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US-Staatsanleihen sollen auch im nächsten Crash der große Gewinner sein

| Quelle: INV | Lesedauer etwa 3 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Dass die Crash-Propheten gerade jetzt nach der allem Anschein nach erfolgreichen Bodenbildung an den Aktienmärkten aus ihren Löchern kommen, verwundert schon ein bisschen. Aber vielleicht hat die Dauer-Hausse der vergangenen Jahre einfach zu heftige Spuren hinterlassen und die Bären zuletzt etwas zurückhaltender werden lassen. Jetzt aber haben wir nicht nur Albert Edwards, den Aktienstrategen der Societe Generale, der vor einem Absturz des S&P 500 um mindestens 75 Prozent warnt (Investmentecke von gestern). Auch Mark Mobius, einer der weltweit bekanntesten Fondsmanager und mit mittlerweile 81 Jahren ungemein erfahren, geht von einem massiven Kurseinbruch an den amerikanischen Aktienmärkten aus. Seiner Meinung nach wartet der Markt nur noch auf einen Auslöser für den Absturz, dessen wahrscheinliches Ausmaß er auf ca. 30 Prozent beziffert. Gerade den immer größer werdenden Einfluss der stark nachgefragten Exchange Traded Fund (ETF) auf Aktienindizes hält er im Falle einer beginnenden Verkaufswelle für gefährlich. Wenn aus Angst vor weiter fallenden Kursen viele Anleger die Reißleine ziehen, könnte sich der Abwärtstrend dadurch erheblich verstärken.

Nachdem wir uns gestern angesehen haben, wie ähnlich denkende Anleger an den Aktienmärkten agieren könnten, gucken wir uns heute noch eine weitere Möglichkeit an, von dem beschriebenen Crash-Szenario finanziell zu profitieren. Edwards geht nämlich auch davon aus, dass die Anleiherenditen in den USA in der nächsten Rezession in den negativen Bereich fallen werden. Für die kommenden sechs bis 18 Monate empfiehlt er daher insbesondere den Kauf von US-Staatsanleihen als sicheren Hafen. Neben einzelnen Anleihen könnten Anleger alternativ auch Exchange Traded Funds (ETF) kaufen, die in amerikanische Staatsanleihen investieren. Deren Kurse würden bei sinkenden Renditen wieder steigen, nachdem es hier (durch die gestiegenen Renditen) zuletzt eher abwärts ging. Ein Trend, der nach Ansicht vieler anderer Analysten übrigens noch eine ganze Weile anhalten dürfte.

Das wäre bei einem solchen ETF aber nicht ganz so schlimm, weil zumindest ein Teil der kurzfristig drohenden Kursverluste durch die recht üppige Verzinsung der Anleihen aufgefangen werden dürfte. Zehnjährige US-Anleihen werfen zurzeit eine Jahresrendite von gut 2,8 Prozent ab, das ist doppelt so viel wie Mitte 2016. Dementsprechend ist der Kurs des T-Note-Futures als Kursbarometer dieser Anleihen um mehr als 10 Prozent gefallen. Natürlich könnte man auch „einfach“ auf wieder steigende Notierungen des T-Note-Futures spekulieren. Das wäre über entsprechende Hebelprodukte problemlos möglich, erweist sich auf Dauer aber als recht kostenintensiv. Und ausreichend Zeit sollte man bei so einem antizyklischen Investment schon mitbringen.

Besser geeignet erscheint uns da zum Beispiel ein ETF mit dem Namen „iShares USD Treasury Bond 7-10yr“, der bei geringen Kosten (TER von 0,2 Prozent p.a.) die Kursentwicklung eines US-Anleihe-Portfolios widerspiegelt. Das wiederum besteht nur aus amerikanischen Staatsanleihen (bestmögliches Rating) mit einer Restlaufzeit zwischen 7 und 10 Jahren. Die Zinsen dieser Papiere fließen direkt in das Portfolio zurück, so dass keine Ausschüttungen anfallen. Der ETF hat seit Mitte 2016 mit gut 15 Prozent noch etwas mehr an Wert verloren als der T-Note-Future. Das lag vor allem an dem Anstieg des Euro zum US-Dollar, der sich bei dem in Euro notierten ETF negativ auf die Performance ausgewirkt hat. Dieses „Währungsrisiko“ stellt gleichzeitig natürlich auch eine Chance dar, weil ein fallender Euro/Dollar-Kurs positive Effekte auf den Kurs des ETF hätte. Und in Krisenzeiten wird die amerikanische Währung normalerweise gerne als „Fluchtwährung“ genutzt. So war es zumindest in der Vergangenheit häufig. Wer übrigens vor fünf Jahren in dieses Produkt investiert hat, freut mich heute trotz der in diesem Zeitraum recht deutlich gestiegenen Renditen und des jüngsten Rückschlags über ein Kursplus von immerhin noch 10 Prozent (WKN: A0X8SJ).

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iSh VII $ Treas Bd 7- USD (A
iSh VII $ Treas Bd 7- USD (A - Performance (3 Monate) 116,61 +0,96%
EUR +1,11
Porträt - Chart - Kennzahlen - Zusammensetzung
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Investmentecke

Investmentecke Ralf Andreß gehört zu den erfahrensten Zertifikate-journalisten Deutschlands. Als freier Autor berichtet er seit mehr als 20 Jahren über strukturierte Produkte und initiierte bereits 1999 die mehrmals jährlich in "Die Welt" und "Welt am Sonntag" erscheinenden Fachreports zu Derivaten und Zertifikaten. Seit 2004 schreibt er auf Finanztreff.de für die tägliche Börsenkolumne "Investmentecke". Zudem ist er seit 2006 Chefredakteur des von ihm mit ins Leben gerufenen Fachmagazins "Der Zertifikateberater". 2008 wurde er beim erstmals vergebenen Journalistenpreis für die Berichterstattung über Zertifikate vom DDV zum "Journalist des Jahres" gekürt und wurde seither insgesamt vier Mal geehrt. Zuletzt im Jahr 2017 in dem er gemeinsam mit Daniela Helemann den Hauptpreis als „Journalist des Jahres“ erhielt.

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