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wikifolio-Zertifikate: Spannende Suchfilter und noch viel mehr

| Quelle: INV | Lesedauer etwa 4 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Zum Abschluss unserer kleinen Serie zum Thema Social Trading bei wikifolio.com schauen wir uns heute noch mal genau an, wie Sie als interessierter Anleger bei der Vielzahl an verfügbaren Produkten den Überblick behalten und gezielt nach den zu Ihren Vorstellungen passenden wikifolio-Zertifikaten suchen können. Auf der Homepage des Plattformanbieters haben Sie die Möglichkeit, die fast 20.000 existierenden wikifolios durch bestimmte Suchfilter einzugrenzen. Sinn macht dabei zunächst einmal ein Haken bei „Nur investierbare wikifolios“, weil es bei allen anderen wikifolios (noch) keine Zertifikate auf diese Musterdepots gibt und sie daher auch nicht an etwaigen Erfolgen partizipieren können. Eine weitere ganz sinnvolle Idee könnte sein, sich ausschließlich auf die „Real-Money-wikifolios“ zu konzentrieren. Dieser Status wird verliehen, wenn der Trader regelmäßig nachweisen kann, dass er selbst mindestens 5000 Euro in „sein“ Zertifikat investiert hat. Die Motivation dieser Trader könnte etwas größer und/oder nachhaltiger sein, wenn es um ihr eigenes Geld geht.

Allein durch diese zwei Filter fallen bereits mehr als 95 Prozent der wikifolios durchs Raster und das Produktspektrum reduziert sich auf „nur“ noch gut 820 Kandidaten. Viele Anleger grenzen die Suche weiter ein, indem sie nur wikifolios „ohne Hebelprodukte“ auswählen. Das mag aus Risikogesichtspunkten zunächst einmal sinnvoll klingen und ist bei wikifolio.com deshalb sogar als Such-Standard eingestellt. Sie sollten dabei aber drei Sachen bedenken: Erstens werden Hebelprodukte von professionellen Börsianern oft zur Depot-Absicherung gegen temporäre Kursrückschläge eingesetzt, was sich auf Dauer sogar risikominimierend auswirken kann. Zweitens ist es bei wikifolio.com nur mit Hebelprodukten möglich, auch in längeren Abschwungphasen Geld zu verdienen. Das kann und wird irgendwann mal wieder ein wichtiger Faktor werden. Schließlich ist die Börse trotz der langjährigen Hausse keine Einbahnstraße. Und drittens schließen Sie durch diesen Filter gehebelte Produkte gar nicht konsequent aus. Die zahlreichen mit einem Hebeleffekt ausgestatteten Exchange Traded Funds (ETF) zählen nämlich nicht zu dieser Kategorie. Wir würden den Haken an dieser Stelle daher rausnehmen. Wenn Sie wirklich gar keine Hebelprodukte haben wollen, müssen Sie bei dem Punkt „Anlageuniversum“ die Kategorien „ETFs“ und „Hebelprodukte“ und am besten auch „Anlagezertifikate“ und „Fonds“ rausnehmen. Dann können Sie sicher sein, dass die wikifolios tatsächlich ausschließlich in Aktien investieren.

Neben den zahlreichen „Qualitätsmerkmalen“ (zum Beispiel „Top Ten-Trader“, „Guter Kommunikator“, „Guter Money Manager“ oder „Kontinuierliches Wachstum“), die sich die Trader im Laufe der Zeit verdienen und nach denen Sie auch gezielt filtern können, finden Sie in den „einfachen Kennzahlen“ wahrscheinlich die wichtigsten Filtermöglichkeiten. Hier können Sie bei verschiedenen Performancewerten sowie dem maximalen Verlust ihre Wunschvorstellungen eingeben. Während wir den Risiko-Faktor als Entscheidungsgrundlage aus den hier gestern aufgeführten Gründen nicht zu hoch gewichten würden, halten wir den maximalen Verlust wie beschrieben für extrem wichtig. Über diese Kennzahl können Sie gezielt nach Anlegern filtern, die mit hoher Wahrscheinlichkeit ein professionelles Risikomanagement betreiben. Bei solchen Tradern werden Sie nur selten Drawdowns von 40 oder 50 Prozent erleben. Wobei das natürlich immer auch von der Strategie und den Rendite-Erwartungen abhängt. Eine Top-Performance in kurzer Zeit ist in der Regel nur mit einem Glückstreffer möglich oder wenn sehr hohe Risiken in Kauf genommen werden. Wenn Sie beispielsweise nach wikifolios suchen, die sich seit Jahresbeginn mindestens verdoppelt haben (Performance >100 Prozent) und deren Maximalverlust trotzdem kleiner als 20 Prozent ausfällt, dann bleibt von den gut 800 Kandidaten noch genau ein wikifolio übrig.

So einfach ist es also, das „beste“ wikifolio zu finden! Oder doch nicht? Der Blick ins Detail (der dank der transparenten Daten für jeden möglich ist) zeigt, dass bei diesem wikifolio fast das gesamte Kursplus (120 Prozent seit dem Start Ende März) einem einzigen Trade Anfang Juni zu verdanken ist. Da erwarb der Trader morgens um 8:03 Uhr für 0,03 Euro einen Call-Optionsschein auf Infineon, den er nur sechs Minuten später zu mit einem Gewinn von über 1400 Prozent wieder verkaufte. Nachdem wir uns den Schein und die Aktienkursentwicklung rund um diesen Trade mal etwas genauer angesehen haben, sind wir fest davon überzeugt, dass es sich beim Kauf um einen völlig falschen, weil viel zu niedrigen Kurs gehandelt hat. In der Praxis wäre der Trade wahrscheinlich rückabgewickelt worden. Das ist hier aber nicht geschehen, weil es vielleicht gar keinem aufgefallen ist. Zu diesem Zeitpunkt lief das wikifolio nämlich noch als fiktives Musterdepot, das entsprechende Zertifikat wurde erst Ende September emittiert.

So schön und wichtig die Suchfunktion also ist, befreit es Sie nicht von der Arbeit, sich die letztlich in Frage kommenden wikifolios noch mal ganz genau anzusehen und zu analysieren. Wenn Sie das nicht wollen oder können, bleibt als sinnvolle Alternative der Kauf von Dachwikifolios. Da übernehmen andere Marktteilnehmer die Auswahl der vermeintlich aussichtsreichsten wikifolios und bündeln diese in einem einzigen Zertifikat. Eine sehr charmante Idee, bei der Sie aber ebenfalls genau hingucken sollten, wem Sie Ihr Geld anvertrauen. Viel Erfolg!

Thomas Koch

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Investmentecke Ralf Andreß gehört zu den erfahrensten Zertifikate-journalisten Deutschlands. Als freier Autor berichtet er seit mehr als 20 Jahren über strukturierte Produkte und initiierte bereits 1999 die mehrmals jährlich in "Die Welt" und "Welt am Sonntag" erscheinenden Fachreports zu Derivaten und Zertifikaten. Seit 2004 schreibt er auf Finanztreff.de für die tägliche Börsenkolumne "Investmentecke". Zudem ist er seit 2006 Chefredakteur des von ihm mit ins Leben gerufenen Fachmagazins "Der Zertifikateberater". 2008 wurde er beim erstmals vergebenen Journalistenpreis für die Berichterstattung über Zertifikate vom DDV zum "Journalist des Jahres" gekürt und wurde seither insgesamt vier Mal geehrt. Zuletzt im Jahr 2017 in dem er gemeinsam mit Daniela Helemann den Hauptpreis als „Journalist des Jahres“ erhielt.

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