DAX ®12.567,42-0,19%TecDAX ®2.638,76-1,01%S&P FUTURE2.690,80-0,09%Nasdaq 100 Future6.769,00-0,16%
finanztreff.de

Teil-Verbot für CFDs: Für Anleger bringt das (nicht nur) Vorteile

| Quelle: INV | Lesedauer etwa 3 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) hat tatsächlich zum ersten Mal von der Möglichkeit einer Produktintervention Gebrauch gemacht. Was bei Bonitätsanleihen auf den letzten Metern noch gerade so verhindert wurde, ist im Segment der CFDs (Contracts for Difference) nun Realität. Wie bereits Ende 2016 angedroht, hat die Regulierungsbehörde die Vermarktung, den Vertrieb und den Verkauf dieser Produkte an Privatkunden untersagt, wenn diese mit einer Nachschusspflicht für die Anleger versehen sind. Das war bei CFDs lange Zeit üblich und hat vor allem im Zusammenhang mit dem sogenannten „Franken-Schock“ Anfang 2015 für großes Aufsehen gesorgt. Damals hatte die Schweizerische Nationalbank den Euro-Mindestkurs aufgehoben, was einen drastischen Absturz des Euro/Franken-Kurses nach sich zog. Viele CFD-Anleger erlitten daraufhin durch eben diese Nachschusspflicht große Verluste, die zum Teil existenzbedrohende Ausmaße annahmen.

Das Risiko extremer Schieflagen wird nun – wie auch bei Knock-out-Produkten üblich – auf die Anbieter der Produkte übertragen. Auf der einen Seite ist das für Anleger natürlich eine klasse Sache. Denn wer will schon seine Existenz riskieren, nur weil er mit ein bisschen Spielgeld an der Börse auf steigende oder fallende Kurse setzt. Auf der anderen Seite steht zu befürchten, dass sich zumindest einige CFD-Broker dieses zusätzliche Risiko in irgendeiner Form bezahlen lassen. Und zwar von den Kunden, die dann entweder höhere Spreads, Kommissionen oder Finanzierungskosten akzeptieren oder in gewissen Marktphasen mit Einschränkungen beim Hebel oder der Handelbarkeit der Produkte leben müssen. Damit nähert sich die CFD-Branche zunehmend der von ihren Anhängern gerade wegen solcher Maßnahmen oftmals kritisierten Zertifikate-Branche an. Es gibt an der Börse eben nichts geschenkt. Kunden, die den Vorteil eingeschränkter Risiken genießen möchten, müssen an einer anderen Stelle mit entsprechenden Nachteilen leben. Ganz egal, um welche Produkte es dabei geht.

Klar sein muss den in diesem Segment agierenden Anlegern auf jeden Fall, dass sie sich in einem nicht regulierten Markt bewegen. Beim Kauf und Verkauf von CFDs gibt es keine an einer behördlich überwachten Börse festgestellten Kurse. Es handelt sich stattdessen immer um außerbörsliche Vertragsabschlüsse zwischen dem jeweiligen Broker und seinem Kunden. Zwar orientieren sich die Kurse zumeist an den Börsennotierungen. Garantiert ist das in der Regel aber nicht, so dass es immer mal zu ärgerlichen Abweichungen kommen kann. Das ist bei Optionsscheinen und Knock-out-Produkten nicht viel anders. Wer das so gar nicht akzeptiert, der kann jederzeit auf den professionellen Futures-Handel an den Terminbörsen ausweichen. Da gibt es die bei den CFDs jetzt offiziell verbotene Nachschusspflicht allerdings noch und daran wird auch die BaFin so schnell nichts ändern.

Thomas Koch

Schlagworte:
,
Werbung
Werbung

Investmentecke

Investmentecke Ralf Andreß gehört zu den erfahrensten Zertifikate-journalisten Deutschlands. Als freier Autor berichtet er seit mehr als 20 Jahren über strukturierte Produkte und initiierte bereits 1999 die mehrmals jährlich in "Die Welt" und "Welt am Sonntag" erscheinenden Fachreports zu Derivaten und Zertifikaten. Seit 2004 schreibt er auf Finanztreff.de für die tägliche Börsenkolumne "Investmentecke". Zudem ist er seit 2006 Chefredakteur des von ihm mit ins Leben gerufenen Fachmagazins "Der Zertifikateberater". 2008 wurde er beim erstmals vergebenen Journalistenpreis für die Berichterstattung über Zertifikate vom DDV zum "Journalist des Jahres" gekürt und wurde seither insgesamt vier Mal geehrt. Zuletzt im Jahr 2017 in dem er gemeinsam mit Daniela Helemann den Hauptpreis als „Journalist des Jahres“ erhielt.

» Alle News von Investmentecke

Weitere Nachrichten

Kommentator: INV
19.04. Jetzt schon an morgen denken! Der nächste Crash lässt nicht mehr ewig auf sich warten
18.04. Die „Mehrere hundert Prozent“-Strategie: Knock-out-Scheine überraschen positiv
17.04. Die „Mehrere hundert Prozent“-Strategie: Inliner können eine gute Alternative sein
16.04. Die „Mehrere hundert Prozent“-Strategie: Diese Chance haben wir leider verpasst
13.04. „Social Media“-Zertifikate: Trotz Facebook-Krise eine echt geile Idee
12.04. Die „Mehrere hundert Prozent“-Strategie: Der nächste richtig heiße Kandidat
11.04. Dividenden-Scoring: Erster Wechsel bei den MDAX-Favoriten
10.04. BCDI – Der vielfach erhoffte Erfolg lässt weiter auf sich warten
09.04. Negative Stimmung als Kaufchance? Charttechniker versprühen Optimismus!
06.04. Depot-Update (4): Neuer Dividendenindex für Europa und Fix-Express für die Welt
Rubrik: Marktkommentare
05:43 Videoausblick: Der Geist ist aus der Flasche
04:21 First Cobalt informiert über den Stand der Übername von US Cobalt
04:21 In Japan tut sich was - atomkraftmäßig
19.04. Marktgeflüster (Video): Zwingend logisch
19.04. Jetzt schon an morgen denken! Der nächste Crash lässt nicht mehr ewig auf sich warten
19.04. Videoausblick: Rückfall in alte Muster
19.04. Goldausstellung
19.04. Mehr Aktionäre in Deutschland
19.04. Copper Mountain Mining schließt Altona-Übernahme ab und Endeavour Silver mit neuem Personal
18.04. Marktgeflüster (Video): Bekentnnisse – wie Sie meine Videos verstehen sollten!
Werbung

News-Suche

Suchbegriff:
Werbung

Aktuelle Videos

zur Mediathek
Werbung
Charttechnischer Ausblick auf die Finanzmärkte 2018
Werbung

Werbung
Börse Stuttgartschliessen
Börse Stuttgart

Frühaufsteher und Nachtaktive aufgepasst

Mit Early-Bird- und Late-Night-Trading
verbriefte Derivate jetzt von 08:00 bis 22:00 Uhr an der Börse Stuttgart handeln.

Hier mehr erfahren
Diese Seite empfehlenschliessen
Interessant, oder?
Teilen Sie diese Seite auf Facebook, Google+ oder Twitter
Aktuelle Umfrageschliessen
Der Entwurf des bayerischen Psychiatriegesetzes sieht vor, Patienten bei der Polizei zu melden und die Daten fünf Jahre zu speichern. Finden Sie das ok?
Jetzt abstimmen!
Alle Umfragen ansehen
schliessen