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Thomas Cook will noch mehr Geld - Aktie rauscht gen Süden

| Quelle: finanztreff | Lesedauer etwa 2 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Der kriselnde Reisekonzern Thomas Cook treibt die Pläne für seine Rettung voran. Die faktische Übernahme durch den chinesischen Fosun-Konzern und beteiligte Banken, welche 750 Millionen Pfund an frischem Geld einbringen, solle Anfang Oktober umgesetzt werden, teilte Europas zweitgrößter Reiseveranstalter am Montag mit. Außerdem sollen die Anleihegläubiger zusätzlich 150 Millionen Pfund zuschießen.

Seit der Vorstellung des Sanierungsplans Mitte Juli ist geplant, dass der chinesische Mischkonzern Fosun und die beteiligten Banken Thomas Cook mit frischem Geld unterstützen. Zudem soll ein Großteil der Bankkredite und Anleihen des Konzerns in Eigenkapital umgewandelt werden. Fosun, die Banken und die Anleihegläubiger würden damit zu den wichtigsten Aktionären. Bereits im Jahr 2012 hatten Banken den Reisekonzern vor dem drohenden Untergang gerettet.

Der Konzern habe bei den Verhandlungen deutliche Fortschritte gemacht, teilte Thomas Cook mit. Dies gelte für die Gespräche mit Fosun, den Banken sowie Gläubigern von rund 50 Prozent der erstrangigen Thomas-Cook-Anleihen, die in den Jahren 2022 und 2023 zur Rückzahlung anstehen. Im Gespräch mit den Anleihegläubigern will Thomas Cook jetzt erreichen, dass diese ihre Papiere nicht nur wie vorgesehen in Eigenkapital tauschen - sondern auch weiteres Geld zuschießen.

Der Konzern sitzt auf einem Schuldenberg in Milliardenhöhe und ächzt unter der hohen Zinslast. Der jüngste Preiskampf im Reise- und Fluggeschäft droht ihm den Garaus zu machen. Hinzu kommt die anhaltende Unsicherheit rund um den Brexit, die die Urlaubsfreude der britischen Kundschaft dämpft. Das Sommerhalbjahr bis Ende September werde deutlich schwächer als 2018, hatte Konzernchef Peter Fankhauser Mitte Juli erklärt. Jetzt braucht der Konzern dringend Geld, um über den saisonbedingt reise- und einnahmeschwachen Winter zu kommen und in Digitalisierung und eigene Hotels zu investieren.

Die Thomas-Cook-Aktie reagierte mit einem weiteren Kursrutsch auf die Nachrichten. Am Montagmorgen ging es zeitweise um mehr als ein Drittel abwärts. Zuletzt lag der Kurs noch mit 15 Prozent im Minus bei 0,085 Euro. Seit einem Jahr hat die Aktie rund 90 Prozent ihres Werts verloren, Mitte Juli wurde sie sogar für 0,05 Euro gehandelt.

Nachdem der Konzern im Mai 2018 an der Börse noch mit insgesamt knapp 2,5 Milliarden Euro bewertet worden war, lag die Marktkapitalisierung zuletzt noch bei 131 Millionen Euro. Zum Vergleich: Der wichtigste Konkurrent Tui +0,25% kommt trotz herber Kursverluste in den vergangenen Monaten auf 5,1 Milliarden Euro.

Mit Material von dpa-AFX

Sechs-Monats-Chart Thomas Cook (in Euro)
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