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Volkswagen: Das müssen Sie zum Traton-Börsengang wissen

| Quelle: finanztreff | Lesedauer etwa 3 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Frische Mittel für den Aufbau eines „weltweiten Champions“ – das erhofft sich der Volkswagen-Konzern vom Börsengang der Lkw- und Bustochter Traton. In zwei Wochen soll es soweit sein.

Der Verkauf von gut einem Zehntel der Anteile soll bis zu 1,9 Milliarden Euro in die Kassen spülen. Der erste Handelstag ist für den 28. Juni geplant. Private und institutionelle Anleger können die Aktien von voraussichtlich 17. bis 27. Juni zeichnen.

Insgesamt strebt Volkswagen eine Gesamtbewertung von 13,5 bis 16,5 Milliarden Euro für Traton an. Im März noch hatte VW die Pläne wegen der Bedingungen an den Finanzmärkten vorerst auf Eis gelegt. Das Unternehmen wollte die Anteile an der Sparte mit den großen Nutzfahrzeugen nicht unter Wert verkaufen. In Medienberichten war zuvor über eine angepeilte Bewertung von bis zu 25 Milliarden Euro spekuliert worden.

Frisches Geld für „weltweiten Champion“

Das Geld soll nach früheren Angaben von Konzernchef Diess in der Sparte bleiben und deren Wachstumsstrategie stützen. Nutzfahrzeugvorstand Renschler will den Lkw- und Bushersteller zu einem "weltweiten Champion" machen. Das bemisst sich für den Manager aber nicht nur an reinen Stückzahlen - Branchenrivale Daimler ist als Weltmarktführer bei schweren Nutzfahrzeugen hier auch weit voraus.

Das Vorhaben ist ein wichtiger Baustein in den Plänen von VW-Chef Herbert Diess, der den Börsenwert von VW steigern will. Unter Analysten und Investoren gilt es als einfacher, verschiedene Geschäfte unabhängig voneinander bewerten zu können. Große, mitunter undurchsichtige Mischkonglomerate werden an der Börse daher oft mit einem Abschlag zum eigentlichen rechnerischen Wert gehandelt. Für Manager kann es daher erstrebenswert sein, Randgeschäfte zu verkaufen oder an die Börse zu bringen. Auch der Maschinenbauer Renk und der Großmotorenbauer MAN Energy Solutions stehen bei Diess auf dem Prüfstand.

"Der Börsengang hat das klare Ziel, Mehrwert für unsere Stakeholder zu schaffen", sagte VW-Finanzvorstand Frank Witter. Damit sind neben Mitarbeitern und anderen Interessenten auch die Aktionäre gemeint.

Konjunkturabhängiges Geschäft – das jedoch gut läuft

Im vergangenen Jahr verkaufte Traton weltweit 233.000 Nutzfahrzeuge, Daimler zusammengenommen rund 548.000 Trucks und Busse. Vor allem in Asien und Nordamerika hat Traton Nachholbedarf, will aber hier über Partnerschaften stärker Fuß fassen. In Europa und Südamerika hingegen hat Traton die Nase vorn.

Zu Traton gehören die Hersteller Scania, MAN und die brasilianische Nutzfahrzeugtochter Volkswagen Caminhões e Ônibus. Das Unternehmen erzielte 2018 einen Umsatz von 25,9 Milliarden Euro, der um Sondereffekte bereinigte Gewinn vor Zinsen und Steuern lag bei 1,7 Milliarden Euro. Scania steuert bei Umsatz und Gewinn den größten Teil bei. Im ersten Quartal kletterte der Umsatz von Traton im Jahresvergleich um sechs Prozent auf 6,4 Milliarden Euro, das operative Ergebnis um mehr als ein Fünftel auf 470 Millionen Euro.

Derzeit laufen die Nutzfahrzeugmärkte noch gut, auch weil sich etwa Südamerika von einer tiefen Krise erholt. Allerdings ist das Geschäft stark konjunkturanfällig. Mit dem Abschwung der Weltkonjunktur könnte sich also auch die Lage bei den Lkw-Herstellern wieder eintrüben.

Mit Material von dpaAFX.
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