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Trailing-Stopp zur Depotabsicherung (nicht nur) in Urlaubszeiten

| Quelle: INV

Gleich in fünf Bundesländern haben in den vergangenen Tagen bereits die Sommerferien begonnen. Viele unserer Leser werden daher in den kommenden Wochen ihren wohlverdienten Urlaub genießen. Dank der internetfähigen Smartphones ist der regelmäßige Blick auf die Aktienkurse in der Regel dennoch möglich. Der eine oder andere Anleger möchte aber lieber abschalten und von der Börse mal ein paar Tage nichts sehen und hören. Das ist nachvollziehbar, aber auch nicht ungefährlich. Zumindest in der Vergangenheit kam es in den Monaten August und September vergleichsweise häufig zu heftigen Turbulenzen an den Aktienmärkten. Und weil irgendwie jeder auch in diesem Jahr damit rechnet, könnte der Einbruch womöglich schon vorher erfolgen.

Neben den hier in den vergangenen Wochen aufgeführten Vehikeln zur Absicherung des Aktiendepots wie Reverse Bonuszertifikaten oder Put-Optionsscheinen gibt es natürlich auch die Möglichkeit, die einzelnen Depotwerte mit Stopp-Loss-Orders zu versehen. Sobald die eingegebene Stopp-Marke berührt oder unterschritten wird, erfolgt zum nächsten handelbaren Kurs automatisch der Verkauf der Position. Als Anleger muss man sich also nicht dauernd darum kümmern. Entweder platziert man diese Absicherung unter einer charttechnisch wichtigen Unterstützung oder man agiert nach dem Motto „Mehr als x Prozent will ich von diesem Niveau aus nicht verlieren“. Wichtig ist dabei nur, bei der Gültigkeit der Order einen ausreichend langen Zeitraum zu wählen, damit die Order (solange nicht ausgeführt) auch während des gesamten Urlaubs im Markt bleibt.

Ein Merkmal solcher Stopp-Loss-Ordere ist, dass der Stoppkurs immer konstant bleibt. Das macht vor allem dann Sinn, wenn man sich wirklich an einer konkreten Marke im Chart orientiert. Ansonsten ist eine Trailing-Stopp-Loss-Order vielleicht die bessere Alternative. Hier wird die Absicherungsmarke bei steigenden Kursen automatisch nach oben anpasst. Dadurch kann sukzessiv mehr Gewinn gesichert werden. Bei der Erteilung einer solchen Order gibt es in der Regel zwei Auswahlmöglichkeiten. Neben dem Initial-Stopp gibt man entweder einen absoluten oder einen prozentualen Abstand ein, der in Zukunft maximal zwischen dem aktuellen Aktienkurs und der Stopp-Loss-Marke vorhanden sein soll. Gucken wir uns dazu jeweils ein Beispiel an:

Bei einem aktuellen Kurs von 100 Euro setzen wir die Stopp-Loss-Marke auf 90 Euro und geben als Abstand einen absoluten Betrag von 10 Euro ein. Sobald die Aktie nun über 100 Euro steigt, wird der Stoppkurs so nachgezogen, dass der Abstand wieder genau 10 Euro beträgt. Bei einem Aktienkurs von 105 Euro würde dies also eine Stopp-Loss-Marke von 95 Euro bedeuten. Dabei muss der gewählte Abstand aber nicht zwingend dem Wert entsprechen, der bei Orderaufgabe zwischen Aktienkurs und Stopp-Loss-Marke besteht. In unserem Beispiel könnte also auch ein Abstand von 15 Euro gewählt werden. Dann würde die Absicherung von anfangs 90 Euro erst dann nachgezogen werden, wenn die Aktie über 105 Euro steigt.

Alternativ kann auch ein Wert von zum Beispiel 10 Prozent als Abstand genommen werden. Bei einem Kursanstieg auf 105 Euro läge der neue Stoppkurs dann nicht bei 95 Euro (wie es bei 10 Euro Abstand wäre), sondern bei 94,50 Euro. Wichtig: Bei fallenden Preisen verharrt die Stopp-Loss-Marke unverändert an ihrer letzten Position. Sie wird also nicht nach unten angepasst, damit der gewählte Abstand eingehalten wird. Dann würde die ganze Sache auch keinen Sinn ergeben, weil so nie ein Verkauf erfolgen könnte. Es handelt sich hierbei also immer um einen Maximalabstand, so dass eine Anpassung nur dann erfolgt, wenn die Aktie über den bislang höchsten Kurs seit Erteilung der Order steigt. In stetig steigenden Märkten ist das eine gute Variante, um völlig emotionslos die entstehenden Gewinne zu genießen und zumindest teilweise zu sichern.

Ein Allheilmittel sind die Trailing-Stopps trotz der genannten Vorteile ebenso wenig wie normale Stopp-Loss-Orders. So wird es immer mal wieder vorkommen, dass die Aktie die (nachgezogene) Stopp-Marke gerade so erreicht und der Kurs danach weiter ansteigt. Letztendlich ist es aber immer noch besser als gänzlich auf eine Absicherungs-Strategie zu verzichten und im Falle eines nachhaltigen Crashs sämtliche Gewinne wieder abzugeben und womöglich dicke Verluste zu erleiden. Denn eins ist klar: Der nächste Crash wird kommen, wann und in welchem Ausmaß auch immer.

Thomas Koch

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Investmentecke

Investmentecke Ralf Andreß gehört zu den erfahrensten Zertifikate-journalisten Deutschlands. Als freier Autor berichtet er seit mehr als 20 Jahren über strukturierte Produkte und initiierte bereits 1999 die mehrmals jährlich in "Die Welt" und "Welt am Sonntag" erscheinenden Fachreports zu Derivaten und Zertifikaten. Seit 2004 schreibt er auf Finanztreff.de für die tägliche Börsenkolumne "Investmentecke". Zudem ist er seit 2006 Chefredakteur des von ihm mit ins Leben gerufenen Fachmagazins "Der Zertifikateberater". 2008 wurde er beim erstmals vergebenen Journalistenpreis für die Berichterstattung über Zertifikate vom DDV zum "Journalist des Jahres" gekürt und wurde seither insgesamt vier Mal geehrt. Zuletzt im Jahr 2017 in dem er gemeinsam mit Daniela Helemann den Hauptpreis als „Journalist des Jahres“ erhielt.

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