DAX®15.422,30-0,24%TecDAX®3.517,04-0,24%S&P 500 I4.175,70-0,18%Nasdaq 10014.041,91+0,11%
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Volljährig

| Quelle: Hans A. Berneck... | Lesedauer etwa 3 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Der DAX ist in dieser Woche volljährig geworden. Früher wurde man es mit 21 Jahren, jetzt sind es 18. Der DAX überschritt soeben, wenn auch ganz knapp, den bisherigen Rekordstand seiner Geschichte nach 21 Jahren im Kurs-DAX und nicht im gemogelten Performance-DAX. Wie ist dies zu deuten?

Der Kurs-DAX bildet den exakten Wert aller enthaltenen Titel ab. Das entspricht allen anderen Leitindizes in der Welt. Somit ist er ein echter Vergleich zu allen anderen. Der Wert des DAX errechnet sich zurzeit mit etwa 1,35 Bio. Euro. Er erreicht damit den niedrigsten Wert in Relation zur Wirtschaftsleistung des Landes. Alle anderen Indizes von Industrieländern liegen weit darüber. Ist man großzügig und rechnet auch M- und SDAX dazu, kommt man bereinigt auf einen Wert der deutschen Börse von ungefähr 1,75 Bio. Euro. Auch das ist im Verhältnis zur Wirtschaftsleistung sehr bescheiden.

Der Vorsprung der anderen ist deshalb die Herausforderung für den DAX, eine ähnliche Bewertung zu erreichen, oder aber er läuft weiterhin hinterher. Ist das eine Frage der Qualität der Titel der im DAX geführten Werte oder ein anderer Fehler im deutschen Strickmuster?

Die im DAX enthaltenen Konzerne sind durchweg Weltunternehmen. Lediglich die zwei Wohnungsbauer sind deutsch in ihren Assets. Alle anderen arbeiten mehr oder weniger mit sehr hohen Auslandsquoten, also entweder Export oder Auslandsproduktion, und sie sind damit voll in die Weltwirtschaft eingebunden. Keiner ist ein wirklicher Außenseiter.

Der Aufbruch in eine neue Sicht begann vor etwa zwei Jahren. Seitdem bemühen sich Weltkonzerne wie Siemens um eine neue Struktur, um dynamischer zu werden. Inzwischen sind Daimler und VW auf der gleichen Schiene unterwegs und weitere kündigten bereits entsprechende Schritte an. Darauf ist im Einzelnen nicht einzugehen, aber:

Der Wert deutscher Unternehmen lässt sich nicht am KGV allein messen, sondern am Wert des Umsatzes, seiner Marktgeltung und an den jeweiligen Geschäftsfeldern. In der Auflösung dieser Quoten liegt die Zukunft der Bewertung. Vorsichtig gerechnet:

Die Bewertungsreserve lässt sich für alle DAX-Unternehmen um etwa 30 – 35 % höher annehmen. Vorbild dafür war Siemens. Mit einer solchen Auflösung von Konzernen verbinden sich also zum einen die Aufdeckung von echten Vermögenswerten und zum anderen die erwähnte Dynamisierung der jeweiligen Folgeunternehmen. Das ergibt eine vorsichtige Vermögensreserve von etwa 400 Mrd. Euro als Summe. Im Vergleich zum erwähnten Marktwert lässt sich unschwer formulieren: Ein DAX-Ziel von 20.000 ist das Minimum. Denn das wären etwa die genannten 30 – 35 %. Sinn macht dies auch aus anderer Sicht:

Das jeweils geschätzte und gewichtet gerechnete KGV im DAX wird zurzeit mit etwa 14 per 2022 kalkuliert. Es ist die bekannte Hochrechnung der Analysten. Die Quellen sind Bloomberg und Refinitiv. Im internationalen Vergleich in Europa und USA liegen die vergleichbaren Bewertungen in den dortigen Indizes um 2 bis 3 Punkte höher, also überschlägig um mehr als 20 %. Daraus ergibt sich die gleichfalls bekannte Unterbewertung.

Um die Sache möglichst einfach zu formulieren: Sowohl in der objektiven Vermögensbewertung als auch in der kalkulierten Ertragsbewertung errechnet sich für den DAX eine Zielprojektion, die über 20.000 reicht. Was ist dafür nötig?

Eine neue deutsche Regierung mit erkennbaren Qualitäten in der wirtschaftspolitischen Einschätzung, mithin in den Personen als Minister, die diesem Anspruch genügen. Mehr nicht.

Ihr

Hans A. Bernecker

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Hans A. Bernecker

Hans A. Bernecker Hans A. Bernecker ist das Urgestein der dt. Börse. Seit grob sechs Jahrzehnten bietet der Nationalökonom Orientierung bei der Markteinschätzung und der Ableitung von Investmentchancen. Neben seinem Informationsdienst "Die Actien-Börse" stehen diverse Börsenbriefe aus seinem Redaktionsteam. Charakteristisch ist sein Mut, bei Bedarf gegen den Meinungsstrom zu schwimmen. Dabei kommt ihm nicht nur sein langjähriger Erfahrungsschatz zugute, sondern auch unzählige persönliche Kontakte, die ihm besonders intime Einblicke ermöglichen.

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