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Wirecard: Nun auch noch ein großer Insider-Skandal?

| Quelle: finanztreff | Lesedauer etwa 3 min. | Text vorlesen Stop Pause Fortsetzen

Die Aktienkurs-Turbulenzen um Wirecard sind nun ein Kriminalfall. Laut eines Berichts der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ)  liegt der Staatsanwaltschaft München die brisante Aussage eines Leerverkäufers vor, der offenbar zugegeben hat, vorab darüber informiert worden zu sein, wann die Financial Times  in ihrer Onlineausgabe negativ oder beschuldigend über den  Zahlungsabwickler berichtete. Mit diesem "Insider"-Wissen konnte er frühzeitig auf fallende Kurse setzen.

Die Wirecard-Aktie erholte sich daraufhin im späten Handel am Mittwoch deutlich von ihren vorherigen Verlusten und kletterte wieder über die 100-Euro-Marke.

Die FT  hatte in den vergangenen Tagen und Wochen mehrere Berichte veröffentlicht mit dem Vorwurf von Kontomanipulationen und Dokument-Fälschungen gegen einen Wirecard-Mitarbeiter in Singapur. Darin werden dem Unternehmen Scheinumsätze mit verschobenen Geldern bis hin zu Bilanzmanipulationen vorgeworfen. Wirecard dementierte mehrfach, dass Regelverstöße vorliegen.

Doch die Wirecard-Aktie geriet direkt nach den Presseberichten mehrfach massiv unter Druck. Am 1. Februar sackte der Kurs nach dem ersten FT-Bericht von rund 150 Euro zeitweise bis knapp unter 100 Euro ab. Ende Januar hatte der Dax-Wert noch bei 167 Euro notiert.

Am heutigen Mittwoch fiel sie erneut unter die Marke von 100 Euro. Für den jüngsten Kursrutsch ist allerdings wohl die Ankündigung von Sammelklagen in den USA wegen Verstößen gegen das Wertpapierhandelsgesetz hauptverantwortlich.

Dennoch: Derart große Kursschwankungen sind bei Dax-Unternehmen sehr ungewöhnlich. Deshalb prüft die Finanzaufsicht Bafin derzeit, ob es sich um eine gezielte Attacke von Spekulanten handelte. Auch die Staatsanwaltschaft München ermittelt wegen Marktmanipulation gegen unbekannt. Fakt ist, dass immer wieder in größerem Stil mit sogenannten Leerverkäufen gegen das Unternehmen spekuliert wird.

Mehrere Hedgefonds - unter anderem Odey Asset Management und Slate Path Capital - haben in großem Stil auf fallende Kurse von Wirecard gesetzt. Allein Odey soll bereits Anfang Februar mit dem ersten Kursrutsch bei Wirecard 18 Millionen Dollar verdient haben, berichtetete Bloomberg. Slate Path hält immer noch Leerverkaufspositionen in Höhe von 1,50 Prozent des Wirecard-Aktienkapitals. Beide großen Leerverkäufer sind auch beim Bundesanzeiger gemeldet.

Ob gegen den Zeugen nun als Beschuldigten ermittelt wird, ist unklar. Eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft München I erklärte auf Anfrage der FAZ, dass sie zu den laufenden Ermittlungen keine Aussagen machen könne.

Bewahrheiten sich die Aussagen, dürften auch die Autoren bei der Financial Times - vor allem Dan McCrum - in den Fokus der Ermittlungen geraten. Selbst die beiden Hedgefonds könnten in den Skandal verwickelt sein. Das ist allerdings alles noch nicht bewiesen. Der Fall Wirecard dürfte Anleger, Ermittlungsbehörden und Medien noch einige Zeit beschäftigen.  (mmr)

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