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Wirecard: BaFin-Verbot ausgelaufen – und nun?

| Quelle: finanztreff | Lesedauer etwa 3 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Selten war Ostern spannender als dieses Jahr – jedenfalls für Wirecard-Aktionäre. Vier Tage bleiben die Börsen in Deutschland geschlossen. Erst am Dienstag öffnen sie wieder. Am Donnerstag bekamen viele Anleger offenbar kalte Füße und verkauften den Dax-Wert. Die Aktie von Wirecard +0,76% gehörte mit einem Verlust von zeitweise mehr als vier Prozent auf unter 118 Euro zu den schwächsten Aktien im 102 Werte umfassenden HDax. Zum Xetra-Schluss stand der Wert bei 120,10 Euro. Damit ist die Aktie erneut an ihrer 90-Tage-Linie gescheitert (siehe Chart unten).

Am Vortag hatte das Papier zeitweise noch bei 124 Euro notiert – und damit auf dem höchsten Niveau seit Ende März. Vom Wert vor dem Kurseinbruch durch kritische Berichte der britischen Zeitung Financial Times von Ende Januar sind sie aber immer noch weit entfernt: damals wurden sie bei rund 170 Euro gehandelt.

Am Dienstag wurde bekannt, dass die Finanzaufsicht BaFin in diesem Zusammenhang von einer gezielten Attacke von Börsenspekulanten auf Wirecard ausgeht. Deswegen hat die Behörde Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft München I gegen gut ein Dutzend Beteiligte erstattet. "Wir prüfen den Fall in alle Richtungen, unsere Untersuchungen wegen anderer potenzieller Marktmanipulationen in Aktien der Wirecard AG dauern an", erklärte eine BaFin-Sprecherin.

Short-Verbot wird nicht verlängert

Update:  Am Donnerstag um Mitternacht ist das von der BaFin vor zwei Monaten verhängte Verbot neuer Short-Spekulationen auf Wirecard ausgelaufen. Das teilte die BaFin am Karfreitag auf ihrer Online-Seite mit. Nach Ostern wird es also spannend. An Karfreitag haben die Börsen in Deutschland geschlossen, doch außerbörslich kann übers Wochenende zeitweise gehandelt werden. Daraus könnten sich erste Indikationen ergeben. Auch an der Nasdaq dürften via OTC Wirecard-Stücke umgehen. Denn in den USA haben die Börsen bereits am Montag wieder geöffnet.

Hierzulande besteht dann ab Diestag wieder die Möglichkeit, die Aktie zu shorten. Aktien können dann wieder leer verkauft werden, weil man auf sinkende Preise spekuliert, zu denen sie später (zurück) gekauft werden. Die Leerverkaufsquote ist seit der Verhängung des Short-Verbots nicht gesunken. Laut dem Datenanbieter IHS Markit lag der Anteil frei handelbarer Wirecard-Aktien, die verliehen waren, zuletzt bei rund 14 Prozent. Bei keinem anderen Dax-Wert ist der Wert aktuell so hoch.

Die größten Leerverkaufspositionen in Wirecard halten der US-Hedgefonds Slate Path Capital mit einem Anteil von 1,5 Prozent des ausgegebenen Aktienkapitals sowie der britische Hedgefonds Odey Asset Management mit einem Anteil von 0,56 Prozent. Odey hatte nach dem überraschenden Leerverkaufsverbot seinen Anteil in zwei Schritten reduziert.

Short-Squeeze möglich

Obwohl Wirecard in den vergangenen Wochen entlastendes Material zu den Vorwürfen rund um die Vorwürfe gegen die Asien-Tochter in Singapur veröffentlicht hat, und obwohl die Vorlage des wohl gut ausfallenden Jahresfinanzberichtes unmittelbar (25. April) bevorsteht, halten die Leerverkäufer an ihren Positionen fest. Glauben sie an einen neuerlichen Absturz des Titels?

"Womöglich", heißt es in einem Artikel im Börsen.Briefing, dem Newsletter des Anlegermagazins DER AKTIONÄR. Doch die Spekulation könnte die Shortseller teuer zu stehen kommen. "Bereits kleinere Bewegungen aufwärts könnten ausgehend vom aktuellen Niveau in einem Short-Squeeze münden, also der hastigen Schließung der Leerverkaufspositionen", schreibt Börsen.Briefing. Aktien müssten dann eventuell selbst zu höheren Preisen gekauft werden. Ein Short-Squeeze sei möglich, "weil die Unsicherheit auf Seiten der Shorties mit jedem Euro, den die Aktie nun steigt, größer wird. Ein nicht unbeträchtlicher Teil der Leerverkaufspositionen wurde eingegangen bzw. erhöht, als die Wirecard-Aktie um den Bereich von 100 Euro notierte."

Auch wenn die Shorties nach Ostern nicht sofort zuschlagen, könnte es doch erneut zu einer erhöhten Volatilität kommen. Aus diesem Grund stellten wohl viele Aktionäre ihre Wirecard-Positionen vor den Oster-Feiertagen erst einmal glatt.

(mmr)

Sechs-Monats-Chart Wirecard AG (in Euro; Xetra-Notierung)
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