DAX®13.116,25-0,70%TecDAX®3.118,02+0,55%Dow Jones 3027.657,42-0,88%Nasdaq 10010.936,98-1,30%
finanztreff.de

Vorstandsumbau im VW-Konzern sorgt für Unsicherheit

| Quelle: finanztreff | Lesedauer etwa 3 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Ein großangelegter Personalwechsel im VW-Konzern bringt neue Kräfte an die Spitze. Eine prominente Personalie sorgt jedoch für Unsicherheit bei den Anlegern von Traton.

Der auf den ersten Blick prominentesten Abgang: Andreas Renschler, Chef des börsennotierten Lkw- und Busgeschäfts von Traton. Neuer Vorstandschef von Traton wird Matthias Gründler, der bereits bis Mai 2018 als Finanzchef im Unternehmen tätig war. Neben Renschler muss auch der MAN-Chef seinen Posten räumen und auch bei VWN gibt es Änderungen.

Von langer Hand geplante und an zahlreichen Strippen gezogene Personalrochaden sind im größten Autokonzern der Welt nichts Ungewöhnliches. So hatte es etwa auch bei der Neuausrichtung der Pkw-Marken etliche Veränderungen gegeben. Dass speziell Renschlers nun in nur einer Woche seinen Platz räumen muss, ist überraschend.

VW-Aufsichtsratschef Hans Dieter Pötsch spricht zum Abschied zwar in den höchsten Tönen von Renschler. Dieser habe, speziell mit Blick auf den Börsengang, "maßgeblichen Anteil am erfolgreichen Kurs, den Traton eingeschlagen hat". Er gehe "im besten gegenseitigen Einvernehmen", betont der Konzern.

Hinter solchen Formulierungen kann sich freilich auch der Nachhall harter Auseinandersetzungen und Revierkämpfe verbergen. Es hatte schon Berichte über Reibereien an der Traton-Spitze gegeben. Demnach soll Renschler eine zentralere Aufstellung der Entwicklung angestrebt haben – auf Kosten der einzelnen Marken. Auch im Verhältnis zwischen Management und Mitarbeitervertretung gab es Misstöne. Die Anforderungen an Schichtpläne während der Corona-Auszeit und besonders die Probleme beim Golf 8 gingen am ganzen Management nicht spurlos vorbei.

Das machen die Aktien von Traton und VW

Die Traton-Aktie +0,64% verlor am Nachmittag 2,2 Prozent auf 17,18 Euro. Vor gut einem Jahr hatte VW die Nutzfahrzeugholding zu 27 Euro je Aktie an die Börse gebracht, die Wolfsburger halten nach wie vor 89,7 Prozent der Anteile. Die VW-Aktie lag 1,7 Prozent im Minus bei 135,72 Euro.

Aus Sicht des Mainfirst-Analysten Alexander Wahl ist der Umbau im Management ein "Schlag für die Anlagestory" von Traton. Renschler sei die treibende Kraft hinter einer engeren Kooperation von MAN und Scania gewesen. Das Hauptargument für die Traton-Aktie sei aktuell die Schöpfung von Synergien zwischen den beiden.

NordLB-Analyst Frank Schwope sprach von einem "Paukenschlag". Die Ablösung Renschlers habe überrascht, da Traton auf seine Initiative hin eilig an die Börse gebracht worden sei - noch vor der Hebung wesentlicher Synergien zwischen den Konzernmarken MAN und Scania. Dem neuen Chef komme nun mitten in der weltweiten Wirtschaftskrise die Aufgabe zu, Scania und MAN enger zu verzahnen. Durch gemeinsame Entwicklungen und Einkäufe sollten sich dadurch langfristig Synergien in Milliardenhöhe heben lassen, glaubt Schwope.

Mit Material von dpaAFX.
Werbung

Das könnte Sie auch interessieren

News-Suche

Suchbegriff:

Aktuelle Videos

HSBC Trading TV

Werbung

Trading-Tipp

Börsen & Märkte

US-Marktüberblick

zur Mediathek
Werbung

Werbung
Diese Seite empfehlenschliessen
Interessant, oder?
Teilen Sie diese Seite auf Facebook oder Twitter
Wenn Sie auf die Teilen-Buttons klicken und sich bei den Betreibern einloggen, werden Daten an den jeweiligen Betreiber übermittelt. Bitte beachten Sie die Datenschutzerklärung.
Aktuelle Umfrageschliessen
Wie, glauben Sie, wird der DAX am Ende dieser Woche - KW 39 - stehen?
Jetzt abstimmen!
Alle Umfragen ansehen