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| Quelle: Hans A. Berneck... | Lesedauer etwa 4 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Die Berichtssaison läuft in dieser Woche weitgehend aus. Damit ist der Qualitätstest für alle Aktien und damit für den Trend gut erkennbar, weil nachvollziehbar. Kurzgefasst: Nach dem rasanten DAX-Anstieg vom März bis Mai um fast 40 % folgte in den vergangenen 8 Wochen eine sehr mühselige Konsolidierung. In dieser Zeit haben alle Unternehmen vorgelegt, wie sie durch die Coronakrise kamen und was sie nun daraus machen. Das ergab deutliche technische Korrekturen in der Minderheit, aber auch relativ stabile Kurse in der Mehrheit. Durchschnittliche Schwankungsbreite 5 – 6 % und so auch identisch mit dem DAX, der sich zwischen 12.000 und 13.000 die neue Ausgangsbasis vorgenommen hat. Was heißt Ausgangsbasis? Überschreitet er den bisherigen Rekord von 13.800 (an einem Tag), so entsteht ein neuer Trend mit dem bekannten Spielraum bis 14.500. Warum?

 

Die Börse hat vorgezeichnet, wie das Konjunkturbild aussieht und nun folgen mit dem üblichen time lack von rd. 3 Monaten schrittweise die gleichen Erholungen in den bekannten Indikatoren ZEW, ESM und ifo. Ab September befinden sich dann im Wesentlichen beide Trends im Gleichschritt. Es gibt keine Superrally, weil es auch keine Supererholung der Wirtschaft gibt, sondern ein schrittweiser Ausbau zurück in die Normalität. Aus der Börsensicht: Bis 12.000 im DAX war alles eine Erholung nach der Corona-Krankheit. Ab 12.000 beginnt der neue Ernst. Was gehört dazu?

 

Unternehmen oder deren Management, die wirklich neue Ideen entwickeln, sind die kommenden Gewinner. Wer keine Idee entwickelt, bleibt zurück. Mit Sparen oder Investitionsverzicht oder Verkauf von kleineren Beteiligungen ist die Zukunft nicht zu meistern. Auch neue Finanzierungsmodelle gehören dazu, wenn z. B. SAP einen Teil der jüngsten US-Erwerbung wieder an die Börse zurückführt, um einen großen Teil des ursprünglichen Kaufpreises wieder reinzuholen. Dies hat auch Infineon in der gleichen Form vor. Das hat es in Deutschland noch nie gegeben.

 

Siemens wandelt sich total. Aus der Mutter wird nur noch eine begleitende Oma oder vielleicht doch eine deutlich verjüngte Siemens-Neu. Auf die komplexen Finanzierungen dieses Umbaus soll hier nicht eingegangen werden. Es ist jedoch fraglos sehr intelligent gedacht.

 

Wie die deutschen Autobauer ihre Zukunft gestalten, ist gleichfalls neu. Mit Modellwechsel oder Jobabbau bzw. sonstigen Maßnahmen alter Art geht es mit Sicherheit nicht. Was sie nun erfinden müssen, ist noch immer nicht ganz klar und vor allem in den Größenordnungen undurchsichtig. Dennoch werden sie in 5 oder 6 Jahren sehr viel anders aussehen als zurzeit.

 

Alle Investments ab heute müssen auf eine Laufzeit von mindestens 12 bis 18 Monaten eingestellt werden. Nämlich so, wie die Aufholjagd der Wirtschaft schrittweise erfolgt. Mit und ohne zweiter Viruswelle oder anderen Hindernissen, möglicherweise im Zuge der amerikanischen Wahl oder eines harten Brexits. Das gibt regelmäßige technische Rücksetzer, weil die deutsche Börsenszene nun mal schreckhaft ist. Das lässt sich leider nicht ändern. Klein genug ist sie: Der Wert des ganzen DAX entspricht etwa 6 % des Wertes des S&P 500. Kleiner kann man nicht mehr werden. Angemessen wären 3 bis 3,2 Bio. Euro, in Relation zur Wirtschaftsleistung des Landes. Dem steht übrigens ein Geldvermögen der privaten Haushalte in Deutschland von annähernd 7 Bio. Euro gegenüber. Geld ist also genügend vorhanden. Man muss es nur investieren!

 

Für die nächsten 90 Tage ist Unsicherheit angesagt. Das hat keine ökonomischen Gründe, sondern politische. Die Wetten für und gegen Trump und Biden beschäftigen alle großen Investoren. In welcher Form, erkennt man am Dollarkurs. Der Dollar verlor bereits rd. 6 % gegen Euro und hat noch weitere 5 – 6 % Risiko vor sich. Das ist nicht aufregend, aber wahrzunehmen. Es spiegelt damit den Rückzug internationalen Kapitals aus dem Dollar wider. Darin liegen die Vorwahl-Wetten der nächsten zwei bis drei Monate. Wichtig zu wissen: Der Trend ändert sich damit nicht, aber die Volatilität bleibt relativ hoch.

Ihr

Hans A. Bernecker

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Hans A. Bernecker

Hans A. Bernecker Hans A. Bernecker ist das Urgestein der dt. Börse. Seit grob sechs Jahrzehnten bietet der Nationalökonom Orientierung bei der Markteinschätzung und der Ableitung von Investmentchancen. Neben seinem Informationsdienst "Die Actien-Börse" stehen diverse Börsenbriefe aus seinem Redaktionsteam. Charakteristisch ist sein Mut, bei Bedarf gegen den Meinungsstrom zu schwimmen. Dabei kommt ihm nicht nur sein langjähriger Erfahrungsschatz zugute, sondern auch unzählige persönliche Kontakte, die ihm besonders intime Einblicke ermöglichen.

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