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Update Bayer: Günstige Einigung in Glyphosat-Prozessen?

| Quelle: finanztreff | Lesedauer etwa 3 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Update: Darauf warten die Bayer-Anleger: Der wegen Tausender Glyphosat-Klagen unter Beschuss stehende Konzern strebt laut Insidern einen Vergleich in den USA an. Der Agrarchemie- und Pharmakonzern schlage eine Zahlung von bis zu 8 Milliarden US-Dollar (7,15 Mrd. Euro) vor, um die Klagen der zuletzt 18.400 Kläger beizulegen, wie die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf eine mit den Verhandlungen vertraute Person berichtet. Ein Bayer-Sprecher wollte dies auf Anfrage nicht kommentieren.  

Wenngleich eine Lösung der Causa Glyphosat noch Monate dauern könnte, wäre es ein Befreiungsschlag für den DAX +0,86%-Konzern. Die Bayer-Aktien +0,43% setzten denn auch ihre Erholungsrallye der vergangenen Tage mit einem satten Plus von zuletzt rund 8 Prozent fort. Zeitweise war das Plus sogar zweistellig auf 70 Euro. 

Die von Bloomberg genannten 8 Milliarden Dollar wären deutlich weniger als viele Analysten, die ohnehin mit einem Vergleich rechnen, zuletzt auf dem Zettel hatten. Analyst Markus Mayer von der Baader Bank etwa ging zuletzt davon aus, dass eine Einigung im Bereich um die 15 bis 20 Milliarden Euro (16,7 bis 22,3 Mrd. Dollar) positiv für den Aktienkurs wäre.

In den vergangenen Tagen hatten Investoren bereits die Vertagung eines für August angesetzten Glyphosat-Prozesses als Hinweis auf fortschreitende Vergleichsverhandlungen interpretiert. Der Druck auf Konzernchef Werner Baumann war in den vergangenen Monaten deutlich gestiegen, weil Bayer bereits drei Verfahren um Krebsrisiken glyphosathaltiger Unkrautvernichter mit Schadensersatzforderungen im jeweils mittleren bis hohen zweistelligen Millionen-Dollar-Bereich verloren hatte. Trotz der jüngsten Aktienkurs-Erholung notieren die Papiere immer noch rund 28 Prozent tiefer als vor der ersten Prozessschlappe wegen Glyphosat vor einem Jahr. 

Bayer fährt bisher offiziell zwar eine harte Linie und will vor Berufungsgerichte ziehen. Konzernchef Baumann hatte zuletzt abermals gesagt, dass ein Vergleich durchaus in Frage käme, wenn er wirtschaftlich Sinn machen würde.

Schon in den vergangenen Tagen hatte sich die Aktien von Bayer +0,43% ordentlich erholt. Allein am Donnerstag ging es um über sieben Prozent nach oben. Mittlerweile notieren die Papiere auf dem höchsten Niveau seit  März. Damals hatte eine schwere Schlappe in einem richtungweisenden Glyphosat-Prozess in den USA der Laune der Aktionäre einen schweren Dämpfer verpasst.  

Gestützt wurde die Bayer-Aktie zuletzt auch durch die Komplett-Übernahme des 2016 mit der Investmentgesellschaft Versant Ventures gegründete Gemeinschaftsunternehmens BlueRock Therapeutics. Für die noch nicht gehaltenen 59,2 Prozent sollen zunächst 240 Millionen US-Dollar (214 Mio. Euro) in bar fließen. Weitere bis zu 360 Millionen Dollar könnten dazu kommen, was aber von bestimmten Entwicklungsziele abhängt. Insgesamt ergibt sich damit eine Bewertung von bis zu rund einer Milliarde Dollar. Die Transaktion soll noch im dritten Quartal abgeschlossen werden. 

Bereits am Mittwoch hatten die Anteilsscheine sehr positiv auf den überraschend hohen Verkaufspreis für den Anteil am Chemiepark-Betreiber Currenta reagiert. 

Die gute Stimmung setzt sich fort, nachdem bekannt geworden war, dass die Leverkusener Insidern zufolge schon nächste Woche den nächsten großen Spartenverkauf ankündigen könnten. Der Pharmakonzern arbeite mit Elanco Animal Health an einem Deal zum Verkauf des Geschäfts mit Tiermedizin, berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf mit der Sache vertraute Personen. 

Angesichts dieser jüngsten Nachrichten haben sich einem Börsianer zufolge Anleger, die zuvor auf fallende Kurse gesetzt hätten, zu Zukäufen gezwungen gesehen, um ihre Verluste zu begrenzen. 

Auch charttechnisch sieht das Bild aktuell positiv aus für die Bayer-Aktien: Die Papiere hatten am Mittwoch sowohl die 21-Tage- als auch die 50-Tage-Linie überwunden, die als Indikatoren für den kurz- beziehungsweise mittelfristigen Trend gelten. Nun arbeitet der DAX-Wert an der einfachen 200-Tage-Linie, die den langfristigen Trend vorgibt. Sie verläuft derzeit bei 62,49 Euro, ist aber aktuell abwärts gerichtet. 

Mit Material von dpa-AFX

Sechs-Monats-Chart Bayer (in Euro)
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