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US-Indizes in Rekordlaune

| Quelle: ANOUCH_WILHELMS... | Lesedauer etwa 4 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Der Dow Jones hat es geschafft, genauso wie der S&P 500 und der Nasdaq 100. Es hagelte immer wieder neue Allzeithöchststände im Juli 2019 an der Wall Street. Ganz im Gegensatz zum deutschen Parkett. Der DAX konnte zwar auch zulegen, ist aber immer noch ein Stück von seinem Allzeithoch entfernt. Die Amerikaner haben nicht nur bei den Höchstständen schon länger die Nase vorn. Vergleicht man die Bewertung der Konzerne in den USA und in Deutschland, dann stellt man schnell fest, dass DAX-Unternehmen mittlerweile in einer anderen Liga spielen. Die Ursachen liegen natürlich auf der Hand. Vor allem in der Technologie-Industrie konnten deutsche Konzerne international nicht mit den Großen aus den USA mithalten.

Noch im Jahr 2000 lag der Wert aller 30 DAX-Unternehmen bei knapp 1 Billion D-Mark und der aller 30 Dow Jones-Titel bei knapp 4 Billionen US-Dollar. Im Laufe der Zeit stieg der Marktwert der US-Unternehmen um rund 70 Prozent. Demgegenüber lag das Plus beim DAX bei nur rund 15 Prozent. Ganz besonders deutlich wird dieser Unterschied bei den Topunternehmen. Derzeit größter Wert im DAX ist SAP mit einer Bewertung von knapp 150 Milliarden Euro. Im Dow Jones führt Microsoft die Rangliste an mit über 930 Milliarden Euro. Damit liegt der Wert von Microsoft bei 80 Prozent des gesamten DAX. SAP würde im 30 Titel umfassenden Dow Jones zurzeit auf Platz 20 liegen. Und viele Technologie-Werte sind dabei noch nicht einmal im Dow Jones vertreten. So sind die Aktien von Amazon (880 Milliarden Euro), Facebook (520 Milliarden Euro) und Netflix (140 Milliarden Euro) in Indizes wie dem S&P 500 oder dem Nasdaq 100 zu finden, nicht aber im Dow Jones.

Nicht zuletzt aufgrund dieser Entwicklungen blicken viele deutsche Privatanleger immer öfter auf die Aktienmärkte in Übersee. Im Zertifikatebereich der Commerzbank können wir seit geraumer Zeit einen Trend hin zu US-Investments feststellen. So liegen Indizes oder Einzelaktien aus den USA in den Statistiken weit oben. Für deutsche Privatanleger gibt es dabei aber eine Besonderheit zu beachten – den Währungskurseffekt. Da US-Aktien in US-Dollar notieren, müssen die Kurse hierzulande sowohl beim Kauf als auch beim Verkauf in Euro umgerechnet werden. Je nachdem wo der Wechselkurs zwischen Euro und US-Dollar liegt, kann das für einen deutschen Anleger von Vorteil oder von Nachteil sein.

Wer beispielsweise Anfang 2017 ein Index-Zertifikat auf den Dow Jones gekauft hatte, dessen Performance lag rund zwölf Monate später bei rund 10 Prozent. In der gleichen Zeit hatte sich der Dow Jones allerdings um rund 25 Prozent verteuert. Grund für die »schlechtere« Entwicklung war der Wechselkurs. Der Euro war stark und legte in dieser Zeit um rund 14 Prozent zu. Demgegenüber kann ein schwacher Euro auch einen positiven Effekt auf ein Investment in US-Dollar haben. Im 5-Jahres-Vergleich gewann der US-Dollar an Stärke und der Euro verlor rund 17 Prozent. Der Dow Jones legte in dieser Zeit rund 60 Prozent an Wert zu. Das Index-Zertifikat auf den Dow Jones stieg dagegen um gut 90 Prozent. Somit konnte über den Wechselkurseffekt ein Zusatzgewinn erzielt werden.

Wer langfristig investiert und an die Stärke des US-Dollar glaubt, der kann ohne Weiteres in US-Basiswerte investieren. Anleger, die sich vor einer US-Dollar-Schwäche schützen möchten, können trotzdem in US-Aktien investieren. Möglich machen das sogenannte Quanto-Zertifikate. Quanto steht dabei für »währungsgesichert«. Bei diesen Zertifikaten wird der Wechselkurs zwischen Euro und US-Dollar auf 1:1 festgelegt. Somit entspricht bei diesen Zertifikaten 1 US-Dollar 1 Euro. Wer zum Beispiel ein Index-Zertifikat Quanto (WKN: CJ8 M7L) auf den Dow Jones kauft, der investiert, als würde er in den USA leben und alle Transaktionen in US-Dollar abwickeln. Der Preis des Zertifikats liegt deswegen auch nahezu auf dem Niveau des Dow Jones selbst. Den einzigen Unterschied stellen die Kosten für die Währungsabsicherung dar. Diese orientieren sich in der Regel an der Zinsdifferenz zwischen den beiden Ländern und werden automatisch im Preis des Zertifikats verrechnet. Momentan liegen die Kosten unterm Strich für ein Index-Zertifikat auf den Dow Jones bei rund 0,66 Prozent pro Jahr (Quanto-Kosten in Höhe von ca. 2,2 Prozent pro Jahr um die Dividenden reduziert).

Um auf das Beispiel von 2017 zurückzukommen: Wer in ein Index-Zertifikat Quanto auf den Dow Jones investierte, dessen Performance lag bei rund 25 Prozent. Allerdings gilt das dann auch umgekehrt für den 5-Jahres-Zeitraum. Hier lag das Plus beim Index-Zertifikat Quanto auf den Dow Jones entsprechend bei 60 Prozent.

Quanto-Zertifikate werden in vielen Kategorien bei der Commerzbank angeboten. Neben Index-Zertifikaten gibt es auch Discount- und Bonus-Zertifikate sowie Turbo-Optionsscheine mit dem Zusatz Quanto. Eine Übersicht finden Sie auf der Website www.zertifikate.commerzbank.de.

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Anouch Wilhelms

Anouch Wilhelms Anouch Wilhelms ist Derivate-Experte bei der Commerzbank und in diesem Bereich mehr als 14 Jahre tätig. Er studierte Betriebswirtschaft in Frankfurt und Madrid und startete direkt nach dem Studium bei der Commerzbank in Frankfurt im Bereich Aktien und Rohstoffe. Heute ist er Spezialist für strukturierte Wertpapiere. Anouch Wilhelms ist als Derivate-Experte der Commerzbank regelmäßig Gast im TV (z.B. n-tv Telebörse) und schreibt regelmäßig Gastbeiträge in Tageszeitungen und Fachmagazinen. Außerdem moderiert er die Sendung „Das Marktgespräch – ideasTV“.

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