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Wird die FED bald pausieren?

| Quelle: FIN_BLOG | Lesedauer etwa 3 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

„Die Zinssätze sind vom neutralen Niveau noch weit entfernt“ hieß es von FED Chef Jerome Powell noch am 03. Oktober. Was so viel heißt, es wird mit Sicherheit noch einige Zinsanhebungen geben, bevor man darüber nachdenkt, die Zinsen nicht weiter zu erhöhen. Die Aktienmärkte erlebten einen „blutroten“ Oktober. Keine zwei Monate später sagt der gleiche FED-Chef: „Die Zinssätze bleiben knapp unter der geschätzten Spanne, welche ein neutrales Niveau für die Wirtschaft sind.“ Was man durchaus interpretieren kann als: „Wir sind kurz davor, die Zinserhöhungen zu beenden.“ Also das genaue Gegenteil vom 03.Oktober, möchte man meinen.

Ob nun ein gewisser Druck durch die Worte von US-Präsident Trump, der die Zinserhöhungspolitik der Federal Reserve direkt verantwortlich für die Aktienmarktrückgänge im Oktober machte, hinter der echten oder vermeintlichen Kehrtwende steht? Durchaus möglich. Daneben haben einige Wall Street-Größen sowie „Senior Officials“ in Washington eher widerwillig eingestanden, dass Trumps Bruch mit der Tradition sich als US-Präsident nicht zur FED-Politik zu äußern eine gewisse Berechtigung habe, oder zumindest das Verständnis besteht, dass er nicht als Sündenbock für ein Jahrzehnt zügellos lockerer Notenbankpolitik herhalten möchte. Trumps Finanzminister Steven Mnuchin soll, selber früher bei Goldman Sachs und wohl verantwortlich für die Selektion Jerome Powells als Fed-Chef, schon Ende Oktober informell Wall Street-Marktteilnehmer befragt haben, ob sie von der FED eher eine Konzentration auf weitere Zinserhöhungen oder eher einen Schwerpunkt im Abbau der FED-Bilanz bevorzugen würden. Was einige als Lobbyarbeit deuten, mit dem Ziel, die FED von einem noch lange anhaltenden Zinserhöhungszyklus abzubringen.

Jedenfalls reagierten die US-Märkte in einer ersten Reaktion auf die Powell-Rede mit deutlichen Aufschlägen an den Aktienmärkten bzw. einem stark nachgebenden Dollar sowie fallenden Renditen am Anleihemarkt:

 

 

Im Nachhinein gingen aber die Meinungen weit auseinander, ob die „Kapitulation“ Powells denn wirklich eine war oder ob wir damit den Startschuss für eine Jahresendrallye gesehen haben.

Jedenfalls wird die nächste Zinsanhebung in der FED-Sitzung im Dezember mit über 80%-iger Wahrscheinlichkeit erfolgen. Die Frage dreht sich ja nur darum, ob es 2019 drei weitere Zinsanhebungen geben wird oder nicht.

Die initiale Marktreaktion suggeriert, die geänderte Rhetorik von Jerome Powell deute darauf hin, dass die Zinsanhebung im Dezember die vorläufig letzte sei. Greg Anderson von BMO Securities meint „the Powell Put is born“. Diese Aussage geht darauf zurück, dass mit dem damaligen FED-Chef Alan Greenspan der sogenannte “FED-Put” entstand, was so viel heißt, als dass die FED dafür sorgt, dass die Aktienmärkte nicht zu stark fallen. Gennadiy Goldberg von TD Securities meint hingegen, dass die initiale Reaktion des Marktes die Worte Powells hinsichtlich einer wieder mehr lockeren Geldpolitik überbewerte. Der Markt schaue bei jeder Gelegenheit nach Aussagen, die darauf hindeuten könnten, dass es zu einer Pause im Zinserhöhungszyklus kommen würde.

Die Volatilitätserwartungen sind jedenfalls trotz des Aktienmarktanstieges hoch geblieben:

 

Trotz des Anstieges blieb der 1-Monats-Volatiltitatsfuture (VIX) konstant, der 9-Tage S&P 500 VIX zog sogar um 3% an. Was man auch wieder in zweierlei Richtung deuten kann. Verkauft das „Smart money“ in die FED-inspirierte Rallye hinein? Oder ist es ein Ausdruck von Angst, der in konträrer Sichtweise sogar den Raum für weiter steigende Kurse öffnet?

Dies alles wird sich zeigen. Sollte die FED wirklich kurz vor einer Pause stehen, sind unter Umständen vielleicht sogar wieder neue Rekordstände an den US-Aktienmärkten möglich.

Viel Erfolg,

 

Ihr finanztreff.de Team

 

 

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