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So sehr profitiert Airbus vom Boeing-Debakel

| Quelle: finanztreff | Lesedauer etwa 3 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Die nach zwei Abstürzen mit Flugverboten belegte Baureihe 737 Max vermasselt dem amerikanischen Flugzeug-Riesen Boeing weiter die Geschäfte. Der europäische Erzrivale Airbus macht derweil ordentlich Boden gut und dürfte 2019 erstmals seit acht Jahren mehr Flugzeuge an die Kundschaft bringen als der US-Konzern. Damit geht der Titel weltgrößter Flugzeugbauer nun an Airbus.

Boeing wurde im zweiten Quartal insgesamt lediglich 90 Maschinen los - 54 Prozent weniger als im entsprechenden Vorjahreszeitraum. Die Auslieferungen der 737-Serie brachen von 137 auf 24 Stück ein. Das geht aus den gerade veröffentlichten Auslieferungszahlen des Unternehmens hervor. Die Unglücksflieger vom Typ 737 Max kann Boeing nicht mehr ausliefern, seit im März weltweit Startverbote verhängt wurden. Bei den zuletzt zugestellten Fliegern handelt es sich um ältere 737-Modelle. 

Bestellung zurück gezogen

Nach zwei Abstürzen baugleicher Flugzeuge in Indonesien und Äthiopien, bei denen innerhalb weniger Monate insgesamt 346 Menschen starben, wurde Boeings 737-Max-Serie vorerst aus dem Verkehr gezogen. Bis zur weiteren Klärung der Unfallursachen und zur Behebung von Software-Problemen ist unklar, wie es weitergeht. Am Montag wurde bekannt, dass Boeing wegen des 737-Debakels den ersten Kunden an den europäischen Rivalen Airbus verloren hat.

Boeing ist mit Klagen und Ermittlungen konfrontiert. Der Konzern steht im Verdacht, die Flugzeuge wegen hohen Konkurrenzdrucks überstürzt auf den Markt gebracht und die Sicherheit vernachlässigt zu haben. Erste Untersuchungsberichte deuteten auf einen Software-Fehler als entscheidende Absturzursache hin.

Airbus plus - Boeing minus

Die Probleme der Amerikaner könnte Airbus nutzen, um Boeing erstmals seit Jahren wieder als Branchenführer zu überholen. Die Europäer sind auf gutem Kurs: In den ersten sechs Monaten 2019 verbuchte Airbus im Jahresvergleich nach eigenen Angaben bereits ein Auslieferungsplus von 28 Prozent auf 389 Maschinen. Boeings Halbjahresbilanz weist hingegen einen Rückgang um 37 Prozent auf 239 Flugzeuge aus.

Am Aktienmarkt macht sich der Führungswechsel ebenfalls bemerkbar: Die Boeing-Aktie +0,59% war seit ihrem Hoch Anfang März bei 446 Dollar bis auf 331 Dollar abgerutscht. Am Dienstag schloss sie bei 353,09 Dollar. Die Airbus-Aktie +0,54% hingegen legte im gleichen Zeitraum von 114 Euro auf ein neues Rekordhoch bei 126 Euro zu (siehe Charts unten). Am Mittwoch-Vormittag zeigten sich beide Werte im deutschen Handel mit steigenden Notierungen.

Schon 2018 hatte Boeing seine Rolle als weltgrößter Flugzeugbauer nur noch knapp verteidigen können. Der US-Konzern lieferte insgesamt 806 Verkehrsflugzeuge aus. Airbus kam auf 800 Maschinen. Boeing verfehlte dabei das selbst gesetzte Ziel, 810 bis 815 Flugzeuge an seine Kunden zu übergeben. Während die Amerikaner sich im Vergleich zu 2017 um über 40 Maschinen steigerten, legte Airbus um gut 80 Jets zu.

Mit Material von dpa-AFX

Sechs-Monats-Chart Airbus (in Euro, Xetra)
Sechs-Monats-Chart Boeing (in US-Dollar, NYSE; Stand: 09.07.19)
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