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Traton: Deshalb enttäuscht der Börsengang der VW-Tochter

| Quelle: finanztreff | Lesedauer etwa 3 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Volkswagen -0,65% hat seine Lastwagen- und Bus-Sparte Traton an die Börse gebracht. Neben Frankfurt werden sie auch in Stockholm gehandelt, da die schwedische Marke Scania neben MAN +1,17% einen großen Teil der VW-Tochter ausmacht. Zum Unternehmen gehört auch die brasilianische Nutzfahrzeugtochter Volkswagen Caminhões e Ônibus. Der Ausgabepreis lag mit 27 Euro am unteren Ende der Spanne von 27 bis 33 Euro. 

Am Freitag-Vormittag nun sind die Traton-Papiere -1,57% exakt auf Höhe des Ausgabepreises von 27 Euro in den Börsenhandel gestartet. Ihr Tageshoch fanden die Papiere der Lkw- und Bussparte der Wolfsburger dann schnell bei 27,19 Euro, bevor sie unter Verkaufsdruck gerieten. Zuletzt kosteten sie nur noch 26,36 Euro.

Schon im Vorfeld lief es nicht so erfolgreich wie erhofft. Mit gut 1,5 Milliarden Euro flossen knapp 400 Millionen Euro weniger in die Kasse des Autobauers als ursprünglich maximal erhofft. 

LKWs sind in Zeiten der Diesel-Problematik offenbar nicht en vogue. Die Abgasreinigung eines Lkw kostet heute schon mehr als der Motor. "Die größte Herausforderung für die europäischen Lkw-Hersteller sind die immer strengeren Abgasvorschriften. Die Diesel-Technik wird immer aufwendiger und teurer", sagte Michael Schertler der Unternehmensberatung Bain. "Zugleich müssen die Hersteller viel Geld in Elektro-Fahrzeuge investieren. Dabei gehen sie große Wetten ein, denn keiner weiß, ob die Batterie oder die Wasserstoffzelle oder der Hybrid das Rennen macht."  

Mittelschwere LKW im Verteilerverkehr oder Kipplaster können mit Akku fahren. Aber der Fernverkehr? Mit zehn Tonnen schweren Akkus und stundenlangen Ladezeiten - wenn es überhaupt genug Parkplätze und Ladesäulen gäbe? "Statt eines Dieselmotors müssen die Hersteller in Zukunft eventuell verschiedene Nischenlösungen anbieten", sagt Schertler. "Das macht es teurer."  

Die EU schreibt vor, dass Lastwagen im Jahr 2030 ihren CO2-Ausstoß im Vergleich zu heute um 30 Prozent senken müssen - sonst drohen hohe Strafen. "Die EU-Vorgaben für 2030 könnten tatsächlich existenzgefährdend sein, wenn die hohen Investitionen mit einem konjunkturellen Abschwung zusammenkommen", sagt Schertler. "Wenn dann die nächste Rezession kommt, werden einige Hersteller in Bedrängnis geraten."  

In der Finanzkrise 2008/09 brachen die Verkäufe um die Hälfte ein. "Die Nutzfahrzeugbranche ist stark konjunkturabhängig", warnte Traton potenzielle Aktienkäufer in seinem Prospekt für den Börsengang des Unternehmens. Staatliche Klima- und Abgasvorschriften könnten zu erheblichen Kosten führen, und es sei nicht sicher, "dass der Gruppe die Entwicklung wirtschaftlich rentabler Produkte gelingen wird, die diesen Vorschriften entsprechen".  

Wenn Fahrer in Europa und den USA ein Drittel der Gesamtkosten eines Lkw ausmachen, könnten autonom fahrende Lastwagen ein Geschäft werden. Auf Autobahnen und in Häfen, Minen und Baustellen ohne öffentlichen Verkehr werden sie erprobt. Die USA und China sind neuen Technologien gegenüber offener. "Aber wenn der enorme Fahrermangel in Europa dazu führt, dass die Versorgung stockt, könnte es auch hier schneller gehen", sagt Eric Zayer, Partner bei Bain.

Mit Material von dpa-AFX

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