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Umgekippt!

| Quelle: Hans A. Berneck... | Lesedauer etwa 2 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Innerhalb von drei Tagen sind alle Finanzexperten schlicht umgekippt. Am Montag begann es mit dem ZEW-Indikator, dem am Mittwoch die amerikanische Version folgte, jeweils als Umfrage bei den Finanzanalysten bzw. Fondsmanagern. Die Dramatik war kaum zu überbieten:

 

Der ZEW-Indikator sprang von minus 25 in einem Zug auf minus 2 Punkte. Das schaffte er noch nie, seit es ihn gibt. Die amerikanischen Fondmanager, die immerhin rund 700 Mrd. Dollar verwalten, änderten ihre Meinung von minus 36 Prozentpunkte auf plus 6. Ebenfalls der größte Sprung seit 1994.

 

Vor vier Wochen galt in beiden Fällen das Gegenteil: Untergangsstimmung. Hätten sie einen Riecher für den Markttrend gehabt, so hätten sie mindestens ahnen können, dass ihre negative Stimmung falsch sein muss. Jetzt gibt es natürlich viele Erklärungen, warum und wieso etc. Was ist diesem Sachverhalt zu entnehmen?

 

Donald Trump und teilweise Brexit führten in den letzten Monaten zu einer Negativ-Hysterie, die kaum zu überbieten war. Die umfangreichen Verbindungen in den Netzwerken haben dies offenbar begünstigt, wofür es keine Beweise, aber Annahmen gab. Berühmte Ökonomen haben dies schon früher beschrieben, wie z.B. Adam Smith vor über 250 Jahren, John Maynard Keynes und Robert Shiller (einer der letzten Nobelpreisträger) mit der schlichten Erkenntnis: Hochgedrehte Negativ-Gefühle lösen für sich selbst eine Konjunktur-Baisse aus. Genau das spielte sich in den letzten Monaten ab.

 

2009 ist das Vorbild für 2019. Die damalige Szene wurde ausgelöst von dem damaligen Lehman-Fall mit einem Schreckensszenario in Deutschland, indem der Automarkt zusammenbrach, Kreditlinien der Banken gekürzt oder ganz gestrichen wurden, aber hinterher niemand erklären konnte, warum. Was entsteht daraus?

 

Baisse-Perioden dieser Art verlaufen stets relativ kurz, aber heftig. In jedem beschleunigten Absturz steckt dann die Gegenbewegung, die genauso heftig ausfällt, diesmal nach oben. Wer Spaß daran hat, nimmt die gaußsche-Glocke zur Hand und stellt sie auf den Kopf. Ich habe das schon dreimal in ähnlicher Situation als Leitlinie verwendet. Diesmal zum vierten Mal mit gleichem Ablauf.

 

Ihr

Hans A. Bernecker

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Hans A. Bernecker

Hans A. Bernecker Hans A. Bernecker ist das Urgestein der dt. Börse. Seit grob sechs Jahrzehnten bietet der Nationalökonom Orientierung bei der Markteinschätzung und der Ableitung von Investmentchancen. Neben seinem Informationsdienst "Die Actien-Börse" stehen diverse Börsenbriefe aus seinem Redaktionsteam. Charakteristisch ist sein Mut, bei Bedarf gegen den Meinungsstrom zu schwimmen. Dabei kommt ihm nicht nur sein langjähriger Erfahrungsschatz zugute, sondern auch unzählige persönliche Kontakte, die ihm besonders intime Einblicke ermöglichen.

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