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Timing

| Quelle: Hans A. Berneck... | Lesedauer etwa 3 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Erfolgreiche Gründer haben in der Regel einen besonderen Sinn für Timing. Sie entdecken eine Idee, entwickeln sie sehr erfolgreich und müssen anschließend irgendwann den Ausstieg finden. Dieser Generationswechsel ist richtig und notwendig, aber nachvollziehbar in seinen Konsequenzen.

Jeff Bezos überraschte soeben mit seinem Rücktritt als CEO und beschränkt sich künftig auf Board-Aufgaben und andere Interessen. Sein Nachfolger ist schon seit 1996 dabei, also praktisch von Anfang an. Das ist nachvollziehbar. Bezos weiß aber, dass er die Superzahlen des Coronajahres 2020 nicht so schnell überbieten kann, vor allem im Prozentwachstum und auch in den Margen. Darin liegt in der Regel ein Warnsignal.

Vorbild dafür ist Bill Gates. Er entwickelte in gleicher Form mit einem kleinen Team die bekannte Superstory von Microsoft. Sein längster Mitarbeiter war Steve Ballmer, der nach dem Rücktritt von Gates der Chef wurde. Das ging daneben. Über 5 Jahre wurde Microsoft ein permanenter Verlierer, obwohl das Kerngeschäft sehr stabil lief und Microsoft nur deshalb als Nr. 1 überlebte, um jetzt immer noch vorne mitzuspielen. Die zwischenzeitliche Halbierung des Marktwertes war jedenfalls bedeutsam.

General Electric war vor 20 Jahren das Vorbild für erfolgreiche Unternehmensführung im Weltformat. Sein Chef war Jack Welch als damals erfolgreichster Unternehmenschef und General Electric war Vorbild für Siemens. Marktwert rd. 600 Mrd. Dollar, ähnlich hoch wie Microsoft. Auch Welch trat zurück. Sein Nachfolger war Jeffrey Immelt. Er baute um, baute ab und daraus wurde ein Restkonzern von nur noch etwa 80 – 90 Mrd. Dollar Umsatz und Marktwert, GE wurde aus dem Dow ausgeschlossen und gilt jetzt als Comeback-Hoffnung. Auch Welch hatte die richtige Nase, wann auszusteigen ist.

Weitere Vorbilder dieser Art gefällig? Im Rollenwechsel an der Spitze eines großen Konzerns steckt stets eine Frühindikation, wie es anschließend weitergeht. Das gilt auch im umgekehrten Sinn, wenn neue Chefs Gelegenheit erhalten, die Fehler der alten zu überdenken oder zu korrigieren. Daimler ist voraussichtlich der aktuelle Fall. Der neue CEO Ola Källenius startete vor zwei Jahren sehr vorsichtig und zurückhaltend. Inzwischen zeigt sich aber, dass schwedische Ruhe auch ihre Vorteile hat. Der Aufbruch in die Zukunft von Daimler ist gerade zwei Tage alt. Mit dem Spin-off der LKW-Sparte und einer Sondergesellschaft für E-Mobility neben dem Kerngeschäft Pkw öffnet Daimler die Türen zu einer größeren Kapitalbeschaffung via Börse und damit einer Dynamisierung der drei künftigen Kerngeschäfte, die jeweils mit eigenen Ideen die Kapitalbeschaffung und damit die Zukunft regeln können. Wie sich dies rechnet, ist etwas komplizierter, wie schon Siemens gezeigt hat. Die Daimler-Rechnung werde ich in der nächsten Woche in der Actien-Börse vortragen. Anmerkung: Ein Kursziel für Siemens von 145 Euro war vor vier Monaten noch eine mutige Rechnung. Aktuell sind es 138 Euro. Was steckt für Daimler drin? Deutlich mehr!

Ihr

Hans Bernecker

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Hans A. Bernecker

Hans A. Bernecker Hans A. Bernecker ist das Urgestein der dt. Börse. Seit grob sechs Jahrzehnten bietet der Nationalökonom Orientierung bei der Markteinschätzung und der Ableitung von Investmentchancen. Neben seinem Informationsdienst "Die Actien-Börse" stehen diverse Börsenbriefe aus seinem Redaktionsteam. Charakteristisch ist sein Mut, bei Bedarf gegen den Meinungsstrom zu schwimmen. Dabei kommt ihm nicht nur sein langjähriger Erfahrungsschatz zugute, sondern auch unzählige persönliche Kontakte, die ihm besonders intime Einblicke ermöglichen.

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