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Streiks und lange Wartezeiten: Luftverkehr bleibt anfällig

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Quelle: dpa-AFX

Von Christian Ebner und Anna Ringle, dpa

Den ersten Härtetest in diesem Jahr hat der Flugverkehr an vielen Orten bestanden. Doch Streiks und fehlende Lotsen werden die Geduld der Passagiere auch über Ostern hinaus auf harte Proben stellen.

Frankfurt/Berlin (dpa) - Der europäische Flugverkehr bleibt anfällig. Nach einem mit wenigen Ausnahmen geglückten Start in die Osterreisezeit drohen nun Streiks in Spanien, dem liebsten Urlaubsland der Deutschen.

Auch mittelfristig sind die Aussichten auf pünktlichere Flüge weiterhin gering, wie die Deutsche Flugsicherung am Montag klarmachte. Sie müht sich gemeinsam mit den Flughäfen und den Fluggesellschaften um Verbesserungen des Betriebs.

Einen zumindest beschwerlichen Start in die Osterferien erlebten viele Berliner am Flughafen Tegel. Am Wochenende beschwerten sich Nutzer beispielsweise auf dem Kurznachrichtenkanal Twitter über stundenlange Wartezeiten in den engen Terminals. Auch am Montag bildeten sich sehr lange Schlangen vor den Check-in-Schaltern, die Flughafengesellschaft mochte aber keine strukturellen Probleme im Betrieb erkennen.

In Spanien weiteten sich die Streiks in verschiedenen Verkehrsbetrieben aus. Nachdem das Sicherheitspersonal des Airports der spanischen Hauptstadt Madrid bereits am Freitag in einen unbefristeten Streik getreten war, legten am Montag auch die Mitarbeiter der Regionalfluggesellschaft Air Nostrum landesweit die Arbeit nieder. Zunächst wurden 148 Flüge bis zum Mittwoch gestrichen. An den Ostertagen könnte es in ganz Spanien zu einem Verkehrschaos kommen, weil Gewerkschaften das Bodenpersonal an allen spanischen Flughäfen sowie die Lokführer der Bahngesellschaft Renfe ebenfalls zu Streiks aufgerufen haben.

Da an Ostern die Sommersaison beginnt und bei deutschen Reisenden vor allem die Sonnenziele rund um das Mittelmeer (darunter vor allem Mallorca) sowie Städtetrips etwa nach Madrid und Barcelona besonders beliebt sind, müssen wohl auch Zehntausende Deutsche in ihrem Oster-Urlaub mit Problemen rechnen.

Die Deutsche Flugsicherung erwartet noch über Jahre hinweg Engpässe im europäischen und speziell auch im oberen deutschen Luftraum. Die bereits 2018 begonnenen Verlagerungen von Flügen in den unteren Luftraum und um Zentraleuropa herum werden der bundeseigenen GmbH zufolge intensiviert: Rund 1100 von bis zu 38.000 täglichen Europaflügen können so auf Weisung von Eurocontrol aus den besonders engen Sektoren herausgehalten werden. «Damit ist dieses Instrument aber auch weitgehend erschöpft», sagte DFS-Betriebsgeschäftsführer Robert Schickling in Frankfurt.

Der von der Flugsicherung verursachte Verspätungswert pro Flug könne sich der Prognose zufolge im deutschen Luftraum von zuletzt 1,23 Minuten auf 2,6 Minuten verdoppeln, erklärte der Manager. Ohne die Verlagerung würden es in Deutschland sogar 6 Minuten werden, in Europa rund 4 Minuten.

Nach Schicklings Angaben fehlen der DFS derzeit rund 200 von 1800 benötigten Lotsen. Viele Kräfte seien im Moment auch in die zuletzt intensivierte Ausbildung neuer Lotsen eingebunden. Erst 2020 sei hier unter dem Strich eine personelle Entlastung zu erwarten. «2019 wird ein sehr schwieriges Jahr», sagte Schickling. Die verfehlten Personalplanungen seien Folge der wirtschaftlichen Vorgaben durch die EU-Kommission, die von viel zu niedrigen Flugzahlen ausgegangen sei.

Flugsicherung, Lufthansa sowie der Frankfurter Flughafenbetreiber Fraport stellten noch einmal ihre Maßnahmen zur Vermeidung weiterer Engpässe in diesem Sommer vor. Neben etlichen operativen Maßnahmen sollen insbesondere mehr Personal, zusätzliche Reservemaschinen sowie üppigere Zeitfenster für einen flüssigen Betrieb sorgen. Mitte Juli soll zudem am Terminal 1 ein neues Gebäude fertiggestellt sein, in dem auf sieben Spuren stündlich mindestens 1400 Passagiere und ihr Handgepäck kontrolliert werden können.

In Frankfurt ist die erste Reisewelle nach Einschätzung der Verantwortlichen gut bewältigt worden. Auch die Bundespolizei berichtete von einem großen Engagement der eingesetzten Personen- und Handgepäckkontrolleure. Längere Wartezeiten seien verhindert worden.

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