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Wall Street: Die überkaufteste Situation aller Zeiten?

| Quelle: FIN_BLOG | Lesedauer etwa 4 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Mit dem mehr als 300-Punkte Rückgang am 30.01. scheinen die US-Aktienmärkte zumindest ein wenig den extrem überkauften Zustand reduziert zu haben. Im heutigen Beitrag wollen wir einige interessante Grafiken veranschaulichen, um die derzeitige Situation der US-Aktienmärkte auch in einem historischen Kontext zu betrachten.

Aktuell ist es so, dass der S&P 500 den überkauftesten Zustand seit Bestehen aufweist.

Quelle: www.zerohedge.com

Ein Maß dafür ist der RSI, der Relative-Stärke-Index, der erstmals einen Wert über 90 beim S&P 500 annahm.

Aber auch andere Rekorde wurden gebrochen. So haben die US-Aktienmärkte die Serie von Tagen ohne 5%-Korrektur aus den 90er Jahren übertroffen, die damals bei 394 Tagen lag. Momentan gehen wir hier auf die 400 Tage zu, sollte es nicht bald zu einer ernsthaften Korrektur kommen:

Quelle: Goldman Sachs Global Investment Research

Der Durchschnitt seit 1929 liegt bei etwa 100 Tagen, bis spätestens eine mindestens 5%-ige Korrektur einsetzte.

Gleichzeitig wurde ein weiterer Rekord erzielt, der den sogenannten Risikoappetit betrifft. Wie der Name unschwer verrät, drückt der Risikoappetit den Willen von Investoren aus, sich in risikoreichen Vermögenswerten, also zum Beispiel auch Aktien, zu engagieren.

Quelle: Goldman Sachs Global Investment Research

Laut Goldman Sachs erreichte der „Risk Appetite“ den höchsten Wert seit Beginn der Messung im Jahre 1991. Er übertrifft damit also auch den Wert, der zu Zeiten der New-Economy-Blase um die Jahrtausendwende erreicht wurde.

Daneben war in den letzten Wochen auch eine sehr seltene Konstellation zu beobachten. Während nämlich der S&P 500 fast täglich neue Hochs markierte, zog gleichzeitig der Volatilitätsindex VIX deutlich an. Normalerweise fällt der VIX mit stetig steigenden Indexkursen. Er markierte entsprechende Allzeittiefs im Laufe des Jahres 2017. Nicht jedoch in den letzten Wochen, trotz weiter steigendem S&P 500 bewegte sich der VIX nahe dem 2-Monatshoch.

 

Quelle: Goldman Sachs Global Investment Research

Solche Konstellationen, mit dem VIX nahe dem 2-Monatshoch und dem S&P 500 weniger als ein halbes Prozent vom 52-Wochenhoch entfernt, tauchten oftmals vor großen Korrekturen oder gar dem 1987er Crash auf. Mitte der 90er Jahre stellte sich solch eine Konstellation allerdings auch vor einem gigantischen Anstieg ein, wie im Chart zu sehen ist.

Die fundamentale Bewertung der US-Aktienmärkte hat ebenfalls Höchstwerte erreicht und bisherige Marken zur Jahrtausendwende bereits überschritten. So werden die Aktien des S&P 500 bereits mit dem 2,35-fachen der aggregierten Unternehmensumsätze (Kurs-Umsatz-Verhältnis) bewertet, höher als im Hoch der New-Economy-Blase:

Quelle: www.zerohedge.com

Bestimmte Bewertungsproblematiken, wie in diesem Artikel bereits beschrieben, sind in dieser Betrachtung nicht einmal berücksichtigt.

Heißt das alles nun wir stehen vor einem großen Crash? Oder ist diesmal wirklich „alles anders“ („This time it’s different“). Das können wir Ihnen natürlich leider nicht sagen. Vorsicht ist auf jeden Fall geboten. Vorsichtige Anleger können auch über eine Absicherung des Aktienportfolios nachdenken, hilfreich ist dabei auch unser Absicherungsrechner.

Ein ganz wesentlicher Faktor der „Rally“ seit 2009 ist natürlich die Geldpolitik der Notenbanken, die unzählige Billionen an Liquidität durch eine Vielzahl von Maßnahmen für Geschäftsbanken und im weiteren Sinne andere Marktteilnehmer „bereit gestellt“ haben. Dies ist sicherlich ein Punkt der „diesmal anders“ ist.

Seit Herbst 2017 befindet sich die US-Notenbank (FED) nach eigenen Aussagen in einem Prozess der „Normalisierung“. Konkret heißt das, dass die aufgeblasene Bilanz der Federal Reserve Bank langsam aber stetig wieder in normale Bereiche geführt werden soll.

Zunächst soll das dadurch geschehen, dass Zinseinnahmen aus gehaltenen Anleihen nicht mehr in neue Anleihen reinvestiert werden.

Schaut man sich jedoch die Bilanz der FED an, so zeigt sich, dass der Prozess der „Normalisierung“ in einem atemberaubenden Tempo stattfindet. Nämlich in einem atemberaubend langsamen Tempo:

Quelle: www.zerohedge.com

Seit Ankündigung der Bilanzreduktion im September 2017 wurde die Bilanz zum Jahresende um ganze 10 Mrd. USD reduziert. Was viel klingen mag, ist bei den gegebenen Dimensionen (Bilanzsumme ca. 4.500 Milliarden USD) so gut wie nichts, wie obiger Chart verdeutlicht.

Insofern droht vielleicht von Notenbankseite weniger Ungemach, als der Eine oder Andere zu glauben scheint.

Wir hoffen, wir konnten Ihnen hiermit ein paar interessante Aspekte zu den US-Aktienmärkten aufzeigen und wünschen Ihnen wie immer viel Erfolg bei der Geldanlage.

 

Viel Erfolg und immer ein offenes Auge an langfristigen Markttrends wünscht Ihnen das Team von finanztreff.de

 

Bildquelle mit CC0-Lizenz: https://pixabay.com/de/wer-wie-was-wo-warum-wann-fragen-2985525

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