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Viel Wirbel um nichts – Exotische Optionsscheine erst verboten und dann wieder erlaubt

| Quelle: INV | Lesedauer etwa 3 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

An den Aktienmärkten hat sich in den vergangenen zwei Monaten nicht allzu viel getan. Die Grundtendenz während unserer Sommerpause war aber positiv, gerade was die Mid-Caps und die Tech-Werte betrifft. Und das, obwohl von politischer Seite aus die Zahl der potenziellen Störfeuer eher noch zugenommen hat. Alles andere als ruhig ging es bei den Anbietern von strukturierten Wertpapieren in Deutschland zu. Vor allem den Emittenten von exotischen Optionsscheinen wurde im Sommer nur wenig bis gar keine Erholung gegönnt. Ursächlich dafür war ein Beschluss der europäischen Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde ESMA, nach dem Anfang Juli ein zunächst auf drei Monate befristetes Handelsverbot für Privatanleger bei binären Optionen in Kraft trat. Davon betroffen waren auch die bei einigen Investoren durchaus beliebten „Exoten“ wie Inline-, StayHigh- und StayLow-Optionsscheine. Daraufhin mussten bei den einzelnen Banken natürlich schnell Entscheidungen getroffen und zahlreiche Fragen von Anlegern beantwortet werden, die diese Scheine gerne handeln.

Die Emittenten reagierten dabei durchaus unterschiedlich. Bei Anbietern wie der Deutschen Bank und der Societe Generale werden bei den betroffenen Scheinen seitdem keine Briefkurse mehr gestellt. Investierte Anleger können ihre Papiere also noch verkaufen, Neuinvestments sind aber nicht mehr möglich. Die Franzosen haben die Scheine sogar fast komplett von ihrer Homepage entfernt. Anleger müssen schon explizit nach der WKN suchen, eine Auswahl über das Produkt-Menu ist zurzeit nicht möglich. Bei anderen Emittenten wie der Commerzbank und der HypoVereinsbank (HVB) deutet auf den ersten Blick wenig bis gar nichts auf eine Veränderung hin. Beide Institute zeigen auch weiterhin Kurse für den Kauf und den Verkauf an. Allerdings gelten diese nur für „professionelle Kunde im Sinne der europäischen Finanzmarktrichtlinie MiFID II“, wodurch der „normale“ Privatanleger auch hier nicht handeln kann. Bei der HVB ist das in den Produkt-Portraits auch klar ersichtlich, während man bei der Commerzbank vergeblich nach irgendeinem Hinweis sucht. Hier ist man der Ansicht, dass das Segment von einer eher aufgeklärten und kleinen Zielgruppe gehandelt wird, sodass durch die Berichterstattung in der Presse ausreichend Information zur Verfügung gestellt wurde.

Mittlerweile hat sich die ganze Angelegenheit aber ohnehin schon wieder in eine andere Richtung entwickelt. Wie vor gut einer Woche bekannt wurde, hat die ESMA bei der Verlängerung des Produktverbotes explizit Finanzinstrumente ausgenommen, die bei Auflegung eine Mindestlaufzeit von 90 Tagen aufweisen, mit einem Prospekt unterlegt sind und bei denen der Anbieter die Marktrisiken nicht selbst übernimmt und nur vorher transparente Kosten vereinnahmt. Für Privatanleger hat das zur Folge, dass Inline- und Stay-Optionsscheine ab Oktober wieder ganz normal gehandelt werden dürfen. Die Gespräche, die der Deutsche Derivate Verband (DDV) und seine Mitglieder vor diesem Hintergrund mit der Behörde geführt hatten, haben demnach also gefruchtet. Das ist wohl die beste Nachricht an dieser ganzen Geschichte.

Noch bevor das Verbot zurückgenommen wurde, hat zudem einer der Emittenten relativ kurzfristig eine Art „Ersatz-Produkt“ auf den Markt gebracht. Wie genau die neuen „Seitwärts-Optionsscheine“ funktionieren und wie sie im Vergleich zu klassischen Inline-Optionsscheinen einzuschätzen sind, gucken wir uns morgen im Detail an.

Thomas Koch

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Investmentecke

Investmentecke Ralf Andreß gehört zu den erfahrensten Zertifikate-journalisten Deutschlands. Als freier Autor berichtet er seit mehr als 20 Jahren über strukturierte Produkte und initiierte bereits 1999 die mehrmals jährlich in "Die Welt" und "Welt am Sonntag" erscheinenden Fachreports zu Derivaten und Zertifikaten. Seit 2004 schreibt er auf Finanztreff.de für die tägliche Börsenkolumne "Investmentecke". Zudem ist er seit 2006 Chefredakteur des von ihm mit ins Leben gerufenen Fachmagazins "Der Zertifikateberater". 2008 wurde er beim erstmals vergebenen Journalistenpreis für die Berichterstattung über Zertifikate vom DDV zum "Journalist des Jahres" gekürt und wurde seither insgesamt vier Mal geehrt. Zuletzt im Jahr 2017 in dem er gemeinsam mit Daniela Helemann den Hauptpreis als „Journalist des Jahres“ erhielt.

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