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VW jagt TESLA

| Quelle: Hans A. Berneck... | Lesedauer etwa 2 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Vor wenigen Wochen hätte es noch niemand gewagt, VW zuzutrauen, sich als größter Autokonzern der Welt (neben TOYOTA) in der Stückzahl und im Umsatz gegen den Kultnamen TESLA direkt zu stellen. Wie der Markt auf diese Sensation reagiert hat, erlebten Sie in den letzten Tagen. Was heißt Jagd? 

TESLA bleibt für alle Ewigkeit das Pilotprojekt der E-Mobility. Diesen Rang verdient es und sein Chef ebenfalls. Der Zweite, der sich gegen TESLA stellen wird, domiziliert ebenfalls in Kalifornien und alle Cheftechniker kommen von deutschen Autobauern, die anschließend die TESLA-Produktion aufgebaut haben und nun unter dem Namen LUCID inklusive des Börsen-SPACs mit Namen CHURCHILL CAPITAL in den Ring steigen. 

Die Deutschen haben den bekannten Ruf, nicht die Schnellsten zu sein. Wenn sie es aber gepackt haben, dann in der Regel richtig. VW nimmt 14 Mrd.  in die Hand, um eine eigene Batterietechnik aufzubauen. In Sachen Software arbeitet man mit den Amerikanern zusammen, insbesondere MICROSOFT. Damit ist die strategische Linie klar.

TESLA peilt 1 Mio. Pkw-Produktion im Jahr an. Soweit bekannt per 2022. Das ergibt einen Autoumsatz in den geschätzten Größen zwischen 48 und 55 Mrd. $ und sicherlich ein tragbares Ergebnis, aber: Die Marge wird bereits geringer, wie es logischerweise zu jeder Autoproduktion gehört. Das jährliche Wachstum reduziert sich kontinuierlich im gleichen Umfang, wie die Gegner in den Markt einsteigen. Dieser Logik kann sich niemand verschließen. Marktwert dafür runde 630 Mrd. $. Wenn TESLA seine Produktion hochfahren will, muss es neue Fabriken bauen, egal wo. 

VW steht in einer anderen Ausgangslage. Alle Bänder können jederzeit in jedem Land auf E-Mobil umgestellt werden. Dafür steht die Logistik, die Technik, die Arbeitskräfte und offenbar auch das Geld. Damit gewinnt VW eine Position, die von TESLA nicht erreicht werden kann. Es ist der klassische Fall, wie ein Pionier schrittweise von den Nachfolgern gejagt wird und natürlich die Bewertung entsprechend anzupassen ist. Wie weit? 

VW bringt zurzeit gut 90 Mrd. € auf die Waage oder umgerechnet 112 Mrd. $. Folge:

Wie viel wird TESLA schrittweise verlieren und wie viel kann VW schrittweise zulegen? Die Begleitung durch DAIMLER und BMW ist zu unterstellen, spielt aber in diesem besonderen Fall keine wesentliche Rolle. Für alle Börsianer eine gute Lehre: Der irrsinnigen Begeisterung für TESLA folgt wie üblich die schrittweise Ernüchterung. Die infolge des Diesel-Skandals angeschlagene deutsche Autoindustrie steht mitten im Comeback. Das ist Börse.  

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Hans A. Bernecker

Hans A. Bernecker Hans A. Bernecker ist das Urgestein der dt. Börse. Seit grob sechs Jahrzehnten bietet der Nationalökonom Orientierung bei der Markteinschätzung und der Ableitung von Investmentchancen. Neben seinem Informationsdienst "Die Actien-Börse" stehen diverse Börsenbriefe aus seinem Redaktionsteam. Charakteristisch ist sein Mut, bei Bedarf gegen den Meinungsstrom zu schwimmen. Dabei kommt ihm nicht nur sein langjähriger Erfahrungsschatz zugute, sondern auch unzählige persönliche Kontakte, die ihm besonders intime Einblicke ermöglichen.

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