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Thyssenkrupp: "Angebot, das sie nicht ablehnen können"

| Quelle: finanztreff | Lesedauer etwa 3 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Die Aufzugsparte von Thyssenkrupp stößt auf großes Interesse von Finanzinvestoren. Zu den interessierten Adressen zähle alles, was in der Branche Rang und Namen habe: Advent, Apollo, CVC, Carlyle, KKR und wohl auch EQT, berichtet das Manager Magazin am Donnerstag. Für Private Equity sei der Fall eine einmalige Gelegenheit, zitiert das Magazin namentlich nicht genannte Investmentbanker.

Es sei "längst klar", dass Finanzinvestoren dem Konzernchef Guido Kerkhoff ein Angebot unterbreiten würden, das er "vielleicht nachverhandeln, aber nicht ablehnen" könne. Die Thyssenkrupp-Aktie -1,83% konnte ihre Gewinne ausbauen und legte zuletzt um mehr als fünf Prozent zu und führten damit die Liste der Tagessieger im DAX an. Ein Thyssenkrupp-Sprecher wollte den Bericht nicht kommentieren. 

Man reißt sich um die Aufzugs- und Rolltreppen-Sparte

Die Spekulationen über eine mögliche Kauflust nicht nur von Private-Equity-Seite sind nicht neu, auch die Namen zirkulieren zum Teil schon länger. So hatte die Nachrichtenagentur Bloomberg Anfang Juli über ein starkes Interesse sowohl von Finanzinvestoren als auch Wettbewerbern wie Kone berichtet.

Thyssenkrupp bereitet zwar primär einen Börsengang des Geschäfts vor, führt aber gleichzeitig Gespräche mit einer Reihe von Interessenten. Anfang August erklärte Kerkhoff bei der Vorlage der Zahlen zum dritten Quartal, Interessensbekundungen sowohl von Finanz- als auch von strategischen Investoren erhalten zu haben, die der Konzern prüfen werde.

Laut Manager Magazin wäre ein Gebot für die Mehrheit oder die komplette Aufzugsparte möglich, wenn sich zwei der Finanzinvestoren zusammen täten. Dem Bericht zufolge könnten sie dann Teile des Aufzugsgeschäfts an Wettbewerber wie Kone, Schindler oder Otis weiterreichen, ohne dass diese Kartellprobleme bekämen.

Drei-Monats-Chart Thyssenkrupp (in Euro, Xetra)

Klage gegen Fusions-Verbot

Unterdessen hat Thyssenkrupp wie angekündigt Klage beim Gericht der Europäischen Union (EuG) in Luxemburg gegen das Verbot der Stahlfusion mit Tata Steel eingereicht. Das Unternehmen halte die Entscheidung der EU-Kommission, den Zusammenschluss wegen Wettbewerbsbedenken zu untersagen, für falsch, erklärte Vorstand Donatus Kaufmann. Die Essener rechnen aber nicht damit, dass sie auf diesem Weg die Fusion doch noch durchsetzen können. Sie messen der Klage, die in der ersten Instanz zwei bis drei Jahre in Anspruch nehmen dürfte, grundsätzliche Bedeutung zu.

Durch den Zusammenschluss wäre Europas zweitgrößter Stahlkonzern mit rund 48.000 Mitarbeitern und Werken in Deutschland, Großbritannien und den Niederlanden entstanden. Thyssenkrupp wollte damit die Abhängigkeit vom schwankenden Stahlgeschäft verringern, das unter Überkapazitäten und dem Wettbewerbsdruck aus Asien leidet. "Die Konsolidierung der europäischen Stahlindustrie ist nach wie vor richtig und notwendig, das zeigt auch die aktuell für die Stahlhersteller kritische Marktsituation," so Kaufmann.

Die EU-Kommission hatte im Juni den geplanten Zusammenschluss der Stahlsparte von Thyssenkrupp mit dem europäischen Geschäft von Tata Steel untersagt, weil sie den Wettbewerb bei bestimmten Stahlsorten für gefährdet hielt. Die von Thyssenkrupp und Tata Steel gemachten Zugeständnisse hielt die Behörde für nicht ausreichend. Thyssenkrupp bekräftigte am Donnerstag, diese Bedenken nicht zu teilen.

Für Thyssenkrupp hatte das Platzen des Geschäfts unmittelbare Folgen. Das Management unter Führung von Guido Kerkhoff musste einen großen Strategie-Schwenk vornehmen und die geplante Aufteilung des Unternehmens in zwei Gesellschaften absagen. Die Abhängigkeit vom volatilen und kapitalintensiven Stahlgeschäft ist damit wieder gestiegen.

Mit Material von dpa-AFX

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