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VIRUS/ROUNDUP: Debatte um Schließungen in Italien - Teleunterricht und spielen

| Quelle: dpa-AFX | Lesedauer etwa 3 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen
ROM (dpa-AFX) - Online-Unterricht, Babysitter und Großeltern im Einsatz: In ganz Italien wurden Schulen, Kindergärten und Universitäten wegen der Coronavirus-Krise geschlossen. Die Regierung erwägt nun Hilfen für Eltern, die nicht zur Arbeit gehen können. Eine Möglichkeit sei eine Unterstützung für die Kosten der Babysitter oder bezahlter Sonderurlaub für Eltern, sagte Familienministerin Elena Bonetti am Donnerstag im Radio. Die Großeltern müssten vor Ansteckungen geschützt werden. Denn das Virus kann vor allem für ältere Menschen gefährlich werden. Dennoch waren vor allem die "nonni" (Großeltern) im Einsatz.

Regierungschef Giuseppe Conte hatte ein Dekret unterschrieben, wonach alle Schulen und Unis bis 15. März geschlossen bleiben. Italien ist das Land in Europa mit den meisten bestätigten Infektionen mit der Lungenkrankheit Covid-19. Mittlerweile sind es rund 3100 Fälle, mehr als 100 Menschen starben bisher. Vor allem die Regionen Lombardei und Emilia-Romagna haben hohe Fallzahlen.

Conte rief die Menschen zu einer "zusätzlichen Anstrengung" auf, um weitere Ansteckungen durch das Virus einzudämmen. Oppositionsparteien forderten Unterstützung für Eltern, die nicht arbeiten gehen können. Zudem entbrannte eine Debatte über Sinn oder Unsinn der Maßnahme, um weitere Ansteckungen zu vermeiden. Auch das wissenschaftliche Komitee der Regierung habe Zweifel am Nutzen der Maßnahme gehabt, berichteten italienische Medien.

Regierungschef Conte rechtfertigte sich für die Entscheidung in einer Videobotschaft am Mittwochabend. Der Grund für drastische Maßnahmen sei, die Versorgung aller Patienten in Kliniken zu garantieren. Wenn die Zahl der Ansteckungen rapide steige, könne eine Versorgung derer, die Intensivmedizin benötigten, nicht gewährleistet werden.

In dem Dekret der Regierung steht zudem, dass Menschen mindestens einen Meter Abstand voneinander halten und auf Umarmungen und Küsschen verzichten sollen. Ältere Menschen sollten zuhause bleiben. "Wir sind ein starkes Land. Ein Land, das nicht aufgibt", sagte Conte. "Wir sitzen alle im gleichen Boot." Die allermeisten Menschen würden wieder genesen.

Nicht nur Schulen, Kindergärten und Universitäten werden geschlossen. Auch Sportveranstaltungen jeder Art, darunter Fußballspiele der Ersten Liga, müssen ohne Publikum ausgetragen werden. Auch Kinos und Theater müssen vorerst zu bleiben.

Viele Schulen riefen Eltern dazu auf, online Schulmaterial abzurufen und zuhause ein wenig Stoff durchzunehmen. An manchen Schulen wurde Video-Musikunterricht angeboten, Universitäten behelfen sich mit Podcasts. Die deutsche Schule in Rom rief Eltern der Grundschule zum Beispiel dazu auf, nicht nur zu lernen, sondern mit den Kindern zuhause auch zu backen, zu kochen und zu spielen. Die meisten Eltern mussten auf die Hilfe von Großeltern und Kindermädchen zurückgreifen
- oder gingen nicht zur Arbeit.

"Meine größte Sorge ist, dass wir am 15. nicht in die Schule zurückkehren", sagte die Selbstständige Julia Brunelli, die in Rom wohnt und nun mit zwei Kindern zuhause arbeitet. "Die Politik hat Angst, Verantwortung zu übernehmen. Da lässt sie lieber das Land untergehen."

Anders sahen das die Verantwortlichen. "Die Regierung hat außergewöhnliche Maßnahmen ergriffen, wie die vorübergehende Schließung der Schule, um die Gesundheit der Bürger zu schützen", erklärte Außenminister Luigi Di Maio am Donnerstag auf Facebook. "Wir haben die Pflicht, das Land sicher zu machen." Die Italiener reagierten mit großer Gelassenheit./reu/DP/eas


Quelle: dpa-AFX
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