DAX ®12.938,01+0,64%TecDAX ®2.824,17+0,84%Dow Jones24.753,09-0,24%NASDAQ 1006.960,92+0,16%
finanztreff.de

Türkische Lira – Heiße (Langfrist-)Spekulation

| Quelle: INV | Lesedauer etwa 3 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Das ist ja gerade nochmal gut gegangen. Die beiden Erdogan-Kumpels Mesut Özil und Ilkay Gündogan sind trotz des eigentümlichen Auftritts mit dem türkischen Staatspräsidenten im Aufgebot für die Fußball-Weltmeisterschaft geblieben. Also für das deutsche Aufgebot. Dies nur zur Klarstellung und weil wir sehr gespannt sind, welche Grußbotschaft der mit zwei Pässen ausgestattete Gündogan seiner anderen Regierungschefin  Angela Merkel auf das Trikot schreiben wird. „Sein“ Präsident wird sich jedenfalls über die freundliche Unterstützung im Vorfeld der vorgezogenen Neuwahlen am 24. Juni gefreut haben, wo doch aus Deutschland sonst eher negative Nachrichten über Erdogan kommen.

Der wiederum hat gestern noch eine zweite wichtige Botschaft in die Welt gesendet, die dann auch an den Finanzmärkten entsprechende Resonanz gezeigt hat. In einem TV-Interview hat er nämlich angekündigt, dass er sich künftig auch stärker um die Geldpolitik kümmern will. Zwar solle die Notenbank theoretisch unabhängig bleiben, er werde aber die Verantwortung in Bezug auf die zu treffenden Schritte und Entscheidungen übernehmen, wie die Nachrichtenagentur Reuters zitiert.

Die dabei von dem selbsternannten „Feind der Zinsen“ angedachte Stoßrichtung ist klar: Die extrem hohen Zinsen sollen sinken, wobei noch unsicher ist, ob Erdogan dabei auch wirtschaftliche Aspekte bedacht hat oder ob auch dies nur vor dem Hintergrund des laufenden Wahlkampfes zu sehen ist! So oder so. Die Börse hat unmittelbar reagiert und die ohnehin seit geraumer Zeit im Tiefflug befindlichen türkischen Anleihen und die Landeswährung Lira in den freien Fall geschickt. Der Wechselkurs von Euro und Lira ist auf ein neues Hoch bei 5,268 gestiegen. Der USD/TRY-Kurs ist auf 4,45 in die Höhe geschnellt, womit die Lira allein in den letzten 5 Jahren gegenüber beiden Währungen beinahe 60 Prozent an Wert verloren hat.

Ein Ende des Schreckens ist hier zwar noch nicht recht absehbar, aber dramatische Abstürze wie dieser locken den einen oder anderen Hartgesottenen ja doch immer zum Einstieg. Besonders attraktiv waren dabei früher stets die Zinszertifikate der Commerzbank, deren Preise neben dem Wechselkurs immer auch die örtlichen Tagesgeldzinsen anrechneten. Diese sind allerdings nicht mehr verfügbar, sodass jetzt nur noch die BNP als Anbieter solcher „börsengehandelten Fremdwährungskonten“ übrig geblieben ist.

Bei der türkischen Lira werden dabei aktuell Zinsen von 6,25 Prozent pro Jahr angerechnet, wobei aber 1,0% p.a. gleich wieder als „Management-Gebühr“ einbehalten werden. Nicht ganz so schön, aber komfortabel bleibt das Instrument für die Spekulation auf eine Erholung der Lira dennoch (WKN: 918722). Welcher Zeithorizont dabei eingeplant werden muss, steht allerdings in den Sternen oder im Halbmond auf der türkischen Flagge.

Als nicht minder risikoreiche Alternative stehen natürlich auch Türkei-Anleihen zur Verfügung, von denen allerdings viele eine sehr hohe Mindeststückelung aufweisen. Ein auch in kleiner Ticket-Größe verfügbares Papier mit Fälligkeit im Jahr 2030, einem Zinssatz von 11,875% p.a. und dem Nominal in US-Dollar wäre die WKN 451038. Die Rendite des Papiers, bei dem eben auch ein zusätzliches Dollar-Risiko besteht liegt auf Basis der aktuellen Kurse bei 6,9% p.a.

Ralf Andreß

Schlagworte:
,
Werbung

Passende Hebelprodukte von

WKN Bezeichnung Hebel
DS3ZL0 EUR/TRY, SPOT Wave L 5.1 2018/08 (DBK) 9,672
DS37HN EUR/TRY, S WaveUnlimited S 6.2147 (DBK) 7,688
Werbung

Im Artikel erwähnt...

EUR/TRY
EUR/TRY - Performance (3 Monate) 5,5289 +0,19%
TRY +0,0106
Porträt - Chart
Nachrichten

25.05.
boerse.ARD.de
Erdogans Angstgegner

24.05.
boerse.ARD.de
Unsicherheit an den Börsen ist zurück

24.05.
boerse.ARD.de
Dax setzt Talfahrt fort
Weitere Wertpapiere...
EUR/TRY SPOT RATE Index open end (BNP) 99,54 -0,54%
EUR -0,54
Werbung

Investmentecke

Investmentecke Ralf Andreß gehört zu den erfahrensten Zertifikate-journalisten Deutschlands. Als freier Autor berichtet er seit mehr als 20 Jahren über strukturierte Produkte und initiierte bereits 1999 die mehrmals jährlich in "Die Welt" und "Welt am Sonntag" erscheinenden Fachreports zu Derivaten und Zertifikaten. Seit 2004 schreibt er auf Finanztreff.de für die tägliche Börsenkolumne "Investmentecke". Zudem ist er seit 2006 Chefredakteur des von ihm mit ins Leben gerufenen Fachmagazins "Der Zertifikateberater". 2008 wurde er beim erstmals vergebenen Journalistenpreis für die Berichterstattung über Zertifikate vom DDV zum "Journalist des Jahres" gekürt und wurde seither insgesamt vier Mal geehrt. Zuletzt im Jahr 2017 in dem er gemeinsam mit Daniela Helemann den Hauptpreis als „Journalist des Jahres“ erhielt.

» Alle News von Investmentecke
Werbung

News-Suche

Suchbegriff:
Werbung

Aktuelle Videos

zur Mediathek
Werbung
Börsenseminare: Investieren Sie in Ihre Bildung!
Werbung

Werbung
Börse Stuttgartschliessen
Börse Stuttgart

Vier Börsenneulinge, die man im Auge
behalten sollte.

In der neuen TrendScout-Folge des Anlegermagazins blicken wir auf spannende Börsenneulinge, die das Zeug dazu haben, sich in 2018 und darüber hinaus als Topperformer herauszustellen.

Mehr erfahren >>>
Diese Seite empfehlenschliessen
Interessant, oder?
Teilen Sie diese Seite auf Facebook, Google+ oder Twitter
Aktuelle Umfrageschliessen
Wie, glauben Sie, wird der DAX am Ende dieser Woche - KW 22 - stehen?
Jetzt abstimmen!
Alle Umfragen ansehen
schliessen