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Volkswagen-Aktie kaum zu bremsen

| Quelle: finanztreff | Lesedauer etwa 4 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Volkswagen hat am Morgen seine Quartalszahlen vorgelegt. Der weltweit größte Auto-Konzern wurde demnach zu Jahresbeginn von schwächeren Verkäufen sowie Sondereinflüssen für Rechtsrisiken in Milliardenhöhe belastet. Allerdings schnitt die Marke Volkswagen besser als erwartet ab. Mit fast fünf Prozent Plus setzten sich die VW-Vorzugsaktien -1,04% an die Dax-Spitze.

Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern sank im ersten Quartal auf Jahressicht um 0,3 Milliarden Euro auf 3,9 Milliarden Euro, wie die Wolfsburger mitteilten (hier die Original-VW-Meldung). Negative Sondereinflüsse aus Rechtsrisiken in Höhe von einer Milliarde Euro hätten sich belastend ausgewirkt. Was für Rechtsrisiken das sind, teilte das Unternehmen zunächst nicht mit.

Vor Sondereinflüssen legte das operative Ergebnis dagegen um 0,6 Milliarden Euro auf 4,8 Milliarden Euro zu. Dabei kam dem Konzern die Neubewertung von Finanzgeschäften in Höhe von 0,4 Milliarden Euro zugute. Der Konzernumsatz stieg insgesamt auch dank der Finanzsparte um 3,1 Prozent auf 60 Milliarden Euro. Finanzvorstand Frank Witter sprach von einem guten Start ins Jahr.

Analysten hatten zuvor mit einem bereinigten operativen Ergebnis in Höhe von rund 3,9 Milliarden Euro gerechnet. Analyst Jose Asumendi von JPMorgan etwa sprach von einem soliden Start ins Jahr für den Konzern, Umsatz und operatives Ergebnis seien besser ausgefallen als vom Markt erwartet.

Weniger ausgelieferte Fahrzeuge

Der Konzern muss sich mit schwachen Automärkten herumschlagen, Milliardeninvestitionen in E-Mobilität und Digitalisierung belasten den Autobauer, dazu kommen drohende Stellenstreichungen und immer wieder "Dieselgate" (siehe unten). Schlechtere Geschäfte etwa auf dem wichtigsten Einzelmarkt China sorgten dafür, dass Volkswagen im ersten Quartal rund 2,6 Millionen Fahrzeuge an die Kunden auslieferte - 2,8 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum.

Zwar bedeuteten die weltweiten Konjunkturrisiken Herausforderungen, erklärte Witter. Aber: "An unseren Zielen für 2019 halten wir trotzdem fest." Volkswagen erwartet, dass der Umsatz im Gesamtjahr um bis zu 5 Prozent zulegen wird, die operative Umsatzrendite vor Sondereinflüssen - also der Anteil des operativen Gewinns am Umsatz - werde zwischen 6,5 und 7,5 Prozent liegen. Einschließlich der Sondereinflüsse werde die Rendite am unteren Ende dieser Spanne liegen.

Die Kernmarke VW Pkw steigerte ihre Erlöse im ersten Quartal um 7,1 Prozent auf 21,5 Milliarden Euro. Allerdings belasteten negative Sondereinflüsse von 400 Millionen Euro die Marke. Vor Sondereinflüssen verbesserte sich das operative Ergebnis von 879 Millionen Euro auf 921 Millionen Euro. Dafür waren der Schwenk zu teureren Autos wie auch Kostensenkungen verantwortlich, hieß es.

Die kriselnde Nobeltochter Audi +0,25% verbuchte ein operatives Ergebnis von 1,1 (Vorjahreszeitraum: 1,3) Milliarden Euro. Volkswagen begründete dies unter anderem mit dem An- und Auslaufen von Modellen sowie den Schwierigkeiten mit dem neuen Abgas- und Verbrauchsprüfstandard WLTP. Der Umsatz sank von 15,3 Milliarden Euro auf 13,8 Milliarden Euro - allerdings seien Mehrmarken-Vertriebsgesellschaften aus der Marke Audi herausgelöst worden.

Bei Porsche ging das Ergebnis im Automobilgeschäft um knapp 12 Prozent auf 829 Millionen Euro zurück. Bei dem Sportwagenbauer lag der Rückgang den Angaben zufolge vor allem an weniger Verkäufen zu Jahresbeginn. Auch die Stuttgarter haben mit WLTP Probleme. Die Sparte der Volkswagen-Finanzdienstleistungen legte operativ im ersten Quartal auf 638 Millionen Euro zu - nach 608 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum.

Im Gesamtjahr geht Volkswagen trotz der schwachen Märkte davon aus, dass die Auslieferungen an die Kunden den Wert des Vorjahres leicht übertreffen werden. 2018 hatte der Konzern mit 10,83 Millionen Fahrzeugen mehr Autos ausgeliefert als jemals zuvor.

Die Marken des Volkswagen-Konzerns


"Diesel-Gate" kostet VW nun schon 30 Milliarden Euro

Die Kosten für den Diesel-Skandal haben beim Volkswagen-Konzern die Marke von 30 Milliarden Euro erreicht. Im ersten Quartal verbuchte der Konzern eine weitere Milliarde Euro an Belastung für Rechtsrisiken in dem Zusammenhang mit der Manipulation von Diesel-Abgaswerten, wie aus dem Zwischenbericht der Wolfsburger vom Donnerstag hervorging.

Darin seien Kosten für Rechtsanwälte, Vergleiche und für noch ausstehende Verfahren enthalten, sagte Volkswagen-Finanzvorstand Frank Witter in einer Telefonkonferenz. Damit seien die derzeit absehbaren Kosten abgedeckt. Weitere seien aber auch nicht ausgeschlossen, sagte Witter.

Den Großteil des für den Skandal aufgewendeten Geldes hat VW bis dato für Vergleiche in Nordamerika verbucht. Der Konzern habe noch erhebliche rechtliche Themen, die noch nicht final entschieden seien, sagte Witter. Derzeit laufen in Deutschland mehr als 60.000 Einzelverfahren gegen Volkswagen oder Konzerngesellschaften, die meisten davon sind auf Schadenersatz oder Rückabwicklung gerichtet.

Zudem klagen Aktionäre vor dem Oberlandesgericht Braunschweig, weil sie sich vom Konzern zu spät über das finanzielle Ausmaß der Dieselaffäre informiert fühlen.

Mit Material von dpa-AFX

12-Monats-Chart Volkswagen Vz. (in Euro)
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