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Südkorea - Hyundai mit schwacher Gegenwart und starker Zukunft?

| Quelle: INV | Lesedauer etwa 3 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Zum Abschluss des kleinen Ausflugs nach Südkorea geht der Blick  noch einmal auf einen anderen Einzelwert abseits von Samsung und der Technologie-Branche. Denn auch hier hat das vermeintliche „Schwellenland“ Korea einiges zu bieten. Zum Beispiel den nach Anzahl der 2016 verkauften Fahrzeuge weltweit fünftgrößten Autobauer Hyundai, bei dem es aktuell allerdings nicht so richtig läuft.

Schon im vergangenen Jahr musste Hyundai Motor trotz eines Umsatzrekords (umgerechnet rund 75 Mrd. Euro) einen Ergebnisrückgang von 12 Prozent hinnehmen. Und auch 2017 lässt nichts Gutes erwarten. Denn aufgrund des Streits mit China um den Aufbau des amerikanischen Raketenabwehrsystems sind die Absätze in dem weltweit wichtigsten Automarkt zuletzt dramatisch eingebrochen. Die Raketenabwehr soll die Südkoreaner zwar nur vor Angriffen aus dem Norden schützen, wird von China aber dennoch als Bedrohung wahrgenommen und mit vielfältigen Sanktionen beantwortet.

Die aktuelle Lage ist also alles andere als erbaulich, steht aber in deutlichem Gegensatz zu den mehrheitlich ausnehmend positiven Einschätzungen von Analysten. Nach Daten von Reuters wird Hyundai bei 29 von 38 Analysten als „Kauf“ oder als „Outperformer“ eingestuft. Die übrigen sehen in der Aktie bis auf einen einzigen eine Halteposition.

Augenscheinlich geht die Mehrzahl davon aus, dass der trüben Gegenwart eine deutlich positivere Zukunft gegenübersteht. Dies fußt nicht zuletzt auf den Aktivitäten in den Zukunftsfeldern der Elektromobilität und der selbstfahrenden Autos. Mit dem Ioniq bietet Hyundai schon jetzt eine Elektro-Variante mit vernünftiger Reichweite im massentauglichen Preissegment an und will im kommenden Jahr noch einmal nachlegen. Dann soll ein elektrobetriebener Klein-SUV mit einer Reichweite von 390 Kilometern auf den Markt kommen. Eine weitere Neuerung im kommerziellen Geschäft wird der erste 0-Emissions-Bus sein. Hiermit könnte Hyundai von dem angekündigten Umschwenken bei den Vorgaben für öffentliche Institutionen in Korea sein. Der neue Präsident hat angekündigt, das 70 Prozent der Flotte auf öko-freundliche Antriebe umgestellt und Diesel bis 2030 vollständig verbannt werden sollen.

Beim zweiten großen Thema der Autoindustrie – den selbstfahrenden Modellen - profitiert Hyundai derweil von der grundsätzlichen Technologie-Begeisterung in seinem Heimatland, wo mit der „K-City“ gerade die weltgrößte Testumgebung für selbstfahrende Autos aufgebaut wird. Das Areal mit rund 360.000 Quadratmetern soll in Teilbereichen bereits im Oktober dieses Jahres eröffnet werden und im kommenden Jahr fertiggestellt sein.

Anders als Deutschland, wo der Diesel immer noch hoch gehalten und steuerlich gefördert wird, scheinen die Verantwortlichen in Südkorea die Zeichen der Zeit erkannt zu haben und Hyundai könnte bei den beiden nächsten großen Wellen wieder vorne mitschwimmen. Der Ioniq kann schon einiges alleine und mittlerweile arbeitet Hyundai in dem Segment der Selbstfahrer auch mit Samsung zusammen, was kein Nachteil sein muss.

Gepaart mit der allgemeinen Aufbruchsstimmung unter der neuen Regierung, den Hoffnungen auf anlegerfreundliche Reformen bei den Unternehmensstrukturen (was auch für Hyundai gilt) und einer moderaten Bewertung (KGV 7) könnte die Aktie damit zumindest mittel- oder langfristig durchaus wieder reizvoll sein oder werden. Voraussetzung für eine deutliche Erholung der Ergebnisse dürfte aber dennoch eine Entspannung in der Auseinandersetzung mit China sein. Ohne diesen Markt geht es wohl nicht.

Ralf Andreß

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Investmentecke Ralf Andreß gehört zu den erfahrensten Zertifikate-journalisten Deutschlands. Als freier Autor berichtet er seit mehr als 20 Jahren über strukturierte Produkte und initiierte bereits 1999 die mehrmals jährlich in "Die Welt" und "Welt am Sonntag" erscheinenden Fachreports zu Derivaten und Zertifikaten. Seit 2004 schreibt er auf Finanztreff.de für die tägliche Börsenkolumne "Investmentecke". Zudem ist er seit 2006 Chefredakteur des von ihm mit ins Leben gerufenen Fachmagazins "Der Zertifikateberater". 2008 wurde er beim erstmals vergebenen Journalistenpreis für die Berichterstattung über Zertifikate vom DDV zum "Journalist des Jahres" gekürt und wurde seither insgesamt vier Mal geehrt. Zuletzt im Jahr 2017 in dem er gemeinsam mit Daniela Helemann den Hauptpreis als „Journalist des Jahres“ erhielt.

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