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Wirecard – Zeit für einen Seitenwechsel?

| Quelle: INV | Lesedauer etwa 3 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Es kam wie es kommen musste. Nach der Rekordjagd und dem Durchmarsch bis in den Dax hat die Aktie des Bezahldienstleisters Wirecard ordentlich Luft abgelassen. Knapp ein Viertel des Wertes ist seit den Höchstständen Anfang September wieder vernichtet. Damit hat sich die Aktie beinahe idealtypisch an das unrühmliche Kursmuster für reine Indexspekulationen gehalten. Ein hoher Kurs am letzten Handelstag des August war entscheidend, um den Dax-Aufstieg sicherzustellen – und bis dahin haben die Aufstiegsspekulanten den Kurs auch oben gehalten. Danach gab es keinen triftigen Grund mehr die Aktie zu kaufen. Außer natürlich für DAX-ETFs, die ja den Index nachbilden und dementsprechend auch den Neuling in ihre Depots aufgenommen haben.

Böse formuliert: Weil die Indexlogik so simpel und rein mathematisch ist, kann eine Aktie entsprechend hinein spekuliert werden, wobei die wackeren ETF-Anleger den Vorab-Käufern dann freundlicherweise die zu diesem Zeitpunkt völlig überteuerten Aktien abnehmen. Soviel zur allgemeinen Jubel-Arie auf die banale Nachbildung mathematisch zusammengebastelter Indizes.

So oder so – die seinerzeit hier vorgestellte Idee(siehe IE vom 10. September) im Vorfeld der Dax-Aufnahme zunächst einmal mit einem Reverse-Bonus die erwartete Trendumkehr zu nutzen, ist bis hierhin voll aufgegangen. Das dafür gezeigte Zertifikat HX41ZL hat seither um rund 24 Prozent zugelegt und bewegt sich mittlerweile schon nahe am maximalen Rückzahlungswert von 170 Euro. Damit ist das Gewinnpotenzial dieser Idee eigentlich ausgereizt und es ist an der Zeit die eingespielten Gewinne einzusammeln.

Und wie jetzt weiter?

Die Börsenreaktion auf die gestern vermeldeten Quartalszahlen verlocken eigentlich dazu, jetzt wieder auf der Long-Seite einzusteigen. Denn wenn eine Aktie um sechs Prozent einbricht, weil das Unternehmen seinen Umsatz und seinen Gewinn „nur“ um 40 Prozent steigert und es – oh Graus! - seine Gewinnprognose anhebt, dann lässt das schon hoffen, dass langsam ein Boden gefunden ist. Ganz nüchtern betrachtet, lassen die vorgelegten Zahlen jedenfalls erkennen, dass es bei Wirecard weiterhin gut läuft und eine Beteiligung an dem Unternehmen sicher keine ganz schlechte Idee ist.

Das einzige was trotzdem noch zweifeln lässt, ist die Frage, wann seinerzeit die Indexspekulation begonnen hat und wieviel von dem nur darauf ausgerichteten Geld noch in den Kursen steckt. Und diese Betrachtung macht dann eben doch etwas Sorge. Denn der Startpunkt des finalen Höhenflugs lag bei rund 100 Euro. Da notierte die Aktie bis zum März als langsam erkennbar wurde, dass der Dax-Angriff funktionieren könnte. Damit steht also zu fürchten, dass doch noch einiges an Wegstrecke nach Süden denkbar ist, bevor die Aktie in normales Fahrwasser kommt.

Wer deshalb lieber auf Nummer sicher gehen will, dem bietet das Bonussegment trotzdem interessante Möglichkeiten. So kann ein bis September 2019 laufendes Capped-Bonuszertifikat von Vontobel trotz eines ansehnlichen Absturzpuffers eine Rendite von mehr als 20% pro Jahr einspielen (VA7ZCA). Das heute zu etwa 153,50 Euro angebotene Zertifikat wird am Ende zu 180 Euro zurückgezahlt – einzige Bedingung: die Aktie von Wirecard darf bis dahin nicht wieder unter 100 Euro abstürzen. Etwas mehr als 30 Prozent darf die Aktie also durchaus noch nach unten wegbrechen, zum Beispiel weil es im nächsten Quartal wieder nur ein Gewinnwachstum von 40 Prozent gibt…

Ralf Andreß

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Investmentecke

Investmentecke Ralf Andreß gehört zu den erfahrensten Zertifikate-journalisten Deutschlands. Als freier Autor berichtet er seit mehr als 20 Jahren über strukturierte Produkte und initiierte bereits 1999 die mehrmals jährlich in "Die Welt" und "Welt am Sonntag" erscheinenden Fachreports zu Derivaten und Zertifikaten. Seit 2004 schreibt er auf Finanztreff.de für die tägliche Börsenkolumne "Investmentecke". Zudem ist er seit 2006 Chefredakteur des von ihm mit ins Leben gerufenen Fachmagazins "Der Zertifikateberater". 2008 wurde er beim erstmals vergebenen Journalistenpreis für die Berichterstattung über Zertifikate vom DDV zum "Journalist des Jahres" gekürt und wurde seither insgesamt vier Mal geehrt. Zuletzt im Jahr 2017 in dem er gemeinsam mit Daniela Helemann den Hauptpreis als „Journalist des Jahres“ erhielt.

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