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TeamViewer-Börsengang: Großes Pech

| Quelle: finanztreff | Lesedauer etwa 2 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Das Technologieunternehmen Teamviewer hat den größten Börsengang seiner Branche seit dem Dotcom-Boom eingetütet. Der Angebotspreis für bis zu 84 Millionen Aktien wurde auf 26,25 Euro pro Stück festgelegt. Damit hat die Emission ein maximales Volumen von 2,2 Milliarden Euro. Zuletzt war es im im Frühjahr 2000 beim Börsengang des damals zum Siemens -0,26%-Konzern gehörenden Chipherstellers Infineon -0,77% mit rund sechs Milliarden Euro mehr gewesen.

Der Börsenstart fiel am Mittwoch-Vormittag jedoch in trübem Umfeld enttäuschend aus. Der erste Kurs lag exakt auf Ausgabeniveau, dann ging es auf 26,69 Euro nach oben, bevor die TeamViewer-Aktie -2,31% zeitweilig auf unter 25 Euro abrutschte.

TeamViewer stellt Software zur Computer-Fernwartung und Videokonferenzen her und gehört dem Finanzinvestor Permira. Dieser hatte das Unternehmen 2014 für 870 Millionen Euro gekauft. Auch nach dem Börsengang werden die Briten mit einem Anteil von mindestens 58 Prozent das Sagen haben.

Teamviewer wurde 2005 in Göppingen gegründet und beschäftigt rund 800 Mitarbeiter in Europa, den USA und in Asien. Das Unternehmen profitiert unter anderem davon, dass es bereits im vergangenen Jahr die Umstellung auf das Abo-Modell abgeschlossen hat. Derzeit hat Teamviewer rund 368.000 Abonnenten - mehr als doppelt so viele wie Ende Juni 2018. Die Software des Unternehmens, die in der Basisversion für Privatkunden kostenlos ist und bleiben soll, wird derzeit auf mehr als 340 Millionen Geräten aktiv eingesetzt.

Der Börsengang sei "der nächste logische Schritt", schreibt das Unternehmen auf seiner Website. Zum einen verspricht sich das Management um Oliver Steil eine höhere Markenbekanntheit. Zum anderen erhofft es sich mehr Flexibilität und die Möglichkeit, das Geschäft weiter voranzutreiben und auszubauen.

2018 waren die in Rechnung gestellten Umsätze von Teamviewer um ein Viertel auf 230 Millionen Euro gestiegen. Für dieses Jahr wird laut dem Börsenprospekt ein Wachstum von bis zu 39 Prozent auf bestenfalls 320 Millionen Euro erwartet. Das Unternehmen gilt als äußerst profitabel.

Die TeamViewer-Aktien -2,31% werden unter dem Kürzel TMV gehandelt. Nach Angaben des Unternehmens sind für das laufende und das kommende Jahr noch keine Dividenden geplant. Erst von 2021 an sollen die entsprechenden Möglichkeiten hierzu ausgelotet werden, wie Firmen-Chef Oliver Steil im Gespräch mit Antje Erhard von DER AKTIONÄR TV bestätigte.

Mit Material von dpa-AFX

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