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Sportwettsteuer-Einnahmen des Staates erheblich gestiegen!

| Quelle: FIN

Wie der Staat an der Wettbranche mitverdient

23,7 Milliarden Euro – so groß fiel der Überschuss aus, den Bund, Länder und Gemeinden im Jahr 2016 erwirtschaftet haben. Zu diesem Überschuss hat offenbar auch die Wettsteuer beigetragen, wie auf einem Bericht des Deutschen Sportwettenverbandes (DSWV) hervorgeht. Demnach konnte der Fiskus mit insgesamt 307 Millionen Euro rund 28% mehr einnehmen als noch im Jahr 2015. Doch ging es dabei nur um Sondereffekte oder wächst die Branche tatsächlich so rasant?

Bild: Sportwetten werden heute immer beliebter, Quelle: Kaspars Grinvalds – 435123499 / Shutterstock.com

Dass Sportwetten schon längst nicht mehr in irgendwelchen Hinterzimmern stattfinden, sondern zu einer richtig großen Branche geworden sind, dürfte schon längst kein Geheimnis mehr sein. Der DSWV rechnete für das Jahr 2016 die Steuereinnahmen hoch und kam zu dem Ergebnis, dass in dem Jahr hierzulande Wetteinsätze von ca. 6,13 Milliarden Euro platziert wurden.

Wie wichtig ist die Wettsteuer für den Staat?

Mit ca. 307 Millionen Euro ist die Steuer auf Sportwetten zwar durchaus nennenswert, gehört aber definitiv zu den kleinsten Einzelposten. Die Ländersteuern machten im Jahr 2016 insgesamt ca. 22,3 Milliarden Euro aus. Die größten Posten bildeten dabei:

Steuer

Aufkommen im Jahr 2016

Grunderwerbsteuer

12,4 Milliarden Euro

Erbschaftssteuer

7 Milliarden Euro

Lotteriesteuer

1,5 Milliarden Euro

Biersteuer

678 Millionen Euro

Feuerschutzsteuer

442 Millionen Euro

Sportwettsteuer

307 Millionen Euro

Tabelle 1: Aufkommen verschiedener Ländersteuern

 

Sollte das Wachstum des Steueraufkommens aus der Sportwettsteuer sich in den nächsten Jahren weiter steigern, könnte sie zu einer richtig lukrativen Einnahmequelle des Staates werden.

Wie ist die Steuer auf Sportwetten konzipiert?

In Deutschland beträgt die Steuer auf Sportwetten nach §17 des Rennwett- und Lotteriegesetzes (RennwLottG) 5% vom Nennwert des Spieleinsatzes. Die weitaus interessantere Frage ist dabei jedoch, wann eine Wette im Sinne des Gesetzes abgeschlossen wird. In §17 Abs. 2 RennwLottG ist jedoch auch dies beantwortet:

  • Die Sportwette wird im Inland veranstaltet oder
  • Der Spieler hat beim Abschluss des Wettvertrags seinen Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthaltsort im Geltungsbereich des Gesetzes.

Für nicht natürliche Personen (Kapitalgesellschaften) gilt dabei, dass die Geschäftsleitung oder der Sitz des Unternehmens sich im Geltungsbereich des Gesetzes befinden müssen.

Ausnahme: Sollte sich der Spieler außerhalb von Deutschland befinden und die erforderlichen Schritte zum Wettvertrag in einem anderen Land vornehmen, wird keine Sportwettsteuer erhoben.

Könnte sich die Sportwettsteuer noch weiter positiv entwickeln?

Grundsätzlich lässt sich festhalten, dass das Aufkommen im Bereich der Sportwetten in den letzten Jahren angestiegen ist. Dies mag vor allem daran liegen, dass Sportwetten mittlerweile ganz bequem online abgeschlossen werden können. Seit das staatliche Glücksspiel-Monopol gefallen ist, konnten sich viele Anbieter auch in Deutschland etablieren. Aus dem gesteigerten Wettbewerb heraus haben sich natürlich auch die Bedingungen für die Spieler verbessert. Die Wettquoten gestalten sich heute auf dem Markt deutlich besser und es lassen sich auf mehr sportliche Ereignisse Wetten platzieren. Ein höheres Aufkommen bedeutet letztlich natürlich, dass auch die Wettsteuer größere Einnahmen für den Fiskus mit sich bringt. Doch trotzdem lässt sich das Ergebnis von 2016 nicht verallgemeinern, denn es gab auch einige Sondereffekte:

  1. 2016 war ein Jahr sportlicher Großveranstaltungen

Mit der Fußball-EM 2016 konnte sich die Branche schon vorher auf ein deutlich erhöhtes Wettaufkommen freuen. Eine alte Faustregel besagt, dass in Jahren mit sportlichen Großveranstaltungen das Wettaufkommen ca. doppelt so hoch ausfällt wie in den Zwischenjahren. Da 2016 zudem auch noch die olympischen Sommerspiele stattfanden, dürfte das natürliche Branchenwachstum hier also erheblich verzerrt dargestellt worden sein.

  1. Sportwetten-Anbieter aus der EU haben Zugang zum deutschen Markt

In Deutschland herrscht nach wie vor Chaos in Sachen Lizensierung von Wettanbietern. Nachdem das bisherige Lizensierungsverfahren gescheitert war, hat der Europäische Gerichtshof (EuGH) im Februar 2016 in einem Urteil (AZ.: C—36/14) bestimmt, dass deutsche Behörden Wettanbieter aus anderen EU-Ländern aktuell nicht davon abhalten dürfen, ihr Sportwetten-Angebot zu präsentieren. Momentan findet also keinerlei Regulierung statt, was die Zahl der Anbieter stark erhöht hat. Da die Anbieter jedoch Wettsteuer entrichten müssen, ist das Aufkommen entsprechend erhöht. Sollte also künftig eine entsprechende Regulierung stattfinden, könnte sich dies wieder ändern.

Wie sieht die Zukunft der Sportwetten in Deutschland aus?

Die Zukunft der Wettbranche in Deutschland wird maßgeblich vom zweiten Glücksspieländerungsstaatsvertrag abhängen, der Anfang 2017 vom Abgeordnetenhaus in Berlin veröffentlicht wurde. Darin werden unter anderem folgende Änderungen für die Lizensierung von Wettanbietern vorgenommen:

  • Aufhebung der Kontingentierung: Im alten Glücksspieländerungsstaatsvertrag sollte die Lizensierung von Wettanbietern im Bereich Sportwetten auf ein Kontingent von 20 Lizenzen beschränkt werden. Da sich deutlich mehr Anbieter anmeldeten, gab es schnell juristische Probleme durch diejenigen, die nicht berücksichtigt wurden. Nun soll die Kontingentierung für eine verlängerte Experimentierphase aufgehoben werden. Ursprünglich war geplant, das staatliche Wettmonopol für 7 Jahre testweise aufzuheben. Dieser Zeitraum wird nun verlängert.
  • Vergabe vorläufiger Lizenzen: Zudem sollen alle Wettanbieter, die sich bereits in der zweiten Stufe des Vergabeverfahrens für eine Konzession befinden, zum 1. Januar 2018 eine vorläufige Lizenz erhalten.

Darüber hinaus soll künftig nicht mehr das Bundesland Hessen für die Konzessionierung der Wettanbieter zuständig sein, sondern die Länder Sachsen-Anhalt und Nordrhein-Westfalen. Wenn die oben genannten rechtlichen Hürden beseitigt werden, könnte die zusätzliche Rechtssicherheit im Bereich der Sportwetten dafür sorgen, dass die Branche einen weiteren Wachstumsschub erhält. Dies käme auch dem Staat in Form höherer Steuereinnahmen zugute. Da zudem im Jahr 2018 wieder eine Fußball-Weltmeisterschaft stattfindet, dürften die Wettumsätze deutlich ansteigen.

Infografik: Wettsteuer und ihre Ausgestaltung

Fazit

Die Tatsache, dass Sportwetten sich in Deutschland einer wachsenden Beliebtheit erfreuen, ist auch für den Fiskus in Deutschland eine gute Nachricht. Das Steueraufkommen steigt stetig und konnte 2016 um satte 28% zulegen.  Damit nimmt die Steuer auf Sportwetten unter den Ländersteuern zwar immer noch eine untergeordnete Rolle ein, deren Wichtigkeit allerdings steigt. Ob es sich bei der Entwicklung im Jahr 2016 jedoch um tatsächliches organisches Wachstum handelte oder vor allem Einmaleffekte wie die EM 2016 und die Olympischen Spiele „schuld“ sind, muss sich erst noch zeigen. Man darf gespannt sein, wie die Branche sich 2017 entwickelt. Somit sollten Anleger vor einem Investment genau hinschauen.

 

Quelle: Kaspars Grinvalds – 435123499 / Shutterstock.com

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