet, entwickelten sich Medienwerte und Telekommunikationstitel zuletzt besser als der breite Markt. Die Sektoren konnten im September zwischen 1,1 und 2,2 Prozent zulegen, wohingegen der MSCI World lediglich ein Plus von 0,6 Prozent verzeichnete (alle Angaben auf USD-Basis). Auf Unternehmensebene vermeldete Comcast, 61 Prozent der Geschäftsanteile an dem Pay-TV-Anbieter Sky gekauft zu haben. Damit konnte das Unternehmen einen jahrelangen Bieterwettkampf gegen 21st Century Fox für sich entscheiden – die Investition war insgesamt 33 Milliarden Euro schwer. Nach Abschluss der Transaktion wird Comcast seine weltweite Kundenbasis auf 53 Millionen erhöhen können. Beide Medienunternehmen, sowohl die Comcast Corp. als auch 21st Century Fox, finden sich unter den Top 10-Werten im Portfolio des Deka TeleMedien. Auf Platz eins der Top-Holdings befindet sich die japanische Softbank Group, auch der US-Unterhaltungskonzern Walt Disney sowie der chinesische Telekomanbieter China Mobile sind unter den zehn größten Einzelpositionen lokalisiert. Ins Portfolio neu aufgenommen wurde zuletzt der chinesische Internetkonzern Baidu. Da das Deka-FondsManagement eine verbesserte Monetarisierung des steigenden mobilen Datenkonsums im Telekommunikationsbereich erwartet, werden in Europa Unternehmen wie Vodafone, der finnische Anbieter DNA sowie die Deutsche Telekom favorisiert. Im Handelsmonat September profitierte der Fonds von seinen Engagements bei T-Mobile US und Sony, während sich die Zurückhaltung gegenüber dem amerikanischen Satellitenradio-Anbieter Sirius XM ebenfalls positiv auf die Performance auswirkte.

SJB Fazit. Deka TeleMedien.

Als auf den Telekom- und Medienbereich fokussierter Fonds, der über zehn, fünf und drei Jahre den deutschen Aktienindex DAX mit seiner Performance schlägt, kann der Deka TeleMedien problemlos mit anderen Technologiefonds hoher Qualität mithalten. Positiv hervorzuheben ist zudem die geringere Schwankungsbreite, mit der der Fonds seine langfristige Mehrrendite erzielt. Ansonsten liefert die Historie des Deka TeleMedien ein Lehrstück über die mangelnde Bedeutung, die die Dimension „Zeit“ an der Börse besitzt: Innerhalb von drei Jahren konnten Investoren ihr Geld mehr als vervierfachen, wer aber 22 Jahre investiert blieb, erreichte nie wieder die alten Höchststände. Die Quintessenz: In der aktuellen Börsenphase, wo zahlreiche Technologiefonds über immense Buchgewinne in ihren Portfolios verfügen, sollte man ruhig einmal über Gewinnmitnahmen nachdenken. Ansonsten könnten sich ähnlich schöne Gewinne, wie sie der Deka TeleMedien in seinen Anfangsjahren verzeichnete, schnell wieder in Luft auflösen.

Autor:

Gerd Bennewirtz ist als geschäftsführender Gründungsgesellschafter der SJB FondsSkyline OHG 1989 Herausgeber speziell auf Privatinvestoren zugeschnittener Newsletter. Die wöchentlich erscheinenden Publikationen können gratis angefordert werden unter FondsEcho@sjb.de oder www.sjb.de.

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Gerd Bennewirtz

Gerd Bennewirtz Gerd Wilhelm Bennewirtz, Jahrgang 1962 geboren in Mönchengladbach studierte an der RWTH Aachen Betriebs- wirtschaftslehre. 1989 gründete er mit Volker Schmidt-Jennrich die SJB FondsSkyline OHG 1989 mit Sitz im niederrheinischen Korschenbroich. Sein Schwerpunkt: Die in Deutschland zum Vertrieb zugelassenen offenen Investmentfonds.

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