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Wirecard: Das wäre der Hammer

| Quelle: finanztreff | Lesedauer etwa 3 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Rund 26 Milliarden Euro brachte Wirecard im September 2018 auf die Börsenwaage, kurz bevor der Zahlungsdienstleister in den Deutschen Aktienindex Dax aufgenommen wurde. Mit den jüngsten Turbulenzen hat sich die Marktkapitalisierung auf etwa 12,5 Milliarden Euro mehr als halbiert. Die britische Wirtschaftszeitung Financial Times (FT) sorgte mit skandalösen Vorwürfen in den vergangenen Tagen für einen Kurssturz des Finanzwerts in mehreren Etappen. Wirecard dementierte die Beschuldigungen vehement und will auch gerichtlich gegen die FT und ihren Autor Dan McCrum vorgehen. Doch beweisen konnte bislang keine Seite ihren Standpunkt, Schuld oder Unschuld sind ungeklärt.

Die Verdächtigungen der FT reichen von Bilanzfälschung über Korruption und Geldwäsche bis hin zu Kursmanipulation. Vor allem in Singapur sollen Wirecard-Mitarbeiter kriminelle Handlungen vorgenommen haben. Zumindest der Vorwurf der Kursmanipulation durch den Vorstand konnte mittlerweile ausgeräumt werden.

Derweil verdienen sich sogenannte Short-Seller eine goldene Nase. Der Anteil von Leerverkaufspositionen auf Wirecard ist in den vergangenen zwei Wochen auf gut sechs Prozent gestiegen. Zum Beispiel Hedgefonds wie Odey Asset Management oder Slate Path Capital haben ihre Positionen, mit denen sie auf fallende Kurse der Wirecard-Aktie spekulieren, zuletzt deutlich aufgestockt. Sie sind die großen Nutznießer vom Wirecard-Crash.

Am Montag haben sie jedoch Verluste gemacht. Denn die Wirecard-Aktie ging um über sechs Prozent auf 103 Euro nach oben. Vom Tiefstand am Freitag bei 86 Euro beträgt das Plus sogar 20 Prozent. Schnäppchenjäger hatten zugeschlagen. Am Donnerstag vor dem dritten FT-Artikel hatten auch zwei Vorstände bei Kursen über 110 Euro in größerem Umfang gekauft.

Ein Kauf der Wirecard-Aktie ist derzeit immer noch mit hohen Verlustrisiken verbunden. Bewahrheiten sich die Anschuldigungen der FT, sind weitere Kursabstürze wahrscheinlich. Auch der Rausschmiss aus dem Dax würde Investoren vertreiben.

Der Kursabsturz könnte aber für den einen oder anderen Investor eine Chance bieten. Und wir denken dabei nicht an Short-Seller. Wirecard hat mittlerweile ein Kursniveau erreicht, das es zu einem günstigen Übernahmekandidaten macht. Die Idee ist nicht neu. Ende Dezember hatte sie auch der Ex-Aufsichtsrat Klaus Rehnig ins Spiel gebracht. In einem Handelsblatt-Interview sagte der 73-Jährige seinerzeit: "Bald wird ein internationaler Konzern Wirecard kaufen."

Rehnig ist schon vor gut zehn Jahren bei Wirecard ausgeschieden, hält aber auch heute noch "ausreichend" Aktien an seinem ehemaligen Unternehmen, wie er verriet. Auf die Frage, wann er seine Aktien denn verkaufen wird, gab er die Antwort: "Erst bei einem Kaufangebot eines Investors. Ich rechne damit, dass bald ein internationaler Konzern kommen wird und Wirecard kaufen will. Dann könnten die Aktionäre einen Zuschlag auf den Börsenwert von 30, 40 oder 50 Prozent erhalten." Was "bald" heißt, ließ er offen.

Er könne sich vorstellen, dass dabei auch ein chinesisches Unternehmen zum Zug kommen könnte. Widerstand von Seiten der Bundesregierung erwartete er nicht. Der Wirecard-Kurs zeigte sich daraufhin damals nur wenig verbessert auf 130 Euro. Erst Mitte Januar begann in freundlichem Börsenumfeld ein deutlicher Aufstieg bis auf 170 Euro.

Die aktuellen Kursturbulenzen zeigen sich vor dem Hintergrund der Übernahme-Idee in einem ganz anderen Licht. Hat etwa ein Kaufinteressent die Vorwürfe aus den FT-Artikeln gepusht, um günstiger zum Zuge zu kommen?  Ein Übernahmeaufschlag von 30 bis 50 Prozent auf das aktuelle Kursniveau wäre nun deutlich besser zu verkraften. Und vielleicht gibt es ja sogar weitere Details aus Singapur, die den Wirecard-Kurs nochmals unter die 100-Euro-Marke drücken. Es bleibt spannend.  (mmr)

Sechs-Monats-Chart Wirecard in Euro (Xetra)
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