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Thyssenkrupp: Wird das Kronjuwel an Konkurrenz verkauft?

| Quelle: finanztreff | Lesedauer etwa 2 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Die jüngste Talfahrt der Thyssenkrupp-Papiere dürfte am Donnerstag erst einmal ihr Ende finden. Händler verwiesen auf einen Medienbericht, wonach der finnissche Kone-Konzern – ebenfalls ein großer Aufzugshersteller – Interesse zeigt an der Aufzugsparte der Essener. Dass sich Kone für die Sparte interessiere, unterstreiche einmal mehr den Wert des Geschäfts, sagte ein Händler.

Im frühen Xetra-Handel legten die Anteile des Dax +0,21%-Konzerns um mehr als sechs Prozent auf 12,90 Euro zu. An den vergangenen drei Handelstagen hatten die Thyssenkrupp-Aktien -1,56% jeweils deutlich nachgegeben und ihre hohen Gewinne vom Freitag von fast 28 Prozent, als der Konzern eine 180-Grad-Strategiewende angekündigt hatte, fast komplett abgegeben.

Thyssenkrupp hatte am vergangenen Freitag die geplante Stahlfusion mit Tata Steel als auch die Aufteilung des Konzerns abgesagt. Die Sparte mit Aufzügen und Rolltreppen solle nun an die Börse gebracht werden. Ein Thyssenkrupp-Sprecher verwies in dem Zusammenhang auf Aussagen von Vorstands-Chef Guido Kerkhoff, wonach der Börsengang der Stärkung der Kapitaldecke des Konzerns dienen soll.

Kones Überlegungen müssten nicht zwingend in ein Übernahmeangebot münden, schreibt die Wirtschaftswoche. Die Finnen müssten sich finanziell schon sehr strecken. Möglich sei eine Offerte, bei der neben einer Barkomponente auch eigene Aktien angeboten würden.

Kone hat derzeit einen Börsenwert von 26,8 Milliarden Euro. Den Wert von Thyssenkrupp Elevator schätzen Experten auf 14 bis 15 Milliarden Euro. Damit wäre die sehr profitable Sparte von Thyssenkrupp fast doppelt soviel wert wie der Mutterkonzern selbst, der mit dem heutigen Kurssprung auf 7,9 Milliarden Marktkapitalisierung kommt. 

Thyssenkrupp und Kone hatten bereits mehrmals eine Fusion ihrer Aufzugsparten angedacht. Die Chefin der Krupp-Stifung – größter Einzelaktionär – Ursula Gather, hatte darüber zuletzt im Sommer 2018 mit dem Mehrheitsaktionär von Kone, Antti Herlin, gesprochen. Das berichtete damals das Handelsblatt. Das erste Treffen habe bereits 2016 auf der Villa Hügel stattgefunden, berichtete die Zeitung ohne Angaben von Quellen. Herlin habe anschließend einen Brief an den mittlerweile zurückgetretenen Thyssenkrupp-Chef Heinrich Hiesinger geschrieben. Dieser hatte sich offenbar gegen die Überlegungen gewandt.

An der Börse wurde jedoch eine Zustimmung der Wettbewerbsbehörden zum Thema gemacht. Händlern zufolge könnte sich diese als hohe Hürde erweisen, wenngleich eine Fusion mit Kone immer noch einfacher durchzusetzen sei als eine mit dem weiteren Konkurrenten Schindler. Wie es hieß, legt Thyssenkrupp bei seinen Plänen großen Wert darauf, dass es bei der Zukunft der Sparte möglichst keine Stolperfallen gibt.

Mit Material von dpa-AFX

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