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ThyssenKrupp: Der falsche Ansatz!

| Quelle: Hans A. Berneck... | Lesedauer etwa 3 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen
ThyssenKrupp soll umgebaut werden. Vorerst in zwei Teile und anschließend vielleicht mehr. Die erste Reaktion des Marktes war negativ und damit erreichte der Börsenwert von ThyssenKrupp rund 8 Mrd. Euro, so tief wie in den letzten Jahren nie. Kein Wunder: Der Denkansatz ist falsch. ThyssenKrupp in zwei Teile zu teilen, führt nicht weiter. Der eine Teil soll den Sektor Elevator abdecken, eventuell ergänzt durch kleinere Industriebetriebe im bisherigen Konzernverbund. Der andere Teil soll Stahl und Stahlhandel mitnehmen, inklusive Militärtechnik und teilweise wohl Autozulieferung. Beste Kenner der Konzernbilanz von ThyssenKrupp, die den Konzern seit Jahrzehnten begleiten, rechnen völlig anders. In bisher rund 40/42 Mrd. € Konzernumsatz stecken fünf Industriesektoren mit unterschiedlichen Strukturen, aber jeder Sektor ist aus seinem eigenen Kerngeschäft sinnvoll zu erweitern, indem Joint-Ventures und andere Konstrukte gewählt werden, um eine höhere Rentabilität zu erreichen. Das gilt für alle fünf ausdrücklich und weitgehend im deutschen Verbund ohne Ausländer. Was ist nötig? Von 2,5 bis 2,8 Mrd. Euro Eigenkapital, frei zu platzieren außerhalb des Bezugsrechtes, bis eventuell 3 Mrd. €. Dieser Betrag würde ausreichen, im bisherigen Konzernverbund das Eigenkapital auf etwa 20 evtl. 25 % zu verbessern. Damit wäre die Bonität nicht erstklassig, aber hinreichend. Nun die Frage: Gibt es in Deutschland kein Konsortium, das willens und in der Lage ist, diesen lächerlichen Betrag aufzubringen, um den letzten Montan- und Industriekonzern sinnvoll weiterzuentwickeln? Der Vermögensbestand an Aktien und ähnlichen Anteilscheinen (Private Equity) addiert sich für alle Pensionsfonds auf etwa 2 Bio. € in der Summe. Nur 0,15 % wären also nötig, um einen Industriekonzern a) zu sichern und b) vernünftig auf die Beine zu stellen. Dieser Betrag entspricht im Übrigen etwa 1 % der Kassenreserve von Apple, um einen Größenvergleich zu wagen. Industriepolitik, wie Herr Altmaier es gerne formuliert, besteht darin, technisches Wissen, Tradition und Marktdominanz a) zu erhalten und b) sinnvoll weiterzuentwickeln. Dazu bedarf es keiner Staatsbeteiligung, aber sachgerechter Begleitung einer Regierung, um so etwas auf die Beine zu stellen. Eine der größten Industrienationen der Welt und gleichzeitig größter Exporteur schafft dies offenbar nicht. Wie soll man so etwas nennen? Was wäre übrigens die Börsenfolge? Mit der genannten EK-Quote und dem Aufwand in der EK-Ausstattung errechnet sich ein Marktwert für ThyssenKrupp für den aktuellen Umsatz im Konzern mit etwa 12 bis 14 Mrd. €. Gut 80 % mehr. Das ist Börse. Ihr Hans A. Bernecker Wer einmal einen Börsenbrief aus unserem Hause testen möchte geht für ein Abo auf www.bernecker.info und für den Einzelbezug auf www.boersenkiosk.de
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Hans A. Bernecker

Hans A. Bernecker Hans A. Bernecker ist das Urgestein der dt. Börse. Seit grob sechs Jahrzehnten bietet der Nationalökonom Orientierung bei der Markteinschätzung und der Ableitung von Investmentchancen. Neben seinem Informationsdienst "Die Actien-Börse" stehen diverse Börsenbriefe aus seinem Redaktionsteam. Charakteristisch ist sein Mut, bei Bedarf gegen den Meinungsstrom zu schwimmen. Dabei kommt ihm nicht nur sein langjähriger Erfahrungsschatz zugute, sondern auch unzählige persönliche Kontakte, die ihm besonders intime Einblicke ermöglichen.

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