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Stimmiger neuer Ansatz für europäische Turnaround-Aktien

| Quelle: INV | Lesedauer etwa 3 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Die Anlagewelt wird zunehmend von Passiv-Investments dominiert. Zum großen Teil handelt es sich dabei um einfache Indizes, bei denen die enthaltenen Aktien schlicht und banal nach Unternehmensgröße (bzw. dem Marktwert der handelbaren Anteile) zusammengestellt werden. Vielfach fahren Anleger damit auch tatsächlich ganz gut. Trotzdem kann es Sinn machen, ab und an – oder mit Teilen des Anlagegeldes – auch abweichende Strategien abzubilden. Etwa solche auf besonders dividendenstarke Aktien, wie beispielsweise die gestern an dieser Stelle weiterverfolgte Auswahlstrategie über das LBBW-Scoring-Modell. Solche Dividendenansätze liefern im Idealfall ein bisschen Stabilität, wenn es an den Aktienmärkten mal wieder etwas ruppiger wird. Denn, so die Annahme und Hoffnung, in solchen Fällen büßen Aktien mit hohen Ausschüttungen weniger stark ein, als der breite Markt.

Ein anderer durchaus interessanter Ansatz ist die gezielte Auswahl von Unternehmen, deren Aktien von den Investoren aus unterschiedlichen Gründen zuletzt vernachlässigt wurden. Etwa weil sie gerade eine schwere unternehmensspezifische Krise durchlaufen haben oder weil die Branche in der sie tätig sind durch externe Gründe in schweres Fahrwasser geraten ist.

Ob und wann eine solche Krise zu Ende geht, ist oft schwer prognostizierbar, bietet dann aber unter Umständen erhebliches Erholungspotenzial. Mit den gängigen Indexkonzepten können solche Aufhol-Effekte allerdings kaum genutzt werden. Denn aufgrund der prozyklischen Ansätze von reinen Marktkapitalisierungs-Indizes wie dem Dax und den meisten anderen großen Marktbarometern werden Aktien ja immer erst dann höher gewichtet, wenn sie schon (wieder) gestiegen sind. Anders ausgedrückt: Der Käufer eines DAX-ETF nimmt am Ende einer Erholungsrallye denjenigen freundlicherweise die Aktien ab, die den Mut hatten frühzeitig auf ein Wiedererstarken von sogenannten gefallenen Engeln zu setzen.

Vor diesem Hintergrund verdient ein gerade von der Deutschen Bank neu aufgelegtes Indexzertifikat auf den „Bernecker Europa Turnaround“-Index in jedem Fall Beachtung. Der Index basiert auf einem mit festen Kriterien erstellten Auswahlverfahren, das zusammen mit den Börsenbrief-Autoren („Actien-Börse“) ersonnen und vom Indexbetreiber Solactive umgesetzt wird. Kandidaten für diesen Index sind (wieder) profitabel, befinden sich aber (noch) in einer Umbruchsituation.

Das Auswahlverfahren weist einige interessante Grundvoraussetzungen auf. So werden Unternehmen gemieden, die im letzten Geschäftsbericht ein negatives Eigenkapital ausgewiesen aber oder bei denen die Ergebnisprognose noch immer negativ ist. Bemerkenswerter sind aber einige performance-bezogene Auswahlkriterien. So werden keine Unternehmen aufgenommen, deren Aktie in den letzten fünf Jahren bereits um mehr als 40 Prozent zugelegt hat. Solche haben ihren „turnaround“ möglicherweise schon hinter sich und haben damit eventuell nur noch eingeschränktes Potenzial. Ebenfalls ausgeschlossen sind zudem Aktien, deren Schlusskurs weniger als 30 Prozent über dem 5-Jahres-Tief liegt. Dies soll vermutlich sicherstellen, dass die Erholungsbewegung bereits ein bestimmte „Reife“ erreicht hat und es sich nicht um ein kurzfristiges Strohfeuer handelt.

Kurzum: Das Konzept klingt reizvoll und durchdacht. Auch die Umsetzung im Indexzertifikat ist nicht zu beanstanden. Etwaige Dividenden werden nach Abzug der fälligen Steuern re-investiert und die Zusammensetzung wird im Monatsrhythmus überprüft, wobei auch die Gleichgewichtung der enthaltenen Aktien wieder hergestellt wird. Im Gegenzug werden Gebühren von 1,5 Prozent pro Jahr erhoben, die also durch eine entsprechende erfolgreiche Wertentwicklung gerechtfertigt werden müssen. Ob dies gelingt wird sich zeigen. Das Zertifikat ist aber mindestens ein Kandidat für die persönliche Watchlist, wobei aber gerade im aktuellen Umfeld mit allgemein schon stark  gestiegenen Kursen auch ein Einstiegs-Investment bei solchen Nachzüglern erwogen werden kann (DS1BET).

Ralf Andreß

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Investmentecke Ralf Andreß gehört zu den erfahrensten Zertifikate-journalisten Deutschlands. Als freier Autor berichtet er seit mehr als 20 Jahren über strukturierte Produkte und initiierte bereits 1999 die mehrmals jährlich in "Die Welt" und "Welt am Sonntag" erscheinenden Fachreports zu Derivaten und Zertifikaten. Seit 2004 schreibt er auf Finanztreff.de für die tägliche Börsenkolumne "Investmentecke". Zudem ist er seit 2006 Chefredakteur des von ihm mit ins Leben gerufenen Fachmagazins "Der Zertifikateberater". 2008 wurde er beim erstmals vergebenen Journalistenpreis für die Berichterstattung über Zertifikate vom DDV zum "Journalist des Jahres" gekürt und wurde seither insgesamt vier Mal geehrt. Zuletzt im Jahr 2017 in dem er gemeinsam mit Daniela Helemann den Hauptpreis als „Journalist des Jahres“ erhielt.

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