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Studie bestätigt Vorteile von Familienunternehmen

| Quelle: INV | Lesedauer etwa 3 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Es ist ungemütlich an den Börsen dieser Welt und damit wohl irgendwie noch nicht die richtige Zeit für einen Wiedereinstieg. Vorteil solcher Phasen ist aber, dass es mehr Muße gibt, um sich über die generelle Strategie Gedanken zu machen und sich zu überlegen, wo man sich für die nächste Erholungswelle positionieren möchte.

Einer gerade veröffentlichten Studie der Credit Suisse zu Folge, könnten dies beispielsweise familiengeführte Unternehmen sein. In dem Report „The CS Family 1000“ (kostenfrei abrufbar hier) stellt der „hauseigene Thinktank“ der Bank heraus, dass diese Unternehmen sich sowohl ökonomisch als auch bei der Kursentwicklung seit geraumer Zeit deutlich besser schlagen als Wettbewerber, bei denen die Gründerfamilien keine wesentliche Rolle mehr spielen.

Ein schneller Blick auf die Wertentwicklung offenbart tatsächlich einen imposanten Vorsprung. Demnach haben sich die Gesellschaften bei denen Gründerfamilien mindestens 20 Prozent des Kapitals oder der Stimmrechte dominieren seit 2006 um knapp 150 Prozent verteuert, während die Kontrahenten ohne „Familienunterstützung“ nur auf ein Kursplus von etwa 50 Prozent kommen. Betriebswirtschaftliche Grundlage der deutlichen Outperformance sind ein stärkeres Umsatzwachstum und ein noch stärkeres Ergebniswachstum, weil  die Familienunternehmen der Studie folgend auch profitabler arbeiten und überdurchschnittliche Margen erzielen.

Ein anderer wesentlicher Faktor ist gerade im hier betrachteten Zeitraum von 2006 bis heute, dass die Familienunternehmen die Finanzkrise besser und schneller überstanden haben, was auch darauf zurück zu führen ist, dass sie konservativer bilanzieren und  in der Tendenz eine geringere Verschuldung aufweisen – ein Faktor, der sich in den Jahren nach 2008 besonders positiv bemerkbar gemacht hat.

In der aktuellen Untersuchung ist die Credit Suisse dabei der allgemein verbreiteten These nachgegangen, dass der wichtigste Grund für diese Erfolge darin zu sehen sei, dass die Familienunternehmen bei ihren Geschäftsentscheidungen eine längerfristige Ausrichtung haben, statt den Blick immer nur auf den nächsten Quartalsbericht zu legen. Um es kurz zu machen: Diese These konnte anhand von  vier untersuchten Faktoren bestätigt werden. Neben der Investitionstätigkeit und Ausgaben für Forschung und Entwicklung wurde dabei auch die Ausschüttungspolitik untersucht. Ergebnis: In der Tendenz investieren die Familienunternehmen mehr, sie forschen mehr und sie verballern das vereinnahmte Geld nicht für Kurspflege über Aktienrückkäufe.

All dies klingt durchaus überzeugend. Der spontan aufkeimende Zweifel, ob die Superperformance vielleicht durch ein paar ja zum Teil auch in Familienbesitz befindliche IT-Überflieger verzerrt ist, werden bei genauerer Betrachtung der Studie zerstreut. Denn in der ausgewerteten Grundgesamtheit mit gut 1.000 Unternehmen gehört der IT-Sektor eher zu den kleineren Branchen, obgleich auch das Family-Universum der Credit Suisse nicht ohne die Unterstützung der IT-Giganten auskommen muss: Mit Alphabet, Facebook und Alibaba stellen sie die drei größten Unternehmen. 

Dessen ungeachtet dominieren im globalen Kontext aber Konsum- und Industrie-Titel das Bild, wobei rund die Hälfte der Unternehmen aus der Region Asien-Pazifik stammt. Zweitgrößter Block ist Europa, während die USA – etwas überraschend – mit nur 121 Unternehmen weit abgeschlagen sind. In einer weitergehende Analyse stellt die Studie außerdem fest, dass die Performancevorteile der Familienunternehmen in allen Branchen und in allen Regionen festgestellt werden können, was die Grundannahme zusätzlich stützt.

All dies scheint Grund genug, um die verfügbaren Anlageprodukte mit Fokus auf solchen Familienunternehmen einmal genauer anzusehen, was in den kommenden Tagen an dieser Stelle geschehen soll.

Ralf Andreß

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Investmentecke

Investmentecke Ralf Andreß gehört zu den erfahrensten Zertifikate-journalisten Deutschlands. Als freier Autor berichtet er seit mehr als 20 Jahren über strukturierte Produkte und initiierte bereits 1999 die mehrmals jährlich in "Die Welt" und "Welt am Sonntag" erscheinenden Fachreports zu Derivaten und Zertifikaten. Seit 2004 schreibt er auf Finanztreff.de für die tägliche Börsenkolumne "Investmentecke". Zudem ist er seit 2006 Chefredakteur des von ihm mit ins Leben gerufenen Fachmagazins "Der Zertifikateberater". 2008 wurde er beim erstmals vergebenen Journalistenpreis für die Berichterstattung über Zertifikate vom DDV zum "Journalist des Jahres" gekürt und wurde seither insgesamt vier Mal geehrt. Zuletzt im Jahr 2017 in dem er gemeinsam mit Daniela Helemann den Hauptpreis als „Journalist des Jahres“ erhielt.

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