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Wacker Chemie schockt die Anleger

| Quelle: finanztreff | Lesedauer etwa 2 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Schwache Preise für den Solarindustrie-Grundstoff Polysilizium haben dem Chemiekonzern Wacher Chemie die Gewinnprognose für das laufende Jahr verhagelt. Die Bayern gehen trotz eines erwarteten höheren Polysiliziumabsatzes von einem Rückgang des Konzerngewinns vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) um 10 bis 20 Prozent aus, wie sie am Dienstag in München mitteilten. Nach 930 Millionen Euro im Jahr 2018 entspricht das einem Einbruch auf 744 bis 837 Millionen Euro und wäre deutlich weniger, als Analysten im Durchschnitt auf dem Zettel haben.

Mit dem Ausblick erwischte Wacker die Anleger auf dem falschen Fuß. Die Aktien von Wacker Chemie -0,25% brachen am Dienstagmittag um gut zehn Prozent auf unter 86 Euro ein und rangieren damit mit großem Abstand am Ende der MDax-Werte. Auch die als kurzfristiger Trendindikator wichtige 50-Tage-Linie bei 87,15 Euro wurde unterschritten (siehe Chart unten). Zum Wochenstart hatten sich noch von der Hoffnung auf eine Erholung der Polysilizium-Preise profitiert.

Wird beim Jahresausblick ein stabiles Ebitda in den anderen Geschäftsbereichen unterstellt, würde das für die Polysilizium-Sparte 2019 einen operativen Verlust implizieren. Bereits 2018 war das Ebitda in diesem Segment um drei Viertel auf 70 Millionen Euro eingebrochen. Neben einer schwachen Nachfrage im wichtigen chinesischen Markt infolge einer verringerten staatlichen Solarförderung hinterließ auch ein Produktionsausfall im US-Werk Charleston infolge einer Explosion im Jahr 2017 Spuren. Erst Anfang Dezember hatte die Produktion dort wieder die volle Kapazität erreicht.

Im Zusammenhang mit der Explosion wartet Wacker Chemie immer noch auf eine Versicherungszahlung. Im Januar hatte es geheißen, dass die Gespräche mit der Assekuranz noch liefen. das Unternehmen rechnet weiterhin mit dem Schadensausgleich, der im Ausblick für 2019 aber nicht berücksichtigt ist.

Beim Umsatz rechnet der MDax-Konzern 2019 derweil mit einem Anstieg im mittleren einstelligen Prozentbereich. Bei einer angenommenen Steigerung um 5 Prozent wären das etwa 5,2 Milliarden Euro nach 4,98 Milliarden Euro im vergangenen Jahr. Zumindest das wäre mehr als Experten derzeit im Durchschnitt erwarten.

Neben höheren Verkaufszahlen im Polysilizium-Geschäft setzt Wacker dabei auf eine gute Entwicklung im Chemiegeschäft. So war 2018 etwa die Silikon-Sparte, die auch Dicht- und Schmiermittel für die Bau- und Autoindustrie herstellt, stark gewachsen. In der Polymer-Sparte für Bindemittel und Lackharze war der Umsatz im vergangenen Jahr zwar noch leicht gestiegen, allerdings hatten höhere Rohstoffkosten auf den Gewinn gedrückt.

Mit Material von dpa-AFX

Sechs-Monats-Chart Wacker Chemie in Euro
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