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Stahlbaron Mittal kann Trumps Protektionismus 'nachvollziehen'

| Quelle: dpa-AFX (SW) | Lesedauer etwa 2 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen
DÜSSELDORF (dpa-AFX) - Der Chef und Hauptaktionär des weltgrößten Stahlkonzerns Arcelor-Mittal, Lakshmi Mittal, hat Verständnis für die protektionistischen Maßnahmen von US-Präsident Donald Trump geäußert. "Wenn das Ziel lautet, der heimischen Industrie zu Wachstum zu verhelfen und amerikanische Champions zu formen, dann sind solche Maßnahmen zumindest vorübergehend sinnvoll. Insofern kann ich nachvollziehen, was Donald Trump macht", sagte der Unternehmer im Gespräch mit der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (Mittwoch).

Auch Europa sollte nach seiner Einschätzung Importzölle zum Schutz der eigenen Wirtschaft nutzen, solange es keine vergleichbaren Wettbewerbsbedingungen für Importe aus anderen Ländern gebe. "Meine Befürchtung ist, dass viele europäische Industriebranchen nicht überleben werden, wenn wir nicht die Schaffung europäischer Champions unterstützen", sagte er.

Mittal warnte ausdrücklich vor einer Lockerung des Zollschutzes für die Stahlindustrie im Juli, wie sie von der EU-Kommission erwogen werde. Es seien im Gegenteil weitere Schutzmaßnahmen notwendig. Denn wegen der Zollmauern in Amerika wichen Produktionsländer, die bisher stark dorthin exportiert hätten, auf den vergleichsweise offenen europäischen Markt aus. "Wir haben eine Stahlschwemme", betonte der Unternehmer. Seit 2017 seien die Einfuhren in die EU um 30 bis 40 Prozent gestiegen.

In Deutschland musste der Stahlriese erst kürzlich die Produktion in den Stahlwerken in Bremen und Eisenhüttenstadt drosseln. Auch an anderen europäischen Standorten wurde die Produktion zurückgefahren - insgesamt um 4 bis 4,5 Millionen Tonnen. Das entspricht rund 9 Prozent der europäischen Stahlproduktion des Konzerns. Arcelor-Mittal führe derzeit Gespräche mit den Gewerkschaften über Kurzarbeit und werde sich voraussichtlich von Leiharbeitern trennen, sagte Mittal. Der Schlüssel, um das Problem der weltweiten Überkapazitäten im Stahlbereich zu lösen, liege aber ganz klar in China./rea/DP/jha


Quelle: dpa-AFX
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