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Verlaufsmuster der „7er-Jahre“ deutet auf eine Sommer-Rally hin

| Quelle: INV

Es gibt an der Börse zahlreiche Ansätze, um die zukünftige Entwicklung von Kursen möglichst treffsicher zu prognostizieren. Das eine Lager favorisiert die fundamentale Analyse der Unternehmenszahlen, das andere Lager bedient sich der so genannten Charttechnik. Ebenfalls recht beliebt sind statistische Kennzahlen aus der Vergangenheit, von denen sich Marktteilnehmer wertvolle Hinweise auf die Zukunft versprechen. Bekannte Beispiele dafür sind vor allem die „Jahresendrally“ und die „Sell in may“-Regel. Auch wenn sich das alles rein logisch maximal ansatzweise erklären lässt, bestehen solch auffällige Kursbewegungen seit vielen Jahren, wobei es (natürlich) immer mal wieder Ausnahmen gibt, wo die Regeln überhaupt nicht funktionieren.

Interessant ist im laufenden Jahr bislang vor allem der Vergleich der Aktienmarktentwicklung (anhand des Dow Jones Index) mit dem Durchschnittsverlauf der „7er-Jahre“, also allen Jahren, die auf eine 7 enden. Wie eine jüngst im „Wellenreiter Invest“ abgebildete Grafik zeigt, sind die ersten fünf Monate dieser Jahre im Schnitt von einer relativ bewegungsarmen Seitwärtskonsolidierung geprägt, was sich auch 2017 wieder so gezeigt hat. Sollte der Gleichklang mit dem Durchschnittsverlauf im Rest des Jahres weiter anhalten, dürfen sich die Bullen auf eine sehr freundliche Kursentwicklung in den kommenden zwei Monaten einstellen, bevor die Notierungen ab Anfang August wieder abbröckeln und es im Oktober sogar zu einem deutlichen Einbruch kommt. Zum Jahresende hin würden sich die Kurse dann wieder stabilisieren. Unter dem Strich ist die durchschnittliche Performance des Index in den 7er-Jahren mit einem Minus von gut 2 Prozent dennoch leicht negativ.

Dass sich dieses Muster in diesem Jahr exakt so darstellen wird und das Ganze auch noch eins zu eins auf den Dax oder andere Indizes übertragen werden kann, ist natürlich sehr unwahrscheinlich. Komplett ignorieren sollte man solche Verlaufsmuster aber auch nicht, vor allem wenn es in einem Jahr so gut passt wie bislang in diesem. Die typischen saisonalen Muster würde das beschriebene Szenario ebenfalls unterstützen. Und grundsätzlich gilt ja, dass jeder Analyse-Ansatz immer dann besonders gut funktioniert, wenn viele Anleger daran glauben und entsprechend agieren. Self-fulfilling prophecy nennt man das dann, weil diejenigen, die an die Vorhersage glauben, sich so verhalten, dass diese sich tatsächlich auch erfüllt.

Die Kollegen von „Wellenreiter Invest“, die gerne mit solchen Grafiken arbeiten ohne diesen blind zu vertrauen, empfehlen vor Long-Einstiegen trotz des aussichtsreichen Durchschnittsverlaufs eine Bestätigung durch neue Hochs im S&P 500 abzuwarten. Beim Dax sprechen die technischen Analysten der DZ Bank von einer laufenden moderaten Konsolidierungsphase, die bislang auch noch nicht überwunden werden konnte. Weil gleichzeitig aber die Verkäufer fehlen, um die Korrektur noch stärker auszudehnen, müsse man „mit hoher Wahrscheinlichkei“t von einer „Fortsetzung der Rally mit neuen Bewegungshochs“ ausgehen. Als nächstes „„Etappenziel“ wird dabei die Marke von 13.060 Punkten genannt. Das würde auch zu dem Durchschnittsverlauf des Dow Jones passen.

Thomas Koch

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