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Wirecard: Das kann sich sehen lassen

| Quelle: finanztreff | Lesedauer etwa 4 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Der seit Wochen unter Druck stehende Zahlungsdienstleister Wirecard hat auch im abgelaufenen Jahr seinen Gewinn deutlich steigern können. Unter dem Strich stand ein Nettoergebnis von 347,4 Millionen Euro und damit knapp 36 Prozent mehr, wie das Dax +0,49%-Unternehmen am Donnerstag in Aschheim bei München mitteilte. Die Wirecard-Aktien +1,75% haben nach Zahlenvorlage weiter zugelegt. Mit 140,45 Euro kamen sie zeitweise wieder an ihr Vortageshoch bei 142,65 Euro heran. Am Nachmittag rutschte die Aktie jedoch ins Minus.

Die Dividende will das Unternehmen um zwei Cent auf 0,20 Euro je Aktie aufstocken. Gemessen am Aktienkurs von 134 Euro ist das aber nach wie vor eine geringe Ausschüttung, Wirecard-Chef Markus Braun betont immer wieder, dass das Unternehmen sein Geld lieber in Wachstum investiert.

Wirecard profitiert insbesondere vom boomenden Onlinehandel und den daraus resultierenden elektronischen Zahlungen bei Händlern. Das auf der Wirecard-Plattform abgewickelte Transaktionsvolumen kletterte um gut 37 Prozent auf 124,9 Milliarden Euro, hiervon behält Wirecard Gebühren für die Abwicklung und Absicherung ein.

Jahresprognose bestätigt

Der Umsatz stieg daher um gut 35,4 Prozent auf 2,02 Milliarden Euro, das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen wuchs um fast 37 Prozent auf 560,5 Millionen Euro, fiel damit aber etwas geringer aus als in den Eckdaten Ende Januar mitgeteilt. Die Prognose für das laufende Jahr, zwischen 740 und 800 Millionen Euro operativen Gewinn erwirtschaften zu wollen, behielt das Management bei.

Analyst Knut Woller von der Baader Bank betonte die starken Aufragsgewinne in der zweiten Jahreshälfte 2018, die im Jahresvergleich um 163 Prozent zugelegt hätten und somit eine gute Grundlage seien für solides Wachstum aus eigener Kraft im Jahr 2019.

Zuletzt stand der im September in den Dax aufgestiegene Zahlungsdienstleister wegen umstrittener Bilanzierungspraktiken im Fokus von Financial Times-Berichten, was die Aktie heftig durcheinanderwirbelte. Am Mittwoch veröffentlichte die FT weitere Vorwürfe. Wirecard soll vor zwei Jahren einen Großteil seiner Gewinne über drei, was nicht testiert wurde.

Prüfer erteilen Bestätigungsvermerk

Auch in Singapur ist nicht alles sauber bilanziert worden. Mittlerweile hat die von Wirecard beauftragte Untersuchung einer Singapurer Anwaltskanzlei ergeben, dass Mitarbeiter in dem südostasiatischen Inselstaat tatsächlich gegen Bilanzregeln verstoßen haben - allerdings weniger gravierend, als von der Finanzzeitung berichtet.

Update:  Die Agentur Dow Jones Newswire berichtet derweil, dass die Betrugsvorwürfe gegen Wirecard in Singapur und die Feststellung von kleineren Unregelmäßigkeiten in den Bilanzen zu keiner Beanstandung des Jahresabschlusses durch die Wirtschaftsprüfer geführt haben. Die Prüfer von Ernst & Young erteilten dem Jahresabschluss einen sogenannten "uneingeschränkten Bestätigungsvermerk", wie aus dem Dokument hervorgeht.

Ein solcher Vermerk besagt unter anderem, dass es von Seiten der Prüfer keine Beanstandungen des Jahresabschlusses gibt und der Bericht ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens zeichnet.

In der Zwischenzeit ist nicht nur die Börsenaufsicht eingeschritten: Auch die Münchner Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass es bei den Kursturbulenzen nicht mit rechten Dingen zuging. Beide Behörden ermitteln. Wegen der heftigen Kursschwankungen hatte die BaFin im Februar gar ein zweimonatiges Leerverkaufsverbot verhängt, das Ende vergangener Woche auslief. Am gestrigen Mittwoch war dann bekannt geworden, dass der japanische Mischkonzern Softbank +3,92% als Ankeraktionär bei Wirecard einsteigen wird, woraufhin der Aktienkurs deutlich anstieg.

Update: Das Analysehaus Independent Research hat die Einstufung für Wirecard +1,75% dennoch auf "Verkaufen" belassen mit einem Kursziel von 115 Euro. Den geplanten Einstieg des japanischen Mischkonzerns Softbank beim Zahlungsabwickler werte er zwar positiv, schrieb Analyst Markus Friebel in einer Studie. Seine beibehaltene Verkaufsempfehlung basiere auf der Annahme, dass Wirecard das aktuell hohe Umsatz- und Ergebniswachstum langfristig aber nicht werde halten können. 

Mit seiner Einschätzung ist der Analyst fast allein auf weiter Flur. Derzeit stehen die von Bloomberg geführten 26 Analysten mehrheitlich auf der Käufer-Seite:  20 Finanzhäuser empfehlen Wirecard zum Kauf, vier sehen den Zahlungsdienstleister als Halteposition und nur zwei raten zum Verkauf. Der durchschnittliche Zielkurs: 190,55 Euro. 

Mit Material von dpa-AFX

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