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Wirecard – Doppelstrategie für den Durchmarsch in den Dax

| Quelle: INV | Lesedauer etwa 4 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Das Spektakel um den deutschen Anbieter für elektronische Zahlungssysteme hat in der vergangenen Woche einen neuen Höhepunkt erreicht. In einer Kettenreaktion haben sich die Kurse beim TecDax-Überflieger Wirecard und dem kleineren niederländischen Wettbewerber Adyen gegenseitig weiter nach oben geschaukelt. Denn angefeuert vom Höhenflug bei Wirecard konnten die Eigentümer von Adyen für ihre Anteile einen tollen Preis erzielen, was dann wiederum ein Feuerwerk bei Wirecard ausgelöst hat.

Nach dem sich die Aktie schon im vergangenen Jahr im Wert verdoppelt hat, weist der Chart auch in diesem Jahr senkrecht nach oben. Ob das alles noch irgendwie vernünftig zu begründen ist, bleibt ungewiss. Einige Analysten sehen das aber offenbar so und katapultierten in den letzten Tagen ihre Kursziele gewaltig nach oben. Bei Warburg wird der angemessene Preis plötzlich bei 170 statt bei 127 Euro gesehen. Für Kepler sind 185 statt zuvor 135 Euro das passende Ziel. Zuvor hatten auch schon Goldman Sachs, Berenberg und einige andere sehr deutliche Aufwärtskorrekturen vorgenommen. Beim geneigten Beobachter lösen derlei Sprünge in der Einschätzung natürlich immer ein gewisses Störgefühl aus, weil der Verdacht aufkommt, dass die „neue“ Einschätzung eher von dem starken Kursanstieg genährt wird, als von fundamental neuen Geschäftsereignissen. Aber auch bei Analysten gilt eben manchmal, dass so lange getanzt wird, wie da eben Musik gespielt wird.

Und die Musik dürfte in den nächsten Wochen tatsächlich noch ein bisschen lauter werden. Denn inzwischen zeichnet sich die nächste Folge der starken Kursentwicklung ab, die dann eben noch mal für weitere Kursgewinne sorgen kann. Die Hausse nährt die Hausse…

Denn schon bei der aktuellen Überprüfung für die Zusammenstellung der deutschen Indizes ist Wirecard nur ganz knapp an einem außerordentlich Aufstieg in den Dax gescheitert. Für einen solchen „Fast Entry“ im Juni hätte es die Aktie in der Rangliste der Deutschen Börse AG bei Marktkapitalisierung und Handelsumsatz unter die Top-25 schaffen müssen. Bei der Marktkapitalisierung war dies auf Basis der hierfür relevanten Kurse per Ende Mai schon erreicht, bei den Handelsumsätzen lag die Aktie aber „nur“ auf Platz 28 und verpasste damit die vorgezogene Aufnahme.

Aber aufgeschoben ist nicht aufgehoben und bei der regulären Überprüfung im September scheint ihr der Startplatz in der ersten deutschen Aktienliga kaum noch zu nehmen. Zum einen muss sie dann nur noch unter die Top-30 kommen (hätte es also Stand heute schon geschafft). Zum anderen ist die Aktie – dank Adyen – seit Ende Mai noch mal um 12 Prozent gestiegen, womit sie noch mal Punkte gut gemacht hat.

Losgelöst von der Frage, ob das Unternehmen wirklich so gut ist, wie die Börse derzeit glaubt, drängt sich damit allein aus der Indexlogik eine vielversprechende Doppelstrategie für Wirecard auf. Denn das Szenario der Aufnahme in den Dax ist so zwingend, dass sich vorerst kaum jemand dagegen stellen wird, weswegen die Aktie bis zur „Vollzugsmeldung“ weiter steigen dürfte. Dies lässt sich trefflich mit einem fünf-fach gehebelten Long-Turbo der UBS nutzen, dessen Knock-Out-Schwelle bei knapp 120 Euro liegt (UV7GWE). Ein bisschen Rücksetzer kann also verkraften werden, bevor es zu einem Totalausfall käme.

Ein anderer denkbarer Ansatz, um das Aufstiegs-Szenario zu nutzen, wäre der Einsatz eines Capped Bonuszertifikats von HSBC mit einer Laufzeit bis März 2019 und einer angepeilten annualisierten Renditen von immerhin 10,2% p.a. Voraussetzung um diese zu erreichen ist, dass die Aktie nie unter 104 Euro abstürzt (Puffer 29,5%) (TR3Q01). Schattenseite ist, dass das Aufwärtspotenzial bei dem Zertifikat auf 156 Euro begrenzt ist. Dies wiederum kann aber leicht zu verkraften sein, wenn sich Wirecard ähnlich verhält, wie frühere Dax-Aufsteiger auch… Die nämlich waren VORHER stark gestiegen, um nach Erreichen des Ziels den überfälligen Rücksetzer vorzunehmen und eine Verschnaufpause einzulegen.

Wenn sich Wirecard an diese „Spielregeln“ hält, dann könnte insbesondere die Kombination beider Anlageideen ziemlich nahe an das Optimum für die Nutzung des Basisszenarios heranreichen…

Ralf Andreß

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Investmentecke Ralf Andreß gehört zu den erfahrensten Zertifikate-journalisten Deutschlands. Als freier Autor berichtet er seit mehr als 20 Jahren über strukturierte Produkte und initiierte bereits 1999 die mehrmals jährlich in "Die Welt" und "Welt am Sonntag" erscheinenden Fachreports zu Derivaten und Zertifikaten. Seit 2004 schreibt er auf Finanztreff.de für die tägliche Börsenkolumne "Investmentecke". Zudem ist er seit 2006 Chefredakteur des von ihm mit ins Leben gerufenen Fachmagazins "Der Zertifikateberater". 2008 wurde er beim erstmals vergebenen Journalistenpreis für die Berichterstattung über Zertifikate vom DDV zum "Journalist des Jahres" gekürt und wurde seither insgesamt vier Mal geehrt. Zuletzt im Jahr 2017 in dem er gemeinsam mit Daniela Helemann den Hauptpreis als „Journalist des Jahres“ erhielt.

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