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Teil-Verbot für CFDs: Für Anleger bringt das (nicht nur) Vorteile

| Quelle: INV

Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) hat tatsächlich zum ersten Mal von der Möglichkeit einer Produktintervention Gebrauch gemacht. Was bei Bonitätsanleihen auf den letzten Metern noch gerade so verhindert wurde, ist im Segment der CFDs (Contracts for Difference) nun Realität. Wie bereits Ende 2016 angedroht, hat die Regulierungsbehörde die Vermarktung, den Vertrieb und den Verkauf dieser Produkte an Privatkunden untersagt, wenn diese mit einer Nachschusspflicht für die Anleger versehen sind. Das war bei CFDs lange Zeit üblich und hat vor allem im Zusammenhang mit dem sogenannten „Franken-Schock“ Anfang 2015 für großes Aufsehen gesorgt. Damals hatte die Schweizerische Nationalbank den Euro-Mindestkurs aufgehoben, was einen drastischen Absturz des Euro/Franken-Kurses nach sich zog. Viele CFD-Anleger erlitten daraufhin durch eben diese Nachschusspflicht große Verluste, die zum Teil existenzbedrohende Ausmaße annahmen.

Das Risiko extremer Schieflagen wird nun – wie auch bei Knock-out-Produkten üblich – auf die Anbieter der Produkte übertragen. Auf der einen Seite ist das für Anleger natürlich eine klasse Sache. Denn wer will schon seine Existenz riskieren, nur weil er mit ein bisschen Spielgeld an der Börse auf steigende oder fallende Kurse setzt. Auf der anderen Seite steht zu befürchten, dass sich zumindest einige CFD-Broker dieses zusätzliche Risiko in irgendeiner Form bezahlen lassen. Und zwar von den Kunden, die dann entweder höhere Spreads, Kommissionen oder Finanzierungskosten akzeptieren oder in gewissen Marktphasen mit Einschränkungen beim Hebel oder der Handelbarkeit der Produkte leben müssen. Damit nähert sich die CFD-Branche zunehmend der von ihren Anhängern gerade wegen solcher Maßnahmen oftmals kritisierten Zertifikate-Branche an. Es gibt an der Börse eben nichts geschenkt. Kunden, die den Vorteil eingeschränkter Risiken genießen möchten, müssen an einer anderen Stelle mit entsprechenden Nachteilen leben. Ganz egal, um welche Produkte es dabei geht.

Klar sein muss den in diesem Segment agierenden Anlegern auf jeden Fall, dass sie sich in einem nicht regulierten Markt bewegen. Beim Kauf und Verkauf von CFDs gibt es keine an einer behördlich überwachten Börse festgestellten Kurse. Es handelt sich stattdessen immer um außerbörsliche Vertragsabschlüsse zwischen dem jeweiligen Broker und seinem Kunden. Zwar orientieren sich die Kurse zumeist an den Börsennotierungen. Garantiert ist das in der Regel aber nicht, so dass es immer mal zu ärgerlichen Abweichungen kommen kann. Das ist bei Optionsscheinen und Knock-out-Produkten nicht viel anders. Wer das so gar nicht akzeptiert, der kann jederzeit auf den professionellen Futures-Handel an den Terminbörsen ausweichen. Da gibt es die bei den CFDs jetzt offiziell verbotene Nachschusspflicht allerdings noch und daran wird auch die BaFin so schnell nichts ändern.

Thomas Koch

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Investmentecke

Investmentecke Ralf Andreß gehört zu den erfahrensten Zertifikatejournalisten Deutschlands. Als freier Autor berichtet er seit beinahe 15 Jahren über strukturierte Produkte. Seit 2004 schreibt er auf finanztreff.de für die tägliche Börsenkolumne "Investmentecke". Thomas Koch ist CEFA-Investmentanalyst, Investmentspezialist für strukturierte Produkte (ISSP) und geprüfter Zertifikateberater (EDA). Seit 2004 beschäftigt er sich als freier Journalist schwerpunktmäßig mit dem Markt für Zertifikate und Hebelprodukte.

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