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Wie gehabt!

| Quelle: Hans A. Berneck... | Lesedauer etwa 3 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Am Freitag letzter Woche schlug der Blitz ein. Blitze haben unterschiedliche Wirkungen. In der Regel sind sie natürlich kurz und heftig in der Erscheinung, aber die Wirkung verläuft sehr differenziert. Schlägt der Blitz in einen Baum ein, ist dieser gespalten. Trifft es einen Menschen, so ist die Wahrscheinlichkeit eines Todesfalles sehr groß. Trifft es in ein Holzhaus, brennt dies mit ziemlicher Sicherheit ab. Etwas besser verhält sich ein Steinhaus, wo wahrscheinlich der Giebel getroffen wird. Genauso ist die Wirkung der jüngsten Ereignisse an den Börsen der letzten 5 Tage.

 

Die aktuelle Überschrift in der deutschen Presse lautet (Donnerstag): Corona zerreißt die Lieferketten. Diese Headline lasen Sie vor drei Jahren zum Thema Brexit und vor gut zwei Jahren zum Thema Zollkonflikt. Nun ist das Virus dran. Keine Frage: Natürlich hat eine solche Epidemie ihre Wirkungen auf verschiedene Branchen oder Unternehmen, da und dort auf Investitionen oder einzelne Unternehmen. Wie geht man damit um? Eine seriöse Analyse hat einen Worstcase und einen Bestcase zur Grundlage. Aus beiden entsteht kein normaler Schnitt, sondern die höchste Wahrscheinlichkeit, die nicht in der Mitte, sondern zur einen oder anderen Seite ausschlägt. Das ist der gewogene Schnitt.


Ereignisse wie diese kann man unterschiedlich angehen. Mit Angst oder mit konstruktiven Plänen. Zunächst arbeiten die Gesundheitsbehörden in allen Ländern höchst effektiv und sehr engagiert. Darin liegt der wichtigste Schlüssel bezüglich der Gefahr der Ausbreitung oder der Begrenzung. Dazu gehört die Erkenntnis, dass Epidemien dieser Art endlich und nicht unendlich dauern.

 

Die Märkte, sowohl New York als auch Frankfurt, versuchen genau diesen Sachverhalt einzupreisen. Während BDI oder OECD und sonstige Experten natürlich warnen, was sie nie anders können, steigen die Kurse, teils heftig, teils in der Breite, jedenfalls weitgehend anders, als sämtliche Prognosen der Börsenexperten lauteten. Deshalb sind wir einen anderen Weg gegangen: Wie gehabt. In einer solch emotional aufgeladenen Atmosphäre prägen Ängste das Verhalten. Das ist natürlich und verständlich, aber nicht klug. Schnäppchen ist ein unschönes Wort, aber trifft den Sachverhalt recht gut. Die andere Seite kann man sich ebenfalls vorstellen: Die Bundeskanzlerin ist nicht für starke Worte bekannt, aber ein einziges Mal in ihrer gesamten 16-jährigen Karriere als Bundeskanzlerin verwendete sie mit großem Engagement den Ausdruck mitten in der Flüchtlingskrise vor knapp 4 Jahren: „Wir schaffen das.“ Jetzt geht es darum: Wie machen wir das?

 

Von der Politik Geld zu verlangen, ist billig. Das kann jeder. Aber in seinem Umfeld, ob Unternehmer oder in anderer Form, aktiv zu werden, ist die Herausforderung in einer solchen Krise oder Krisenstimmung. Darauf warten wir noch.

 

Ihr

 

Hans A. Bernecker

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Hans A. Bernecker

Hans A. Bernecker Hans A. Bernecker ist das Urgestein der dt. Börse. Seit grob sechs Jahrzehnten bietet der Nationalökonom Orientierung bei der Markteinschätzung und der Ableitung von Investmentchancen. Neben seinem Informationsdienst "Die Actien-Börse" stehen diverse Börsenbriefe aus seinem Redaktionsteam. Charakteristisch ist sein Mut, bei Bedarf gegen den Meinungsstrom zu schwimmen. Dabei kommt ihm nicht nur sein langjähriger Erfahrungsschatz zugute, sondern auch unzählige persönliche Kontakte, die ihm besonders intime Einblicke ermöglichen.

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