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Streichung der RWE-Dividende – Das sind die Folgen

| Quelle: INV

Viele Anleger werden sich gestern verwundert die Augen gerieben haben. Obwohl sich die Aktienmärkte extrem freundlich präsentierten und der Dax deutlich zulegen konnte, verlor die Aktie von RWE mal wieder zweistellig an Wert. Zum Handelsschluss lag der Versorger nur knapp über seinem Tagestief mit fast 13 Prozent im Minus. Die in den Wochen zuvor mühsam erwirtschafteten Kursgewinne wurden komplett ausradiert und der Verlust auf Jahressicht ist mittlerweile auf fast 60 Prozent angewachsen. Die noch viel schlimmer aussehende Langfristbilanz sparen wir uns an dieser Stelle. Ein kurzer Blick auf den 3- oder 10-Jahreschart reicht aus.

Der aktuelle Kursrutsch wurde diesmal von RWE selbst verursacht. Die angekündigte Streichung der Dividende für die im Dax gelisteten Stammaktien sorgte am Markt für blankes Entsetzen. Vor allem die Großaktionäre reagieren empört aufgrund der mit einem Schlag wegbrechenden Einnahmen. Im Vorfeld war aufgrund der anhaltenden Krise des Unternehmens zwar mit einer Reduzierung der Ausschüttung gerechnet worden. Da RWE aber unverändert Gewinne erzielt, ging von einer Nullrunde bis gestern Morgen kaum jemand aus.

Viele Marktteilnehmer sorgen sich nun, dass auch die letzten Anhänger des Unternehmens das sinkende Schiff verlassen und die Aktien verkaufen könnten. Dazu könnten auch die zahlreichen „Dividendenfonds“ zählen. Schließlich war die bislang recht üppige Dividendenrendite eines der letzten Argumente für eine Investment in RWE. Kurzfristig dürfte der Druck auf den Aktienkurs daher anhalten, zumal morgen der „kleine Verfallstag“ an der Eurex ansteht und viele der hier agierenden Optionshändler auf dem falschen Fuß erwischt wurden. Hier wird es also diverse Schieflagen geben, die erst einmal bereinigt werden müssen. Die negativen Auswirkungen könnten noch bis Montagmorgen zu spüren sein. Im Anschluss dürfte es dann zu einer technischen Gegenbewegung kommen. Spekulative Anleger sollten die Entwicklung der Aktie in den kommenden Tagen daher genau im Blick haben, um die sich bietenden Intraday-Chancen (Short wie Long) aktiv nutzen zu können.

Für nicht ganz so kurzfristig agierende Anleger hingegen stellt sich zum wiederholten Male die Frage, „ob es das jetzt endlich gewesen ist“. Nicht selten bedeutet ein solcher Ausverkauf ja das Ende eines Crashs, weil die Nachrichtenlage vermeintlich kaum noch schlechter werden kann. Auf der anderen Seite fällt es natürlich schwer, in ein kriselndes Unternehmen zu investieren, in dem sich der Vorstand jetzt auch noch mit dem verärgerten (weil vorab nicht informierten) Aufsichtsrat und den Kommunen auseinandersetzen darf. Hinzu kommen die weiterhin sinkenden Strompreise und die Frage nach der Konzernhaftung für die Entsorgung des Atommülls. Wobei die Analysten der WGZ Bank hier bei den Verhandlungen mit der Politik bereits auf ein „ausgewogenen Ergebnis“ setzen, woraufhin die Aktie deutlich anziehen sollte. Überhaupt zeigen sich die Banken vergleichsweise zuversichtlich für die weitere Kursentwicklung. Zwar hat der eine oder andere Analyst sein Kursziel leicht reduziert. Im Schnitt wird der faire Wert aber bei 11 bis 12 Euro angesetzt, was immer noch über der aktuellen Notierung der Aktie liegt. Großer Hoffnungsträger ist vor allem die laufende Umstrukturierung des Konzerns, die bis zum Jahresende u.a. einen Börsengang des Zukunftsgeschäfts mit erneuerbaren Energien vorsieht.

Mit Blick auf die unsichere Zukunft könnten Discounter auf die Aktie aber womöglich die bessere oder stressfreiere Alternative sein. Bei einem Cap von zum Beispiel 6,50 Euro erhalten Anleger auf Jahressicht einen Risikopuffer von 37 Prozent und eine Renditechance von rund 7 Prozent, was doch irgendwie ganz reizvoll klingt und im Falle kurzfristig weiter sinkender Kurse (siehe oben) bei den Gewinnchancen sogar noch besser würde. Hier hat die Streichung der Ausschüttung an die Aktionäre sogar etwas Gutes. Einen Dividendenabschlag müssen Investoren nun nämlich nicht mehr befürchten, weshalb der Puffer tatsächlich „echt“ ist (WKN: DG0E5R).

Thomas Koch

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Investmentecke

Investmentecke Ralf Andreß gehört zu den erfahrensten Zertifikate-journalisten Deutschlands. Als freier Autor berichtet er seit mehr als 20 Jahren über strukturierte Produkte und initiierte bereits 1999 die mehrmals jährlich in "Die Welt" und "Welt am Sonntag" erscheinenden Fachreports zu Derivaten und Zertifikaten. Seit 2004 schreibt er auf Finanztreff.de für die tägliche Börsenkolumne "Investmentecke". Zudem ist er seit 2006 Chefredakteur des von ihm mit ins Leben gerufenen Fachmagazins "Der Zertifikateberater". 2008 wurde er beim erstmals vergebenen Journalistenpreis für die Berichterstattung über Zertifikate vom DDV zum "Journalist des Jahres" gekürt und wurde seither insgesamt vier Mal geehrt. Zuletzt im Jahr 2017 in dem er gemeinsam mit Daniela Helemann den Hauptpreis als „Journalist des Jahres“ erhielt.

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