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Tesla: 300 Millionen von Steuerzahlern für Giga Berlin?

| Quelle: DER_AKTIONAER | Lesedauer etwa 2 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Der US-Elektroauto-Hersteller Tesla will bis zu vier Milliarden Euro in die geplante "Gigafactory" in Grünheide bei Berlin investieren. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur ist dies als Summe für mehrere Ausbaustufen der geplanten Ansiedlung in Brandenburg im Gespräch. Der deutsche Staat kommt den Amerikanern mit Subventionen entgegen. Der Tesla-Aktie dürfte das gut tun.

In einer ersten Stufe sind der Brandenburger Landesregierung zufolge in Grünheide (Kreis Oder-Spree) über 3.000 Arbeitsplätze geplant, bis zu 8.000 könnten es nach einem Ausbau werden. Die Bauarbeiten sollen bereits in wenigen Monaten beginnen. Der Start der Bauarbeiten nahe der Autobahn A10 ist für das erste Quartal 2020 geplant.

Bisher ist offen, ob Tesla die nötigen Unterlagen Stück für Stück oder als Sammelantrag einreicht. Auf dem vorgesehenen Fabrik-Grundstück muss noch Wald abgeholzt werden, Tesla will aber laut Brandenburger Regierung die dreifache Menge wieder aufforsten lassen. In Grünheide sollen jährlich bis zu 150.000 Elektro-Autos produzieren.

Die Fabrik soll nach aktuellem Planungsstand bereits Ende 2021 in Betrieb gehen und zunächst den künftigen Kompakt-Sportgeländewagen Model Y sowie auch Batterien und Antriebe bauen. Tesla-Chef Elon Musk hatte auch angekündigt, ein Ingenieurs- und Designzentrum in Berlin anzusiedeln.

Die US-Firma habe bereits formlos einen Antrag auf staatliche Förderung gestellt, heißt es. Tesla kann laut Bild am Sonntag mit EU-Zuschüssen von rund 300 Millionen Euro rechnen. Die EU muss den Subventionen noch zustimmen. Eine Entscheidung darüber wird allerdings erst möglich sein, wenn ein formaler Antrag mit den genauen Eckdaten der Fertigung eingegangen ist.

Kritiker befürchten, dass mit dem Geld der Steuerzahler eine Gefahr für die deutschen Autobauer finanziert werden könnte. Doch Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) wiegelt ab: "Die deutschen Konzerne werden milliardenschwere Investitionen in neue Fahrzeug-Technologien tätigen. Ich bin sicher, dass sie weiter an der Spitze bleiben werden", erklärte der Vizekanzler gegenüber dem Tagesspiegel vom Sonntag.

Die Tesla-Aktie profitierte in den vergangenen Tagen und erreichte in der vergangenen Woche bei gut 354 Dollar den höchsten Stand des Jahres. Damit nähert sich die US-Aktie der Widerstandszone zwischen 375 Dollar und dem Allzeithoch bei 383 Dollar Mitte 2017.


Martin Mrowka

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