DAX ®13.169,92+0,70%TecDAX ®2.818,23+0,44%Dow Jones24.834,41-0,72%NASDAQ 1006.893,62-0,17%
finanztreff.de

Verschuldung und Zinsen - droht Ungemach?

| Quelle: FIN_BLOG | Lesedauer etwa 3 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

In diesem Blog-Beitrag möchten wir Ihnen einige makroökonomische Zusammenhänge und Entwicklungen darbieten. Denn das Thema Schulden ist nicht erst seit dem "Government Shutdown" in den USA ein wichtiges Thema.

Der weltweite Schuldenberg von 233 Billionen USD liegt mittlerweile mehr als dreimal so hoch wie das weltweite Bruttosozialprodukt. Aus den Zahlen des Institute of International Finance (IIF) geht auch hervor, dass alleine in den letzten 10 Jahren diese Summe um 50 Billionen USD zunahm.

Seit 2002 hat sich die Gesamtverschuldung bis zum Ende des dritten Quartals 2017 nahezu verdreifacht. Dabei teilt sich die Verschuldung folgendermaßen auf: 63 Billionen in Staatsschulden, 58 Billionen USD in Finanzschulden (also von Banken etc.), 68 Billionen USD Nicht-Finanzschulden (also Unternehmen, Stiftungen etc., die nicht im Finanzsektor tätig sind) sowie 44 Billionen an Schulden privater Haushalte: 

Dennoch, trotz neuer Rekordstände hat sich das Verhältnis der Gesamtschulden zum weltweiten Bruttosozialprodukt aufgrund eines steigenden Wirtschaftswachstums nicht weiter verschlechtert im letzten Jahr. Das schlechteste Verhältnis wurde im ersten Quartal 2017 erreicht und liegt nun bei 318%, fast 10 Prozentpunkte unter dem Q1 2017. Neben dem Wirtschaftswachstum haben auch Bemühungen ausufernde Verschuldung einzudämmen (z.B. in China und Kanada) dazu beigetragen.

Analysten des IIF warnten allerdings, dass dieses Wirtschaftswachstum trotz wachsender Schulden bald zu einem Ende kommen könnte. Der wachsende Schuldenberg könnte außerdem als Bremse für die Notenbanken wirken, die bemüht sind die Leitzinsen anzuheben. Eine Erhöhung der Zinsen könnte das Potential zur Bedienung des Schuldendienstes von hoch verschuldeten Unternehmen und Staaten ernsthaft gefährden. So etwas kann auch schnell zu Kettenreaktionen führen.

2018 ist in der Tat das erste Jahr seit langem, in dem die Erwartung der Zinsen höher als im Vorjahr liegt: 

Auch im Bankenbereich sehen wir momentan eine Erhöhung der Kreditrisiken, in den ersten Monaten des Jahres 2018 ist der Spread zwischen dem Londoner Interbankenzins LIBOR und der sogenannten Overnight Indexed Swaprate (OIS) rasant gestiegen: 

Dieser Spread drückt im Grunde nichts anderes als das Kreditrisiko im Bankensektor aus und ist nun auf den höchsten Stand seit 2012 (Griechenlandkrise) gestiegen.

Wir erleben also weiterhin ein Umfeld steigender Verschuldung, was für sich genommen zu weiterem Wirtschaftswachstum führen sollte. Auf der anderen Seite drohen immer deutlicher höhere Zinsen, was zu gravierenden Problemen in der Kreditbedienung führen könnte angesichts der Rekordschuldenstände. Wird man diese Gratwanderung von der Notenbankseite her weiter im Griff haben?

Wir möchten Ihnen daher empfehlen, auch die Entwicklungen an den Kreditmärkten zu verfolgen, insbesondere der Zinsentwicklung, denn die zusammenbrechenden Aktienmärkte 2008 waren nichts weiter als eine Folge einer Kreditkrise.


Viel Erfolg bei der Finanzanlage wünscht Ihnen das Team von finanztreff.de

Bildquelle mit CC0-Lizenz: https://pixabay.com/de/blizzard-schnee-frau-winterkleidung-1245929/ 

Schlagworte:
, ,
Werbung
Werbung
Werbung

News-Suche

Suchbegriff:
Werbung

Aktuelle Videos

zur Mediathek
Werbung
Börsenseminare: Investieren Sie in Ihre Bildung!
Werbung

Werbung
Börse Stuttgartschliessen
Börse Stuttgart

Vier Börsenneulinge, die man im Auge
behalten sollte.

In der neuen TrendScout-Folge des Anlegermagazins blicken wir auf spannende Börsenneulinge, die das Zeug dazu haben, sich in 2018 und darüber hinaus als Topperformer herauszustellen.

Mehr erfahren >>>
Diese Seite empfehlenschliessen
Interessant, oder?
Teilen Sie diese Seite auf Facebook, Google+ oder Twitter
Aktuelle Umfrageschliessen
Welches dieser sozialen Medien nutzen Sie vor allem?
Jetzt abstimmen!
Alle Umfragen ansehen