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Wirecard: Hoffnung auf schnelles Ende schwindet – verkaufen?

| Quelle: finanztreff | Lesedauer etwa 3 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Weitere schlechte Nachrichten für die Wirecard-Aktionäre +0,16% haben die Papiere am Freitag erneut schwer unter Druck gesetzt. Bereits vor Xetra-Handelsstart rutschte der Dax-Wert zeitweise auf 103,60 Euro ab – nach einem Xetra-Schluss bei 115,10 Euro. Im Handelsverlauf erholte sich das Papier auf 109,30 Euro. Dann sorgte ein Bericht des AKTIONÄR abermals für verstärkten Abwärtsdruck: Die Wirecard-Aktie rutschte zeitweise auf unter 105 Euro zurück – ein Tagesminus von mehr als neun Prozent.

Erste Analysten verlieren den Glauben an eine schnelle Erholung. Die Citigroup hat für Wirecard-Aktien am Morgen nach bislang neutraler Haltung eine Verkaufsempfehlung gegeben und das Kursziel deutlich von 144 Euro auf 100 Euro gesenkt. Sein Blick auf Wirecard sei nun deutlich vorsichtiger geworden, schrieb Analyst Josh Levin in einer Studie. Er geht davon aus, dass der Markt angesichts der Unsicherheit im Zusammenhang mit den Vorwürfen die im Business Modell immanenten Risiken nun höher einkalkuliert. Deswegen stufte er die Aktie jetzt ab.

Update:  Auch Analyst Oliver Reinberg vom Investmenthaus Kepler Cheuvreux ist skeptischer geworden. Er hält die Anschuldigungen gegen Wirecard zwar für nicht gerechtfertigt, allerdings seien einige der jüngsten Nachrichten zu dem Thema von außen nur schwer einzuschätzen. Reinberg hat die Papiere von einer Liste der Top-Empfehlungen am deutschen Aktienmarkt gestrichen. Das grundsätzliche Kaufvotum für die Wirecard-Papiere bleibe aber unverändert.

Das Handelsblatt berichtete zudem, dass die Strafverfolger im Zuge der in Singapur laufenden Untersuchungen auch das Indien-Geschäft von Wirecard ins Visier nehmen. Das gehe aus Gerichtsdokumenten hervor, heißt es in dem Artikel. Es werde wegen möglicher strafbarer Handlungen ermittelt, darunter Geldwäsche und Dokumentenfälschung. Neben Gesellschaften in Hongkong, Malaysia, Indonesien und auf den Philippinen werde auch das indische Unternehmen Hermes I Tickets explizit genannt. Die Gesellschaft bildete den Hauptteil der 2015 von Wirecard gekauften Firmengruppe Great Indian (GI) Retail Group.

Wirecard entgegnete, die Inhalte bezüglich der indischen Transaktion seien "nicht neu und wurden bereits mehrfach auch durch externe Prüfungen widerlegt". Auch soweit die jetzige Untersuchung in Singapur Transaktionen in Indien betrifft, könne noch einmal bestätigt werden, "dass die interne Untersuchung alle Vorwürfe entkräftet hat."

Das Anleger-Magazin DER AKTIONÄR wechselte nun auf die Seite der Skeptiker. Hatte man vorher noch auf ein baldiges Comeback der Wirecard-Aktie spekuliert, rät man nun zur Notbremse. In Anbetracht der sich ausweitenden Ermittlungen gegen Wirecard halte es das Magazin zunehmend für "unwahrscheinlich, dass der langersehnte Compliance-Bericht der vom Unternehmen beauftragen Kanzlei Rajah & Tann sämtliche Zweifel ausräumen kann", schreibt Redakteur Nikolas Kessler. Gewichtiger dürfte sein, was die Ermittlungen der Behörden ergeben – und deren Mühlen mahlen bekanntlich langsam.

Zur Wochenmitte war bekannt geworden, dass die Staatsanwaltschaft Singapur nicht gut auf Wirecard zu sprechen ist. Der deutsche Konzern würde "legitime Ermittlungen beeinflussen". Außerdem versuche das Unternehmen "die Ausübung polizeilicher Arbeit zu ersticken".

Vorwürfe sind zudem auf der Website nzherald aus Neuseeland erschienen, das heute wegen des Anschlags durch rechtsgerichtete Terroristen im Blickpunkt der Öffentlichkeit steht. Demnach ist die neuseeländische Tochtergesellschaft des Payment-Anbieters, Wirecard NZ, auch in die Angelegenheit verwickelt. Die Kollegen von IT Times schreiben, dass auch zwei Manager von Wirecard New Zealand im Zuge der Untersuchungen in Singapur suspendiert wurden. Wirecard hatte dies als „business as usual“ im Fall von derartigen Untersuchungen bezeichnet.

Nach wie vor offen ist der Abschlussbericht der Kanzlei Rajah & Tann, die seit Monaten untersucht, ob und wenn ja in welchem Maße in der Wirecard-Niederlassung in Singapur Bilanzen manipuliert wurden. Wirecard-Chef Markus Braun hatte bereits im Februar angekündigt, dass der Bericht "in Kürze" vorliegen werde.

mmr mit Material von dpa-AFX

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