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Themeneinstieg: Zinsen mit Ertragskraft

| Quelle: DWS_TIF_RUZ

Auch wenn sich die Zinsen im Dauertief befinden, mit einer sorgfältigen Auswahl an Rentenpapieren lassen sich im aktuellen Umfeld vernünftige Erträge erwirtschaften.

Zinsen haben inzwischen den Ruf, ein wenig ertragreiches Investment zu sein. Auf kurze Sicht mag das vielleicht stimmen. Langfristig jedoch vermehren sie das Geld stetig auf hohem Niveau. Nach Angaben des Bundesverbandes Investment und Asset Management, kurz BVI, reichten in den vergangenen 30 Jahren bereits 100 Euro monatlich, um mit einem Sparplan auf Euro-Rentenfonds eine Rendite von rund fünf Prozent pro Jahr zu erwirtschaften. Anleger schafften es so, aus 36.000 Euro mehr als 80.000 Euro zu machen.1 Im Großen und Ganzen konnten sie sich in der Vergangenheit zudem darauf verlassen, mit Staats- und Unternehmensanleihen eine relativ schwankungsarme und weitestgehend sichere Anlageklasse im Depot zu haben. Das kann auch in Zukunft so sein, wenngleich eine sorgfältige Auswahl immer wichtiger wird.

Schuldenkrise verändert vieles

Anleihen etablierter Industrieländer beispielsweise müssen heute viel kritischer hinterfragt werden. Lange Zeit waren sie in stürmischen Börsenphasen ein sicherer Hafen. Mit Beginn der Schuldenkrise hat sich das geändert. Volkswirtschaften wie Griechenland, Irland und Portugal sind derzeit keine zuverlässigen Schuldner mehr. Auch Spanien, Frankreich und Italien werden als weniger kreditwürdig eingestuft als noch vor einigen Monaten. Und selbst einstige Aushängeschilder wie die USA stehen inzwischen am Schuldenpranger. Die G7-Staaten2 sind mittlerweile mit mehr als 120 Prozent ihres Bruttoinlandsprodukts verschuldet – und damit um einiges stärker als der Rest der Welt. Laut Prognose des Internationalen Währungsfonds (IWF) wird sich daran auch so schnell nichts ändern (siehe Grafik "Geteilte Welt"). Das hat unmittelbare Folgen für Zinspapiere.

Sicherheit geht vor

Investoren setzen verstärkt auf Länder mit vergleichsweise soliden Staatsfinanzen und einer verantwortungsvollen Ausgabenpolitik – wie etwa Deutschland. Anleihen solcher Staaten sind im Augenblickt besonders gefragt. Investoren geben sich sogar mit Mini-Renditen zufrieden oder nehmen nach Abzug der Inflation eine negative Effektivverzinsung in Kauf (siehe Grafik "Magere Rendite"). Analysten gehen aber davon aus, dass die hohe Nachfrage wieder zurückgehen könnte. Etwa dann, wenn es gelingt, die Schuldenkrise in den Griff zu bekommen und die Zinsen wieder steigen. Die Folge dürften fallende Anleihenkurse sein. Anleger, die auf Rentenfonds mit einer kurzen Kapitalbindung (Duration) setzen, müssen in einem solchen Umfeld allerdings kaum Kursverluste fürchten. Solche Zinspapiere reagieren minimal auf Zinsänderungen. Eine sinnvolle Alternative: Unter dem Aspekt der Sicherheit erleben Unternehmensanleihen derzeit eine Renaissance. Bonds erfolgreicher Konzerne erscheinen heute oft sicherer als Papiere von Staaten, obwohl Letztere Steuern erhöhen können – wenn auch nur bis zu einem gewissen Grad.

Inflation birgt Risiko

Wer lang laufende Zinspapiere im Depot hat, für den spielt auch die Entwicklung der Inflationsrate eine wichtige Rolle. Ist sie höher als die erzielte Rendite, verdienen Anleger real – also unterm Strich – nichts. Stark steigende Preise sind in den Industrieländern derzeit zwar nicht in Sicht. Einige Experten halten sie dennoch für möglich. Besitzer niedrig verzinster Renten-Papiere mit langen Laufzeiten würden dann nicht genug verdienen, um den Preisanstieg auszugleichen. Kurz laufende Anleihen hingegen bieten mehr Flexibilität, da Investoren schnell auf besser verzinste Angebote umsteigen können. Eine vergleichsweise hohe Inflation muss also nicht per se gegen ein Renteninvestment sprechen. Das zeigt sich unter anderem auch in der guten Wertentwicklung von Staats- und Unternehmensanleihen aus den Emerging Markets.

Emerging Markets bieten Vorteile

Volkswirtschaften wie China, Indien oder auch Brasilien bieten in der Regel besonders hohe Zinssätze. Im Gegensatz zu einigen Industriestaaten, die derzeit ebenfalls attraktive Renditen bieten, sind sie aber weniger stark verschuldet. Auch höhere Inflationsraten stellen in aller Regel kein Problem dar, da die Wirtschaft dynamisch wächst. Vielmehr bietet eine mögliche Aufwertung der lokalen Währung zusätzliche Ertragsmöglichkeiten. Angesichts der ungelösten Schuldenkrise erscheint ein Engagement in etablierten Industrieländern mitunter sogar deutlich riskanter. So rechnet die Ratingagentur S&P bei spekulativen europäischen Unternehmensanleihen bis Ende des Jahres mit einem Anstieg der Ausfallrate auf mehr als sechs Prozent. Laut der US-Investmentbank JP Morgan lag die Quote in den Schwellenländern zum Beispiel 2010 bei unter zwei Prozent.

Investoren müssen heute also genau hinsehen. Neben einem kritischen Blick auf die Bonität der Schuldner sollten sie stets die globale und regionale Großwetterlage im Blick haben. Das richtige Know-how vorausgesetzt, lassen sich so mit Zinsinvestments weiterhin attraktive Erträge erzielen.

DWS Euroland Strat (Rent) LD

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